Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Potsdamer Rettungshund ist Weltmeister
Lokales Potsdam Potsdamer Rettungshund ist Weltmeister
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:55 17.10.2014
Insgesamt 1500 Quadratmeter groß war das Trümmerfeld, das der intelligente Flip bei der WM absuchen musste. Quelle: Hundeschule Potsdam
Anzeige
Drewitz

Eingestürzte Neubauten, metertiefe Abgründe, Schuttberge, Rauch, Lärm: Auf einem Gelände, auf das andere Hunde vor lauter Angst nicht mal eine Pfote hin einsetzen würden, hat Border Collie Flip binnen einer halben Stunde drei unter Betonteilen verschüttete Menschen aufgespürt – schlug an (im Fachjargon: „verbellen“). Glücklicherweise war das heikle Szenario nur Teil eines sportlichen Wettkampfs. Kürzlich fand im slowenischen Nova Gorica die Weltmeisterschaft für Rettungshunde statt.

Trümmersuche - Königsdisziplin für Spürnasen

Flip eroberte mit seinem Frauchen Sina Bosch, die den Rüden mit entsprechenden Such-Kommandos aus großer Entfernung und nicht immer in Sichtweite leiten musste, die Goldmedaille in der Sparte „Trümmersuche“, die als Königsdisziplin für Spürnasen gilt. 287 von 300 möglichen Punkten erspürte der dreijährige Border Collie. Der Rüde war nicht nur auf dem schwer zugänglichen Gelände – ein ehemaliges Hotel dient als Trainingszentrum für Katastropheneinsätze – erfolgreich, sondern punktete auch bei Gehorsam und Gewandtheit.

Hundetrainerin Juliane Lange (l.) mit Rettungshunde-Weltmeisterin Sina Bosch (r.) und Border Collie Flip. Quelle: Bernd Gartenschläger

123 Teams aus 22 Ländern kämpften um die WM-Krone in den Sparten Trümmer-, Flächen-, Fährtensuche. Flip und Frauchen traten gegen mehr als 50 Konkurrenten an. Fit gemacht wurden der schwarz-weiße Vierbeiner und seine „Chefin“ von Juliane Lange, Inhaberin der im Industriegebiet befindlichen Hundeschule Potsdam. Sie gründete das Rettungshunde-Sportteam. Bis zu dreimal wöchentlich wird trainiert.

Wuschel braucht eine Aufgabe

Seit Flips Welpenalter stand für Sina Bosch fest: Der intelligente und wissbegierige Wuschel braucht eine Aufgabe, die ihn fordert. „Wir haben das gesamte Kursprogramm durchlaufen, wollten mehr und landeten beim Rettungshundesport“, erzählt die 28-jährige Linguistik-Doktorandin an der Uni Potsdam. Flip dürfte dank seiner umfangreichen Ausbildung an echten Einsätzen teilnehmen – „ich möchte es bei den reinen Wettkämpfen belassen“, sagt Sina Bosch. Dem WM-Titel vorangegangen waren ein Bronzerang bei der Deutschen Meisterschaft im Frühjahr.

Viele Kurse

Zum Angebot der Hundeschule Potsdam gehören Welpenkurse, Begleithunde- und Familienhundekurse sowie der Lehrgang „Nasenarbeit / Suchen / Stöbern“. Ein „Problemhundetraining“ kann ebenfalls gebucht werden. Geübt wird einzeln. Ziel sei es jeweils, aus Halter und Hund „ein glückliches Team zu formen“.

Regelmäßig werden Seminare zum Thema „Erste Hilfe am Hund“ offeriert.

Die Hundeschule Potsdam befindet sich im Industriegebiet zwischen Drewitz und Rehbrücke, Verkehrshof 7a. Infos im Internet unter www.hundeschule-potsdam.de

Trainingsmöglichkeiten für die Trümmersuche seien leider rar, erzählt Juliane Lange. „Klasse wäre ein Gelände mit Abbruchhaus oder etwas Ähnlichem“, sagt die Inhaberin der Hundeschule.
Die nächste Rettungshunde-WM gastiert 2015 in Dänemark. Als Titelträger sind Sina Bosch und Flip für die Teilnahme bereits gesetzt. Frauchen freut sich, dank der Wettkämpfe viel herumzukommen, und der schelmisch aussehende Vierbeiner über einen Ball zur Belohnung. „Mit einem dicken Knochen ist er nicht annähernd so zu begeistern.“

Von Ricarda Nowak

Potsdam Brisante Ansichten bei Juristentreffen an Uni Potsdam - Russische Juristen verteidigen Expansion

An der Universität Potsdam findet derzeit die dritte Woche des russischen Rechts statt. Zehn russische Juristen treffen dabei am Capus Griebnitzsee mit der Professorenschaft der Juristischen Fakultät zusammen. Souveränität muss im 21. Jahrhundert neu verhandelt werden. So das brisante Fazit des russischen Juristen Sergey S. Zenin.

17.10.2014
Potsdam Jann Jakobs soll Farbe bekennen - Streit um Pfingstberg-Zaun geht weiter

Die Bürgerinitiative Offener Pfingstberg fürchtet um die öffentlich zugänglichen Flächen. Die Bürgerinitiative hat nun Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) aufgefordert, den Vertrag, den die Schlösserstiftung mit Mathias Döpfner zu den Villen Henckel und Schlieffen geschlossen hat, für „nichtig“ zu erklären. Auch Andrea Wicklein (SPD) kritisiert Schlösserstiftung.

15.10.2014
Potsdam 80 Besucher bei Bürgerinformation - Containerdorf für Flüchtlinge in Bornim

Potsdam muss in diesem Jahr etwa 400 Flüchtlinge aufnehmen. Deshalb sucht die Stadt jetzt fieberhaft nach freien Plätzen. Bis zu 160 Menschen, insbesondere aus Syrien und dem Irak, sollen nun auf dem Gelände der Awo am Lerchensteig eine neue Bleibe finden. Interessierte Bürger konnten sich über das geplante Containerdorf informieren.

17.10.2014
Anzeige