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Potsdamer Schüler interviewen Bestsellerautor

Mit Jean Regnaud im Gespräch Potsdamer Schüler interviewen Bestsellerautor

Was seine Mama beruflich macht? Das weiß der kleine Jean nicht, denn sie ist verschwunden. Niemand traut sich, dem Jungen zu sagen, was wirklich passiert ist... Die Geschichte des französischen Bestsellerautoren Jean Regnaud hat die Mädchen und Jungen der 5a der Potsdamer Zeppelin-Grundschule begeistert. Jetzt haben sie Regnaud interviewt.

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Die Klasse 5a interviewte den in Paris lebenden Schriftsteller Jean Regnaud per Videoanruf.

Quelle: Nadine Fabian

Potsdam West. Zwischen Potsdam und Paris liegen nur ein paar Herzschläge – sehr schnelle Herzschläge, denn im Musikraum der Zeppelin-Grundschule sind am Freitagmorgen alle ganz schön aufgeregt. Die Mädchen und Jungen aus der 5a, ihre Klassenlehrerin Martina Wendland und auch Kathleen Plötner, die Mutter eines Schülers, die gleich übersetzen soll. Ein kurzes Flimmern auf der Tafel, schon ploppen dort rote und weiße Blumen auf, davor ein blasser Mann, mit breitem Lächeln. „Allooo! Bonjour! Guten Tag!“ Jetzt winkt der Mann, der daheim in Paris vor seinem Computer sitzt, den Kindern, die auf ihren Stühlen in Potsdam aufgeregt mit dem Po hin- und her rutschen, zu. „Bonjour! Bonjouuuuuur!“, ruft die Klasse. Die Chemie stimmt sofort.

Der Mann auf der Mattscheibe ist der französische Bestseller-Autor Jean Regnaud. Er hat mit dem Zeichner Emile Bravo die Comicerzählung „Meine Mutter ist in Amerika und trifft Buffalo Bill“ geschrieben, mit der er unter anderem den Deutschen Jugendliteraturpreis gewonnen hat. Jean Regnaud berichtet in dem Buch über das Leben eines Jungen, dem niemand die Wahrheit über seine seit Langem verschwundene Mutter sagt – es ist seine eigene Geschichte. Die Schüler haben das Buch, das der Förderverein der Schule im Klassensatz spendiert hat, im Unterricht gelesen. „Selbst Lesemuffel waren begeistert“, sagt Martina Wendland. „Viele Schüler haben das Buch zwei-, einige sogar dreimal gelesen und viele haben es sich für zu Hause gekauft.“

Dass die Kinder nun – Skype sei Dank – Jean Regnaud von Angesicht zu Angesicht gegenüber sitzen und mit ihm plaudern können, ist einem Brief zu verdanken, den sie ihm auf Anraten ihrer Lehrerin geschrieben haben. „Die Kinder hatten so viele Fragen, dass ich zu Jean Regnaud Kontakt aufgenommen habe. Er hat dann das Skype-Interview vorgeschlagen.“

Auf dieses Gespräch haben sich die Kinder gut vorbereitet. Jeder Schüler hat eine Karteikarte dabei, auf der seine Frage steht und auf der noch Platz ist, um die Antwort zu notieren. Die MAZ durfte lauschen – hier ein Interview-Auszug:

Wie lange schreiben Sie schon?

Schon als ich in Eurem Alter war, hab ich Geschichten geschrieben.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Ich bin aufs Land gefahren, um eine Geschichte über einen sehr kleinen Menschen, über einen Däumling zu schreiben. Aber wenn man schreibt, braucht man einen kleinen Funken Realität. Dann fiel mir ein, dass ich in meiner Kindheit selbst viel erlebt habe. Ich habe das Buch dann in vier Tagen geschrieben, weil es eigentlich schon in meinem Kopf war.

Gibt es irgendwann einmal einen zweiten Teil von „Meine Mutter...“?

Ich hab versucht, einen zweiten Teil zu schreiben, aber schnell gemerkt, dass der nicht so gut werden würde.

Wenn es einen zweiten Teil gäbe, wäre es schön, wenn unsere Klasse darin vorkommen würde.

Okay – dann komm ich nach Potsdam, um den Roman zu schreiben!

Was ist Ihr Lieblingsbuch?

Das sind „Ist das ein Mensch?“ von Primo Levi und „Robinson Crusoe“ von Daniel Defoe.

Macht Ihnen der Job Spaß?

Ja, viel Spaß. Ich liebe es, für Kinder zu schreiben. Es gibt nur zwei Arten, wie wir die Welt verändern können: Viele Kinder in die Welt setzen und für Kinder schreiben.

Von Nadine Fabian

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