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Potsdam Potsdamer Händler fürchten Einbußen
Lokales Potsdam Potsdamer Händler fürchten Einbußen
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00:24 01.04.2018
2018 fällt das Sonntagsshopping in Potsdam wohl aus. Quelle: dpa
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Potsdam

Die Nachricht, dass die Landeshauptstadt in diesem Jahr womöglich auf verkaufsoffene Sonntage ganz verzichtet, bestürzt die Potsdamer Einzelhändler. „Das kam überraschend“, sagt der Manager des Sterncenters, Frank Kosterka. „Ich kann nachvollziehen, dass die Stadt bei der Planung eine gewisse Handlungssicherheit haben möchte und auf das ausstehende Urteil und die Begründung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg wartet. Ein kompletter Verzicht bedeutet aus meiner Sicht aber einen gravierenden Wettbewerbsnachteil für die Potsdamer Region. Es gehen so mehrere hunderttausend Euro Umsatz an den Wettbewerber – und der heißt Berlin.“ Er hoffe, dass die Stadt zumindest für das zweite Halbjahr versucht, Sonntagsshopping zu ermöglichen, so Kosterka. In den bei der Wirtschaftsförderung der Stadt angesiedelten Arbeitskreisen habe Vorbereitungen getroffen: „Wir haben ein gutes Fundament erarbeitet.“

Das Urteil ist wichtig, um die Verordnung für 2018 erarbeiten zu können

Wie berichtet hatte das Oberverwaltungsgericht auf Antrag der Gewerkschaft Verdi die für 2017 geplanten Sonntagsöffnungen in Potsdam im Eilverfahren teilweise gekippt – es muss über diese 2017er Verordnung für die verkaufsoffenen Sonntage allerdings noch abschließend im Hauptsacheverfahren entscheiden. Verdi argumentiert bundesweit, es gehe um den Schutz der Beschäftigten. Offensichtliches Ziel ist es, das Sonntagshopping, das bisher nur in streng reglementierten Ausnahmen stattfinden darf, ganz zu unterbinden. Nach MAZ-Informationen ist mit dem Urteil Anfang Februar zu rechnen. Es ist wichtig, um auf seiner Basis die 2018er Verordnung zu erarbeiten.

„Das Thema verkaufsoffene Sonntage muss endlich eine rechtssichere Basis bekommen, die aber ausschließlich nur von der Landesregierung geschaffen werden kann“, sagt Manfred Gerdes, Vorsitzender der AG Innenstadt. Bereits im August habe er Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dazu angeschrieben, aber bis heute keine Rückmeldung erhalten – „obwohl die Landesregierung in Potsdam als Landeshauptstadt ansässig ist und Herr Woidke sich mehrfach dazu geäußert hat, ein Befürworter der Liberalisierung der verkaufsoffenen Sonntage zu sein.“

Einbußen bei fünf bis zehn Prozent des Jahresumsatzes

Wie sich ein Verzicht auswirkt, sei nicht zu beziffern, „denn wir kennen gar nicht das Potenzial das Potsdam hätte, wenn man die Liberalisierung der verkaufsoffenen Sonntage endlich zulassen würde“, so Gerdes. Aus heutiger Erfahrung liegen die Einbußen bei etwa fünf bis zehn Prozent des Jahresumsatzes. „Das ist aber kein Parameter für verkaufsoffene Sonntage, sondern betrifft lediglich die wirtschaftlichen Interessen des einzelnen Händlers“, so Gerdes. „Verkaufsoffene Sonntage darf es laut Gesetz nur geben, wenn es ein besonderes Ereignis gibt – da zählt nicht, dass Potsdam an sich ein besonderen Ereignis ist, was durch die hohe Zahl der Touristen belegt ist.“

Von Nadine Fabian

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