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Potsdam Potsdamer Panzerknacker vor Gericht
Lokales Potsdam Potsdamer Panzerknacker vor Gericht
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22:06 03.09.2014
Immer wieder werden Geldautomaten gesprengt. Quelle: dpa-Archiv
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Potsdam

Sie haben Trümmer, Scherben und Furcht zurückgelassen und Berge von Geld mitgenommen: Eine Potsdamer Panzerknackerbande muss sich seit Mittwoch vor Gericht verantworten. Die sieben Männer zwischen 22 und 59 Jahren sollen von September 2010 bis August 2013 bei Einbrüchen, Diebstählen und mit Betrug beinahe 400.000 Euro erbeutet haben. Spezialisiert waren sie aber offenbar darauf, Geldautomaten in die Luft zu sprengen und Tresore aus ihren Verankerungen zu reißen. So haben die Potsdamer allein bei einem Angriff auf einen Sparkassen-Automaten in Berlin-Lichterfelde im Herbst 2010 rund 183000 Euro eingesackt. Als sie im Mai letzten Jahres in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) zuschlugen, gingen mehr als 80.000 Euro mit. Durch die Explosion war damals nicht nur der Automat zerfetzt worden, das gesamte Gebäude wurde in seinen Grundfesten so sehr erschüttert, dass die Fassade riss und sich nach außen wölbte.

Abtrünnigen Komplizen auf der Autobahn ausgebremst
Aufgeflogen ist die Bande, weil der Älteste im Bunde offenbar die Nase voll hatte. Jürgen E. hatte seinen Mitstreitern eröffnet, dass er aussteigen und bei der Polizei aussagen wolle – für seine Untreue bezahlte er beinahe mit Leib und Leben. Es ist jetzt ungefähr ein Jahr her, dass der 59-Jährige mit seinem Mercedes gen Süden über die A115 rauscht und von einem Komplicen entdeckt wird. Der kommandiert per Handy die anderen Bandenmitglieder zur Verfolgungsjagd herbei. Die Männer versuchen, den Abtrünnigen mit ihren Autos einzukesseln, bedrohen ihn und bringen ihn auf der A9 in der Nähe der Raststätte Fläming mit einer Vollbremsung zur Strecke – Jürgen E. rast mit Tempo 110 in den BMW von Valeriy G. (22), kommt von der Straße ab und alarmiert in Todesangst die Polizei.

In den Verhandlungssaal wird Jürgen E. am Mittwoch als letzter geführt. Während sich die einstigen Kameraden – bis auf Valeriy G. sitzen alle in Untersuchungshaft – Hallo sagen, miteinander flachsen und nach dem Aufklicken der Handschellen auch Bekannten im Zuschauerraum zuwinken, nimmt er in der hintersten Reihe Platz.

Zukunftspläne für Einsätze im Wachgewerbe
Das Delikt lautet schwerer Bandendiebstahl, die Anklageschrift umfasst 30 Punkte. Aufgeführt sind Einbrüche in Baustellen, Autohäuser und Getränkemärkte. Zudem geht es um Versicherungsbetrug: Einige der Männer haben vorgetäuscht, dass in ihre Autos eingebrochen und Airbags, Radios und anderes Zubehör gestohlen wurde – sie kassierten tausende Euro. Offenbar hatte die Bande auch Zukunftspläne: Die Panzerknacker wollten sich wohl ins Wachgewerbe einschleichen. Für einige von ihnen hatte man schon die nötige Sachkundprüfung gefälscht.

14 Verhandlungstage sind bis Ende November anberaumt. Es besteht jedoch die Chance, dass ein Urteil weitaus früher fällt. Nachdem die Vertreter der Staatsanwaltschaft eine Stunde lang die Anklage verlesen hatten, zog sich das Gericht zur Beratung zurück. Um den Aufwand des Verfahrens zu reduzieren, wolle man den Beteiligten einen Vorschlag unterbreiten. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass die Obergrenze der Strafe im Gegenzug für ein Geständnis festgelegt wird. So ein Deal kommt aber nur zustande, wenn sowohl die Angeklagten als auch die Staatsanwaltschaft dem Vorschlag des Gerichts zustimmen. Der Prozess wird am 9. September fortgesetzt.

Von Nadine Fabian

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