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Potsdam Potsdamer Kreative putzen Rechenzentrum
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19:41 29.06.2015
Ein Affenmensch im Astronautenkostüm eröffnete am Montag die „rituelle Waschung“ des Mosaiks von Fritz Eisel. Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger
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Innenstadt

Eine Stuhlreihe ist am Montagnachmittag vor Fritz Eisels Kosmonautenmosaik „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ am Rechenzentrum aufgestellt. Über dem Mosaik hat jemand Pappschilder angebracht, auf denen man liest: „Der Men ... sch bes ... win gt den Kos ... mos“. Dicht an der Wand stehen Eimer mit Wasser. Die Sonne brennt. Punkt 17 Uhr tönt das Glockenspiel von der nahen Plantage herüber. Dann ist es wieder still.

Wenig später dröhnt aus einer Lautsprecherbox neben den Eimern das Geräusch einer startenden Rakete. Es folgt die Eröffnung von Richard Strauss „Also sprach Zarathustra“. Dazu schreitet über die Wiese vor dem Eingang ein Affenmensch im Astronautenkostüm heran. Er hat eine schwarze Fahne geschultert, auf der in weißer Schrift zu lesen ist: „Ein kleiner Schritt für die Künstler, ein großer Schritt für die Stadt.“

Der Affenmensch greift sich einen Schwamm und beginnt mit großem Schwung zu putzen: Zuerst den orange im Weltall schwebenden Kosmonauten, dann das Raumschiff, dann die Leere rings herum. Mittlerweile ist an seiner Seite eine ganze Künstlerkolonne mit Schwämmen und Schrubbern am Putzen.

„Aktion Kosmos“ war der Titel, der Performance, mit der künftige Nutzer des geplanten Kunsthauses im Rechenzentrum demonstrieren wollten, dass „wir das Alte wertschätzen, indem wir es vom Staub der Zeit befreien“, wie es in der Ankündigung hieß. Carsten Hensel vom Brandenburgischen Kunstverein, der für die Performance Schwämme austeilte, sprach von einer „rituellen Waschung“.

Wie berichtet, soll im Bürotrakt des Rechenzentrums, der nach früheren Plänen im Laufe des Jahres freigezogen werden und dann leer stehen sollte, zum 1. September ein Kunsthaus mit Arbeitsmöglichkeiten für Künstler und andere Kreative eröffnet werden. Insgesamt steht laut Sanierungsträger eine Nutzfläche von mehr als 5000 Quadratmeter zur Verfügung. Wie berichtet, meldeten in einer ersten Bedarfsabfrage mehr als 150 Künstler und andere Kreative Interesse an Räumen an. Zunächst soll das vierte Obergeschoss mit einer Nettonutzfläche von 1100 Quadratmetern bezogen werden. Die übrigen Etagen sollen schrittweise nach dem Auszug der Mitarbeiter des Rechenzentrums an Künstler und Kreative übergeben werden.

Eine Kunstaktion mit anderem Inhalt ist zum 1. Juli gleich nebenan angekündigt. „Absichtsloses Harken“ ist der Titel der Performance von Annette Paul, die auf dem Gelände der ehemaligen Garnisonkirche neben dem Rechenzentrum mit einem Kiesbett ein weiteres Rechenzentrum etablierte. Befürworter und Kritiker des Wiederaufbaus der Garnisonkirche als Versöhnungszentrum sind ab 16.30 Uhr gleichermaßen zum friedlichen Harken eingeladen.

Von Volker Oelschläger

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