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Potsdam Guerilla-Beirat für Leute mit (und ohne) Behinderung
Lokales Potsdam Guerilla-Beirat für Leute mit (und ohne) Behinderung
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18:05 26.02.2018
Alexander Wietschel ist Mitbegründer des Iron Roll und macht seit Jahren auf die Belange Behinderter in Potsdam aufmerksam. Quelle: Peter Degener
Innenstadt

Vor einem Jahr musste sich der Potsdamer Beirat für Menschen mit Behinderung auflösen, da er nach einer Reihe von Rücktritten nicht mehr arbeitsfähig war. Am Mittwoch wird die Grundlage für gleich zwei neue derartige Beiräte geschaffen.

Einerseits werden am Mittwochnachmittag um 16 Uhr im Potsdam-Museum aus einem Topf von 42 Bewerbern die bis zu 20 Mitglieder des offiziellen neuen Gremiums nach einem langwierigen Werkstattverfahren ausgelost. Doch zugleich konstituiert sich überraschend ein weiteres Gremium – der „Potsdamer Beirat für Menschen mit und ohne Behinderung“ (PBMB).

Hinter der Gegengründung stecken vier Potsdamer

Dahinter steckt Alexander Wietschel, der sich mit den Rollstuhl-Rennen des „Iron Roll“ schon in der Vergangenheit auf ungewöhnliche Art für die Belange und Beachtung von Behinderten eingesetzt hat. Er selbst ist das einzige Mitglied des PBMB, das nicht von Behinderungen betroffen ist.

Seine drei Mitstreiter sind André Deckwerth, der sich für inklusiven Sport in Potsdam einsetzt, Kay Okurka, der sich ebenfalls im Sport engagiert und sich unter anderem für Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer eingesetzt hat, sowie der IT-Unternehmer Denis Hanke, der trotz einer Sprachbehinderung den Weg in die Selbstständigkeit gewagt hat.

Problemlösungen statt Diskussion um Oberflächlichkeiten

Das Quartett will das Gegengremium bereits am frühen Mittwochnachmittag vor der Auslosung des offiziellen Beirats gründen. „Wir vertreten ab sofort die Interessen der Menschen mit und ohne Behinderung in der Landeshauptstadt“, sagt Wietschel.

„Es ging im alten Beirat immer nur um Oberflächlichkeiten anstelle von Problemlösungen. Da wurde es als Erfolg verbucht, wenn man an Baubegehungen städtischer Projekte teilgenommen habe – aber solche gemeinsamen Begehungen sollten der Standard in unserer Stadt sein“, sagt Wietschel.

Fehlplanungen wie der Treppenlift an der Alten Fahrt sind vermeidbar

Er erinnert an die Fehlplanung des Treppenlifts an der Alten Fahrt oder auch die Duschhilfe für Rollstuhlfahrer im Schwimmbad „Blu“, die kurz nach Eröffnung bei der Benutzung von der Wand abbrach. Obwohl die Anlage vom Beirat und Tüv abgenommen worden war, hatte sich das eingebaute Element unabhängig von dem Unfall in seiner Benutzung als untauglich erwiesen, resümiert Wietschel.

„Wir brauchen eher Spezialisten mit dem richtigen Blick auf Belange von Behinderten als eine bunte Zusammenstellung“, kritisiert er das Losverfahren des städtischen Beirats angesichts dieser Erfahrungen.

Wietschel ist auch im Lostopf des offiziellen Beirats

„Dem gelosten Beirat wollen wir auch gar nicht seine Existenzberechtigung absprechen, aber wir werden ihn kritisch und sehr aufmerksam begleiten“, kündigt Wietschel an. Er wisse, dass seine eigene Gründung Provokation sei. „Wir suchen den konfrontativen Dialog “, sagt Wietschel. Seine Kritik gelte allein dem früheren Beirat, für den neuen könne er nicht sprechen.

Allerdings sind mindestens drei Mitglieder des vierköpfigen PMBP auch im Lostopf für den offiziellen Beirat – und sie seien zuversichtlich, Teil beider Beiräte zu werden.

Von Peter Degener

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