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Fall Klemund: Korruptionsermittlung eingestellt

Städtischer Geschäftsführer in Potsdam entlastet Fall Klemund: Korruptionsermittlung eingestellt

Luftschiffhafen-Geschäftsführer Andreas Klemund kann aufatmen: Die Korruptions-Staatsanwaltschaft Neuruppin hat das Verfahren gegen ihn wegen eines Kreditanbahnungs-Geschäfts im Jahr 2009 eingestellt. Der Verdacht lautete: Vorteilsannahme. Ganz ungeschoren kommt der Manager aber nicht weg: Er zahlt einen hohen vierstelligen Betrag.

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Andreas Klemund, Chef der Luftschiffhafen-Gesellschaft.

Quelle: Christel Köster

Luftschiffhafen. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat ihre Korruptions-Ermittlungen gegen den Geschäftsführer der städtischen Luftschiffhafen-Gesellschaft, Andreas Klemund, eingestellt. Das bestätigte der Sprecher der Anti-Korruptions-Behörde, Frank Winter. Wegen des Verdachts der Vorteilsannahme hatten die Staatsanwälte ermittelt – unter anderem mittels Hausdurchsuchung.

Die Einstellung des Verfahrens erfolgte am 12. August gegen Zahlung eines laut Staatsanwaltschaft hohen vierstelligen Geldbetrags. Klemund hat ihn bereits überwiesen. Rechtliche Grundlage ist eine Regelung der Strafprozessordnung, die den Verzicht der Staatsanwaltschaft auf weitere Recherchen und spätere Anklage unter bestimmten Umständen ermöglicht. So darf die „Schwere der Schuld“ der stillen Beerdigung des Verfahrens nicht im Weg stehen. Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung ist Klemund weder verurteilt noch vorbestraft.

Dem Geschäftsführer des traditionsreichen Sportstandorts war eine Interessenkollision aus dem Jahr 2009 vorgehalten worden. Damals war Klemund als freiberuflicher Unternehmensberater für die Immobiliengesellschaft Design Bau im Bornstedter Feld tätig. Im Rahmen dieses Mandats kümmerte er sich um eine Kreditanfrage der Entwicklungsfirma an die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS) in Höhe von 2,45 Millionen Euro. Klemund erhielt für seine Dienste Provision. Das Problem: Er saß zu diesem Zeitpunkt als Vertreter für die Stadt Potsdam im Verwaltungsrat der MBS, sollte die Bank also beaufsichtigen.

Manager und Kommunalpolitiker

Seit Frühjahr 2009 ist Andreas Klemund Geschäftsführer der stadteigenen Luftschiffhafen-Gesellschaft. Sie gehört zur Immobilien-Holding Pro Potsdam.

Die Luftschiffhafen Potsdam GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der städtischen Immobilienholding ProPotsdam. Die Gesellschaft wurde Ende Mai 2008 gegründet, um Bewirtschaftung, Sanierung und Entwicklung des Areals aus einer Hand zu gewährleisten. Der Bau der MBS-Arena, die Modernisierung und Erweiterung des Wohnheims der Sportschule und die Errichtung einer Mehrzweckhalle sind wichtige Projekte

2008 hatte er die Leitung des Olympiastützpunktes übernommen.

Zuvor hatte sich Klemund als Kommunalpolitiker für die SPD einen Namen gemacht. Er saß in der Stadtverordnetenversammlung und vertrat seit 2003 als Ortsbürgermeister den Ortsteil Eiche.

Die Staatsanwaltschaft begründet ihr Entscheidung mit dem langen Zeitverzug. Der Vorgang war erst kurz vor Ablauf der Verjährungsfrist angezeigt worden. Zudem sei Klemund bislang strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. Angesichts einer „simplen Anfrage“ Klemunds bei der MBS, wie es um die Kreditanfrage bestellt sei, kann nach Auffassung der Staatsanwaltschaft auch nicht von einem „Einwirken auf die Sparkasse“ die Rede sein.

Anwältin Heide Sandkuhl, die Klemund rechtlich vertritt, sagte: „Mein Mandant hat dem Vorschlag der Staatsanwaltschaft zugestimmt, um seiner Familie und sich weitere psychische und finanzielle Belastungen zu ersparen.“ Gegen Korruptionsvorwürfe verwahre sich Klemund weiter. Er sei unschuldig.

Seine private Unternehmensberatung hat Klemund mittlerweile aufgegeben. Dem MBS-Verwaltungsrat gehört er nicht mehr an. Politisch hatte der Fall Wellen geschlagen. Insbesondere die Linkspartei warf der Stadtspitze übergroße Nachsicht mit SPD-Mann Klemund vor.

 

Von Ulrich Wangemann

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