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Potsdam Potsdamer Seerose hat mexikanische Schwester
Lokales Potsdam Potsdamer Seerose hat mexikanische Schwester
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00:24 07.06.2015
Das „Oceanogràfic“ in Valencia ist das jüngste der weltweit drei „Seerosen“-Häuser. Quelle: Privat
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Potsdam

Das Schicksal des denkmalgeschützten Restaurants „Seerose“ an der Neustädter Havelbucht bewegt die Stadt. Kulturausschussvorsitzende Karin Schröter (Linke), die für einen denkmalgerechten Umgang mit dem bedeutendsten Bauwerk der Ost-Moderne in Potsdam plädiert, hat diesbezüglich kürzlich eine Kleine Anfrage an den Oberbürgermeister gestellt. Außerdem macht sich nun auch die Initiative „Mitteschön“ für das Traditionsbauwerk aus DDR-Zeiten stark. „Der Bau bedarf der gleichen denkmalpflegerischen Zuwendung wie ein Denkmal des preußischen Barock“, fordert Historiker und „Mitteschön“-Aktivist Willo Göpel.

Wie berichtet, stehen sich derzeit der Eigentümer der „Seerose“, der bekannte Gastronom Guido Greifenberg, und die Stadtverwaltung vor Gericht gegenüber. Die Verwaltung möchte, dass die Außenanlagen gemäß den Denkmalschutzvorgaben frei bleiben und dass Bauzaun, Einhausung für Gerätschaften und Heckenbepflanzungen verschwinden. Greifenbergs Anwalt Jörg Baumgart hält dagegen: Seiner Auffassung nach ist nur der Bereich der Seerose zum Wasser hin von der Unterschutzstellung betroffen.

Am Freitag wird der Fall wieder vor dem Potsdamer Verwaltungsgericht verhandelt. Diesmal geht es um die Beseitigung des Zaunes, der Einhausung und der Hecken auf der Freifläche rings um die „Seerose“, die 1983 von Ulrich Müther und Dieter Ahting errichtet wurde. Dass ausgerechnet die BI „Mitteschön“ – sonst eher für ihr Faible für Barock-Rekonstruktionen bekannt – sich nun den denkmalgerechten Erhalt der „Seerose“ auf die Fahnen schreibt, erscheint nur auf den ersten Blick erstaunlich. Historiker Göpel verweist auf die Architekturgeschichte Potsdams, in der stets fröhlich von internationalen Vorbildern abgekupfert wurde. Auch die DDR-Ikone „Seerose“ stehe somit „in der friderizianischen Tradition der internationalen Architekturzitate, mit denen Friedrich II. quasi einen Open-Air-Volkshochschulkurs in qualitätvollem Bauen in Potsdam initiierte, der bis heute seinesgleichen sucht“.

Denn auch das Bauwerk von Müther und Ahting an der Neustädter Havelbucht hat prominente Doppelgänger, erläutert Göpel: „Die Seerose ist eine an Potsdamer Verhältnisse angepasste Kopie von Félix Candelas Restaurant ,Los Manantiales’, das 1958 im mexikanischen Xochimilco errichtet wurde.“

Félix Candelas Restaurant ,Los Manantiales’ im mexikanischen Xochimilco. Quelle: Privat

Tatsächlich wirken die „Seerose“ und „Los Manantiales“ fast wie das doppelte Lottchen. Der Unterschied ist fast nur an der üppigen Vegetation neben dem mexikanischen Gastro-Tempel zu erkennen. Außerdem steht das mexikanische Vorbild direkt am Wasser. Architekt Félix Candela stammte ursprünglich aus Spanien. 1910 in Madrid geboren, emigrierte er nach dem spanischen Bürgerkrieg nach Mexiko. 1997 starb er in den USA, wo er zuletzt gelebt hatte. Candela galt als Meister des Betonschalenbaus für elegante, formal anspruchsvolle, leicht und kostengünstig zu konstruierende Einwölbungen. Sein 1950/1951 fertiggestellter „Pabellón de los Rayos Cósmicos“ („Pavillon der kosmischen Strahlen“) in Mexiko-Stadt war richtungsweisend für viele seiner weiteren Bauten.

Auch posthum entstanden Gebäude nach seinen Entwürfen. Weshalb die „Seerose“ und „Los Manantiales“ noch einen spanischen Drilling haben. Das „Oceanogràfic“ in Valencia ist mit seinen 110 000 Quadratmetern und einem Fassungsvermögen von 42 Millionen Liter Wasser der größte Aquariums-Komplex in Europa. Eröffnet wurde er 2003, also sechs Jahre nach Candelas Tod.

Von Ildiko Röd

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