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Potsdamer Kliniken unter Druck

Oberlin und Bergmann verhandeln Potsdamer Kliniken unter Druck

Die Konkurrenz aus Berlin bringt die Potsdamer Kliniken zunehmend in Zugzwang. Das Oberlinhaus und das städtische Ernst-von-Bergmann-Klinikum führen nun Gespräche, wie sie sich – etwa durch Kooperationen – besser für den Wettbewerb aufstellen können. Ein Verkauf der Oberlinklinik soll aber nicht geplant sein.

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Das Oberlinhaus hat nach eigener Aussage weder die Absicht noch konkrete Pläne, die Oberlinklinik zu verkaufen.

Quelle: Werner Krueper

Babelsberg. Der zunehmende Wettbewerb mit den Berliner Krankenhäusern setzt die Potsdamer Kliniken unter Druck. So sind die Oberlinklinik und das städtische Ernst-von-Bergmann-Klinikum bereits länger miteinander im Gespräch darüber, wie man sich künftig gegen die Konkurrenz aus der Hauptstadt aufstellen könnte – etwa durch Kooperationen. In die Erörterungen der beiden Krankenhäuser hat sich auch Brandenburgs Gesundheitsministerium eingeschaltet. Krankenhäuser sind zwar eigenverantwortlich handelnde Unternehmen. Weil Oberlin und Bergmann aber über den Krankenhausplan des Landes einen Versorgungsauftrag und mit ihm Fördermittel des Landes erhalten haben, sind sie verpflichtet, das Land über Veränderungen zu unterrichten.

„Ein wichtiger Teil des Selbstverständnisses des Oberlinhauses“

Dass sich hinter den Kulissen ein Verkauf der Oberlinklinik anbahnt, dementiert das Oberlinhaus. „Natürlich wollen wir die Klinik nicht verkaufen, wir denken überhaupt nicht daran“, sagt Matthias Fichtmüller, theologischer Vorstand des Oberlinhauses. „Warum sollten wir die erfolgreichste orthopädische Klinik, die es in Berlin-Brandenburg gibt, verkaufen?“ Dass es Begehrlichkeiten anderer Häuser gebe, sei eine andere Sache. Dennoch: Es bestehe kein Grund zum Verkauf. „Für uns ist die Oberlinklinik nicht nur eine wichtige Marke, sondern auch ein wichtiger Teil des Selbstverständnisses des Oberlinhauses“, so Fichtmüller. Auch Spekulation über die finanzielle Situation weist der Vorstand zurück: „Das Oberlinhaus befindet sich in einer soliden wirtschaftlichen Situation.“

Was der Vorstand hingegen einräumt: „Im Rahmen der Strukturveränderungen hat es in Teilen der Belegschaft Verunsicherungen gegeben.“ Inzwischen seien diese ausgeräumt. Demnach führen der Vorstand und weitere Führungskräfte regelmäßige Gespräche mit den Mitarbeitern. Vor allem das Klinikpersonal habe im Zusammenhang mit den jüngsten Entwicklungen „offene Fragen“, so Fichtmüller. Im Sommer war der langjährige Geschäftsführer der Oberlinklinik ausgeschieden, nun steht der Abschied des ärztlichen Leiters bevor. Laut den Potsdamer Neuesten Nachrichten wechselt Axel Reinhardt, Chefarzt der Abteilung Wirbelsäulen- und Beckenchirurgie, ans städtische Klinikum. Den genauen Einstiegstermin könne man derzeit aber nicht benennen, so Sprecherin Damaris Hunsmann.

Beteiligte haben Vertraulichkeit über die Abstimmung vereinbart

„Abstimmungen zwischen den Potsdamer Kliniken sind üblich“, sagt Hunsmann auch. Bereits im aktuellen Landeskrankenhausplan sei eine Kooperation zwischen der Oberlinklinik und dem Bergmann-Klinikum im Fachgebiet der Orthopädie benannt. Um über die möglichen Veränderungen und Folgen – insbesondere im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Landeskrankenhausplan Berlin-Brandenburg im Jahr 2020 – zu beraten, habe es „ein Abstimmungsgespräch“ zwischen dem Oberlinhaus, Vertretern des Bergmann-Klinikums und Vertretern des Gesundheitsministeriums gegeben. Über dessen Inhalte haben die Beteiligten Vertraulichkeit vereinbart.

Das Ministerium fungiert als Planungs- und Aufsichtsbehörde. Es sei ihm daher bekannt, dass die Oberlinklinik nicht nur über personelle, sondern seit längerem auch über strukturelle Veränderungen ihres Leistungsangebotes nachdenkt – „mit dem Ziel, die Qualität zu verbessern und Abläufe zu optimieren“. Man erwarte seitens des Trägers, über Stand und Ergebnisse dieser Überlegungen auf dem Laufenden gehalten zu werden.

Wie berichtet, hat es im Oberlinhaus Anfang 2017 Veränderungen in der Unternehmensstruktur gegeben. Diese beziehen sich laut Vorstand aber „ausschließlich auf die Verwaltungsbereiche“. Seither haben sich in den vergangenen Wochen führende Köpfe aus dem Oberlinhaus zurückgezogen. Vor einer Woche hat der Theologe Martin Vogel den Aufsichtsratsvorsitz mit sofortiger Wirkung niedergelegt – allerdings aus persönlichen Motiven, wie er erklärte. Zuvor hatte Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) dem Gremium den Rücken gekehrt.

Von Nadine Fabian

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