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Potsdam Klares Votum gegen Belziger Geburtshilfe
Lokales Potsdam Klares Votum gegen Belziger Geburtshilfe
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12:28 11.06.2015
Emily-Sophie aus Fichtenwalde war am 31. März das letzte Baby der Geburtenstation des Bad-Belziger Klinikums.  Quelle: Klinikum
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Potsdam/Belzig

 Stimmungsumschwung in der Potsdamer Stadtpolitik zur Bad-Belziger Geburtshilfe. Der Hauptausschuss votierte am Mittwoch mit zwölf Stimmen gegen einen Antrag der „Anderen“, der weitere Optionen für die Erhaltung der Station eröffnen sollte. Zustimmung kam mit fünf Stimmen vom Antragssteller und den vier Vertretern der Linken, Marcus Krause (SPD) enthielt sich. Vorausgegangen war Anfang März ein ebenfalls von den „Anderen“ initiierter Antrag zur Rettung der Geburtshilfe in Belzig, der von einer großen Stadtverordnetenmehrheit bestätigt wurde.

Eine zentrale Rolle bei den Rettungsplänen kommt Potsdams städtischem Klinikum „Ernst von Bergmann“ zu, das als Mehrheitsgesellschafter der Belziger Klinik auch für den Betrieb der dortigen Geburtsstation zuständig ist. Klinikums-Geschäftsführer Hubertus Wenisch bekräftigte am Mittwoch, dass es aus Sicht des Potsdamer Klinikums keine Alternative zur Schließung gäbe. Ein vom Brandenburger Klinikum vorgelegtes Konzept zur Übernahme der Station ist laut Wenisch lückenhaft. Die Verantwortung bliebe bei der Belziger Tochter des Potsdamer Klinik-Konzerns, das damit verbundene Risiko müsse er ablehnen: „Wenn da was passiert, sind wir haftbar und werden auch bestraft.“

Vertreter des Brandenburger Klinikums waren zur Sitzung des Hauptausschusses nicht eingeladen worden, wie Harald Kümmel, Bürochef des Oberbürgermeisters, auf Nachfrage von Carsten Linke (Andere) mitteilte. Der kritisierte eine „einseitige Darstellung“. Michael Radke, Chef des ebenfalls zum Potsdamer Konzern gehörenden Klinikums Westbrandenburg für Kinder- und Jugendmedizin, verwies darauf, das die Station bereits seit zehn Jahren, also schon lange vor dem Einstieg des Potsdamer Klinikums, zur Disposition steht. Die Belziger Station, in der es zuletzt nur noch 180 Geburten pro Jahr gab, wurde zum 1. April geschlossen. Laut Radke sind für einen funktionierenden Betrieb mindestens 400 Geburten notwendig. Für Belzig werde man, selbst wenn man es wollte, keine Ärzte mehr finden. Die Teilnahme an einem Runden Tisch lehnte Wenisch auf Nachfrage von Karin Schröter (Linke) ab: Dafür habe er „kein Personal übrig“.

Von Volker Oelschläger

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