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Potsdamer Straßenbahnnetz bald deutlich länger

Spatenstich am Montag Potsdamer Straßenbahnnetz bald deutlich länger

Das Straßenbahnnetz in Potsdam wird um 1100 Meter verlängert, die Tram soll künftig bis zum Campus am Jungfernsee fahren. Am Montag war Spatenstich für den neuen Abschnitt, die erste Bahn soll Ende Dezember 2017 über die neue Strecke rollen. Das Projekt kostet rund 7,5 Millionen Euro und hat historische Dimensionen.

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Symbolbild.

Quelle: MAZ

Potsdam. Ob die künftige Verlängerung der Straßenbahnlinie 96 im Volksmund bald den Beinamen „Jann-Jakobs-Tram“ trägt? Schließlich wird die 1100-Meter-Strecke zwischen Viereckremise und einer Wendeschleife nahe Hasso Plattners SAP-Campus am Jungfernsee fast vor die Haustür von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) reichen. Zum Fahrplanwechsel am 17. Dezember 2017 soll sie in Betrieb genommen werden.

Bequemer geht’s dann nicht für Jakobs, der im Sommer sein Haus in einem Neubaugebiet am Jungfernsee bezogen hat. Ruckzuck ist man von der Wendeschleife am Konrad-Zuse-Ring in der Stadt: Vier Minuten wird die Fahrt entlang der Nedlitzer Straße und den Roten Kasernen bis zur Viereckremise dauern. In 14 Minuten ist der Fahrgast am Platz der Einheit. Und die Strecke bis zum Hauptbahnhof kann innerhalb von 19 Minuten bewältigt werden. Die Haltestelle Viereckremise wird etwas in Richtung Biosphäre versetzt. Auf der neuen Strecke wird eine Haltestelle an der Georg-Hermann-Allee/Ecke Nedlitzer Straße eingerichtet. Ihr Name: Rote Kasernen. Die Endhaltestelle heißt Campus Jungfernsee. Autofahrern soll das Umsteigen auf die „Öffentlichen“ mit einem Park&Ride-Platz neben der Wendeschleife an der Nedlitzer Straße schmackhaft gemacht werden.

Spatenstich zur Tramverlängerung

Spatenstich zur Tramverlängerung: Von links: Martin Grießner (ViP),Horst Müller-Zinsius (Stadtwerke), Christian Erdmann (Stadtwerke), Oliver Glaser (ViP), Stadtpräsidentin Birgit Müller (Linke), Bürgermeister Burkhard Exner (SPD), Susanne Henckel (VBB) und OB Jann Jakobs (SPD).

Quelle: Bernd Gartenschläger

Gerüchte, dass sich der Oberbürgermeister mal eben seine Straßenbahn zum Privatvergnügen bauen lässt, können indes durch Fakten widerlegt werden. Denn die Pläne schlummern bereits seit Jahren in der Schublade: Schon als man zu Buga-Zeiten Anfang der 2000er Jahre die Linie 96 bis zur Viereckremise baute, wurde in einem Planfeststellungsverfahren festgelegt, dass es irgendwann eine Nordast-Verlängerung geben solle. 7,5 Millionen Euro wird das Vorhaben kosten, das historische Dimensionen hat: „Es ist die erste Streckenerweiterung der Straßenbahn im Land Brandenburg seit mehr als 15 Jahren“, betonte Jakobs am Montag beim ersten Spatenstich auf jener Matschfläche, die sich innerhalb eines Jahres in die Wendeschleife verwandeln soll.

Martin Grießner, kaufmännischer Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Potsdam GmbH (ViP), wies auf den enormen Bedarf hin: „Das größte Wachstum für den öffentlichen Personennahverkehr wird im Potsdamer Norden erwartet – wir gehen von einem Anstieg im Bornstedter Feld um 57 Prozent aus.“ Die Entwicklung der Einwohnerzahlen – erst kürzlich wurde in Potsdam die 170.000er-Marke geknackt – und die zu erwartende Entwicklung der ehemaligen Kaserne Krampnitz zu einem neuen Quartier mache die Fortschreibung des Nahverkehrsangebotes erforderlich: „Ein wichtiger Teil ist die neue Strecke zum Jungfernsee“, sagte Grießner.

Neben dem wachsenden Wissenschaftscampus soll auch der Gewerbe- und Wohnstandort am Jungfernsee von der Verkehrsanbindung profitieren. ViP-Geschäftsführer Oliver Glaser, in dessen Bereich die technischen Belange fallen, wies auf den großen Bedarf im Gebiet der Roten Kasernen hin. Künftig kommt man komplikationslos voran. „Da die Straßenbahn auf einem eigenen Gleiskörper unabhängig vom Autoverkehr fahren wird, entsteht eine schnelle Verbindung vorbei am Stau in der Hauptverkehrszeit“, so Glaser.

Der Abschnitt an der Nedlitzer Straße wird während der Sommerferien 2017 gebaut – sicher ein Härtetest für Autofahrer. Langfristig soll es aber keine Einbußen für sie geben. Die Fahrbahnen werden nicht zugunsten der Tramtrasse verengt, weil man diese schon im Planfeststellungsverfahren vorausschauend berücksichtigt hat.

Schipp, schipp, hurra – frei nach diesem Motto griffen die Honoratioren zur Schaufel für den ersten Spatenstich. Danach gab es eine Art Signierstunde, bei der die Stadtwerke-Interimschefs Horst Müller-Zinsius und Christian Erdmann, die VIP-Geschäftsführer Grießner und Glaser und Kämmerer Burkhard Exner (SPD) ihre Namen auf die Schaufeln schrieben. Die Autogramm-Spaten sollen zugunsten eines neuen Projekts des Vereins Historische Straßenbahn Potsdam versteigert werden, verriet Vereinschef Ivo Köhler: „Für einen Beiwagen zu unserem Lindner-Wagen aus dem Jahr 1907.“

Die neue Tram-Strecke

Gebaut werden in den nächsten zwölf Monaten 1125 Meter Strecke, davon 330 Meter eingleisig und 400 Meter Wendeschleife mit einem Aufstellgleis von 85 Metern Länge.

4750 Meter Schienen , 1800 Schwellen, vier Weichen und 50 neue Masten mit 2500 Metern Fahrdraht werden verbaut. Als Umweltmaßnahme wird ein großer Teil der Strecke als Rasengleis verlegt.

Die Baumaßnahmen finden zum Großteil auf einer eigenen Trasse statt.

Von Ildiko Röd

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