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Potsdam Potsdams graue Eminenzen: Seniorenbeirat wird neu gewählt
Lokales Potsdam Potsdams graue Eminenzen: Seniorenbeirat wird neu gewählt
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01:15 02.03.2019
In Potsdam leben immer mehr Senioren – vor allem die Gruppe der Hochbetagten über 80 wächst. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

In der Landeshauptstadt leben immer mehr Senioren. Derzeit wohnen etwa 32 700 Menschen über 65 Jahre in Potsdam. Sie machen ein Fünftel der Einwohnerschaft aus – und ihr Anteil wird nicht nur weiter ansteigen, die Potsdamer Senioren werden auch immer älter. So wird die Anzahl der über 80-Jährigen – der Hochbetagten – bis zum Jahr 2035 von aktuell rund 9000 auf 14 700 Menschen ansteigen.

Die Region, in der ein älterer Mensch lebt, beeinflusst seine Gesundheit

„Um dieser wachsenden Bevölkerungsgruppe gerecht zu werden, möchte die Landeshauptstadt die Seniorenpolitik weiter in den Vordergrund rücken“, kündigt Maria Radzimanowski, Sozialplanerin im Rathaus, an. Die Kommune habe einen großen Anteil daran, den Potsdamern ein gutes Älterwerden zu ermöglichen. Auch das Interesse der Stadt daran sei groß, denn: „Die Region, in der ein älterer Mensch lebt, hat – unabhängig von dessen individueller Lebenssituation – Einfluss auf die Gesundheit, das subjektive Wohlbefinden, die soziale Integration und das freiwillige Engagement dieses Menschen.“

Die Neuwahl des Seniorenbeirat ist für den 3. September angesetzt

Eine wichtige Stimme in der Stadtpolitik ist der Seniorenbeirat, der im Zuge der Kommunalwahl neu zu besetzen ist. Die Wahl ist etwas später angesetzt: für den 3. September, wie der langjährige Vorsitzende Wolfgang Puschmann (79) auf Anfrage der MAZ mitteilt.

Wolfgang Puschmann (79) ist Vorsitzender des Seniorenbeirates der Landeshauptstadt und des Landes Brandenburgdes Seniorenbeirates des Landes Brandenburg. Quelle: Julian Stähle

Seit 1993 setzt sich in Potsdam ein Seniorenbeirat für die Interessen und gesellschaftlichen Belange älterer Menschen ein. „Der Potsdamer Beirat war der erste im Land Brandenburg, der in der Hauptsatzung einer Kommune verankert wurde“, so Puschmann. Er ruft dazu auf, möglichst viele Kandidaten zu benennen, denn zehn der aktuellen Mitglieder scheiden aus dem Ehrenamt aus. Ob er selbst noch einmal kandidiert, lässt Puschmann offen. Zunächst wolle er sich im  März erneut um den Vorsitz des Landesseniorenrats bewerben, wo er seit 2011 Mitglied und seit 2017 Chef ist.

Auch bei der Krampnitz-Planung mischt der Seniorenbeirat mit

Der Seniorenbeirat Potsdam hat in drei Ausschüssen der Stadtverordnetenversammlung einen ständigen Sitz und kann so bei den Themen Finanzen, Gesundheit, Soziales und Inklusion sowie Klima, Ordnung, Umwelt und ländliche Entwicklung mitreden. „Wir sind zudem mit der Pro Potsdam und der AG Stadtspuren im Gespräch“, so Puschmann. Auch in der Projektgruppe für das neue Stadtquartier in Krampnitz ist der Seniorenrat vertreten. „Wir sind aktiv“, so Puschmann. Allein auf den im Seniorenplan der Stadt formulierten guten Willen, verlässt sich der Beirat nicht.

„Wir Alten sind noch topfit. Wir wollen uns einbringen“

Im 2016 entwickelten Seniorenplan sind Ziele und Maßnahmen zur gesundheitlichen Versorgung, zum Wohnen und Zusammenleben sowie zu Kommunikation, Bildung, Begegnung und Arbeit im Ruhestand definiert – sie sollen bis 2020 umgesetzt werden. Dem Beirat geht das Papier allein allerdings nicht weit genug – er fordert, „ganz schnell“ auch einen Aktionsplan zu erarbeiten. Dennoch: „Der Seniorenplan bring zum Ausdruck, worum wir jahrelang gekämpft haben: dass Alter nicht mit Gebrechlichkeit gleichzusetzen ist“, so Puschmann. „Wir Alten sind noch topfit. Wir wollen uns einbringen und zu Veränderungen beitragen – und wir werden dranbleiben.“ So habe man gerade erst einen Brief an die Ministerin für Bauen zum Thema Wohnraumförderung geschickt. Weil die steigenden Mieten das drängendste Problem für Alte in Potsdam ist, bittet der Beirat, dass auch kleine Wohnungen unter 50 Quadratmeter unkompliziert und regelhaft gefördert werden können. „Gerade diese Wohnungen sind in Potsdam rar, aber bei Senioren und Studenten gleichermaßen gefragt. Das Wohn-Problem ist ein weites Feld, das wir nur gemeinsam bearbeiten können.“

Der Seniorenbeirat der Landeshauptstadt

Seit 1993 vertritt in Potsdam ein Seniorenbeirat die Interessen und gesellschaftlichen Belange älterer Menschen. Er versteht sich als unabhängige, von parteipolitischen, konfessionellen und verbandlichen Bindungen freie Interessenvertretung.

Die Hauptsatzung der Landeshauptstadt legt fest, wie der Seniorenbeirat gewählt wird und wie er zusammengesetzt sein sollte. Demnach wird der Beirat alle fünf Jahre gewählt. Die nächste Wahl findet im September 2019 statt.

Mindestens zwölf und höchstens 20 Mitglieder gehören dem Beirat an. Mitglied können Personen sein, die das 55. Lebensjahr vollendet und ihren Wohnsitz in Potsdam haben. Sie sind ehrenamtlich tätig.

Die Mitglieder werden auf Vorschlag von Organisationen und Vereinigungen, die auf dem Gebiet der Seniorenpolitik tätig sind – etwa Seniorenvereine, Seniorengruppen der Parteien, der Kirchen, von Wohlfahrtsverbänden, Alten- und Pflegeheimen und Seniorentreffpunkten – von den Stadtverordneten für durch Abstimmung benannt.

Im Seniorenbüro bietet der Beirat Sprechstunden zu Fragen des Wohnens im Alter an jedem 1. und 3. Donnerstag im Monat nach telefonischer Vereinbarung an. Generell ist das Seniorenbüro dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung geöffnet. Zu finden ist es in Haus 2 auf dem Verwaltungscampus (Eingang Jägerallee 2) in Raum 157. Telefonisch zu erreichen ist es unter 0331/2893436. nf

Von Nadine Fabian

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