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Potsdam Potsdamer Schule siegt mit Trennungsfilm
Lokales Potsdam Potsdamer Schule siegt mit Trennungsfilm
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16:02 05.02.2016
Film ab: Die Nachwuchs-Schauspieler- und Regisseure aus Potsdam. Quelle: Foto: privat
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Potsdam

Es ist wie im schlechten Film: Schon beim Frühstück keifen sie sich an und nachts, wenn man schlafen möchte, geht die Streiterei weiter: Mama blafft Papa an und der brüllt zurück. Den beiden Schwestern reicht es irgendwann. Sie packen ihre Sachen und nehmen Reißaus von ihrem Zoff-Zuhause. „Unsere Eltern trennen sich“, heißt der preisgekrönte Kurzfilm, den Kinder der Potsdamer Grundschule am Humboldt-ring gedreht haben. In 6:49 Minuten packen die Schüler der Klassen 4a und 4b ein Thema an, das viele Kinder betrifft und belastet: Die Eltern verstehen sich nicht mehr. Leidtragende sind oft die Kinder.

Artikel 9 der UN-Kinderrechtskonvention thematisierten die Grundschüler aus Zentrum-Ost in ihrem Kurzfilm für das zweite landesweite Kinderrechte-Filmfestival Ende Januar in Potsdam. Ein Kind hat das Recht, nach der Trennung der Eltern regelmäßigen Kontakt zu beiden Elternteilen zu haben. Oft läuft es anders, wie die Potsdamer Kinder in ihrem Streifen vorspielen: Die Mutter zieht aus, der Vater will den Töchtern den Kontakt mit ihr untersagen. Doch die beiden Ausreißer bringen die Eltern schließlich zum Nachdenken. „Ihr habt uns nie gefragt, wie wir das finden, dass ihr euch ständig streitet“, sagen die Mädchen, als sie von den Eltern wiedergefunden werden. Und dass sie nicht blind und taub seien und in einer Familie alle miteinander reden müssen – auch wenn sie nicht mehr zusammenleben.

Eine Erwachsenenjury zeichnete den Film aus

Die Erwachsenenjury, bestehend aus Kulturwissenschaftlerin Silke Güc und Johannes Domnick, Referent bei der Stiftung Bildung“, fand den Beitrag sehr gelungen. „Die Kinder träumen von der glücklichen Familie, aber die Wahrheit sieht ganz anders aus“, heißt es in der Filmbeschreibung. Als Preis gab es für die Schüler eine große Urkunde fürs Klassenzimmer – und jede Menge Erfahrung und Erlebnisse: Coaches gingen vor dem Festival in die 16 Brandenburger Teilnehmerklassen und erklärten den Kindern, wie es auf einem Filmset so zugeht, wie man ein Drehbuch schreibt und die Kamera am besten einstellt. Anschließend ging es mit verteilten Rollen an die Praxis: Die Schüler wurden zu Regisseuren, Kameraleuten und Schauspielern. Vorher wurde gemeinsam mit den Lehrern ausgiebig über das Thema Kinderrechte diskutiert.

„Herzlichen Glückwunsch“ heißt es auf der Homepage der Schule am Humboldtring. Richtig gefeiert wird der Erfolg dann sicher am Montag, wenn die Ferien vorbei sind.

Filme auf Youtube

400 Schüler aus 16 Brandenburger Grundschulklassen haben sich mit Kurzfilmen am zweiten Kinderrechte-Filmfestival beteiligt, das der Landesverband Kinder- und Jugendfilm Berlin (KiJuFi) organisiert.

Im Potsdamer Thalia-Kino waren die Filme am 28. und 29. Januar zu sehen. Eine Kinder- und eine Erwachsenenjury sowie die Zuschauer per Online-Voting vergaben nun die Preise.

Die anderen Gewinner kommen aus Mahlow, Wittenberge und Bernau.

Auf Youtube sind inzwischen auch online alle Filme abrufbar. Den Sieger-Film aus Potsdam findet man unter: https://www.youtube.com/watch?v=dl7A5vwI2og&feature=youtu.be&list=PLIpjyndC0f4am7KYGIV83baWK5QmJH23d

Von Marion Kaufmann

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