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Potsdamer Kleingärtnern droht Räumung

Stadt will Verfahren gegen „Klein Sanssouci“-Eigentümer einleiten Potsdamer Kleingärtnern droht Räumung

Die Sicherung der Kleingartenanlage „Klein Sanssouci“ bekommt neuen Schwung. In der kommenden Stadtverordnetenversammlung soll ein Verfahren beschlossen werden, welches den derzeitigen Eigentümer verpflichtet, neue Pachtverträge für die Nutzer aufzusetzen. Aktuell droht der Eigentümer mit Räumung.

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Eckhard Vogel kaufte die Sparte 2005 in einer Zwangsversteigerung.

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Die Kleingärtner in „Klein Sanssouci“ können wieder hoffen: Die Landeshauptstadt will ein Enteignungsverfahren gegen den jetzigen Eigentümer einleiten. Eckard Vogel (72) aus Darmstadt erwarb „Klein Sanssouci“ 2005 bei einer Zwangsversteigerung – zum Preis von 40 000 Euro. Er hat dann mehrfach versucht, von den Kleingärtnern neue Verträge unterzeichnen zu lassen, in denen er eine deutlich höhere Pacht verlangte. Deshalb wandten sich die Kleingärtner an die Stadt.

Andreas Goetzmann, Fachbereichsleiter Stadtplanung und Stadterneuerung, erklärt: „Es geht hier nicht um die Enteignung von Grund und Boden.“ Der Eigentümer solle lediglich dazu verpflichtet werden, die für Kleingartenanlagen gesetzlich geregelten Vorgaben umzusetzen und das Eintreiben einer höheren Pacht zu unterlassen.

Die Vermutung der Stadt: Der neue Eigentümer will aus den Kleingärten sogenannte Erholungsgärten machen. Diese würden auch eine höhere Pacht rechtfertigen. In Erholungsgärten sind die Datschen größer als in Kleingärten, auch findet hier keine kleingärtnerische Produktion – also der flächenmäßig vorgeschriebene Anbau von Obst und Gemüse – statt.

„Das Verhältnis mit dem Eigentümer ist sehr angespannt“, sagt Heiner Franz, Vorsitzender von „Klein Sanssouci“. Über zehn Jahre dauere der Rechtsstreit nun schon an – „die Nerven liegen blank“. „Der neue Eigentümer übt Druck auf den „Kreisverband der Garten- und Siedlerfreund e.V.“ (VGS) und auf unsere Sparte aus“, sagt Franz. „Wenn wir seinen neuen Vertrag nicht unterschreiben, will er die Parzellen räumen.“ Der neue Eigentümer habe mit der Ersteigerung des Grundstücks ganz klar eine Gewinnmaximierung der Fläche angestrebt, glaubt Franz.

Dagegen schimpft Besitzer Eckard Vogel: „Der VGS und seine Pächter sind für mich Landbesetzer“. Der Darmstädter sagt: „Sie haben eindeutig kein Recht auf das Grundstück, weil es sich bei den Parzellen nicht um Kleingärten handelt.“

Zu den Plänen der Stadt, die Kleingärtner zu unterstützen, sagt Vogel: „Wenn sich die Stadt in Privatangelegenheiten einmischt, hat sie schlechte Karten.“ So langsam platze ihm „die Hutschnur“, so der 72-Jährige. „Die VGS soll ihren Pächtern irgendwo einen neuen Garten geben und mir die komplette Fläche übertragen.“ Vogel würde auch nach der Räumung wieder Gärten in „Klein Sanssouci“ anbieten – allerdings zu einem höheren Preis.

„Ich bin noch nicht rabiat geworden, aber so langsam ist meine Geduld am Ende“, sagt Vogel. Die Stadt sei mit ihrem Vorgehen kein Volksvertreter mehr, sondern nur noch ein Kleingartenvertreter.

33 Kleingärtner

Das Kleingarten-Entwicklungskonzept von Potsdam wurde 2007 beschlossen. Wichtigstes Ziel ist die Sicherung von Kleingartenanlagen.

Im Jahr 2006 hatte Potsdam 242,22 Hektar Kleingärten, 16,5 Quadratmeter je Einwohner. Damit liegt die Stadt über Richtwerten, die bei einer Bevölkerungsdichte von 778 Einwohnern je Quadratkilometer 10 Quadratmater Kleingarten pro Einwohner vorsehen.

Die Durchschnittsgröße der Parzellen liegt bei 320 Quadratmetern; enthalten sind Gemeinschaftsflächen.

In „Klein Sanssouci“ sind 33 Kleingärtner auf insgesamt 19 Parzellen organisiert.

Von Josephine Mühln

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