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Potsdamer Urgestein Horst Stahlberg wird 80

Tennis-Legende und Fußball-Trainer Potsdamer Urgestein Horst Stahlberg wird 80

Er kann von der kleinen Filzkugel nicht lassen und schwingt immer noch den Tennisschläger. Das Potsdamer Urgestein Horst Stahlberg feiert am Dienstag seinen 80. Geburtstag.

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„So schlägst du die Vorhand!“ Tennis ist auch ein Sport für ältere Semester. Horst Stahlberg demonstriert immer noch sein Können.

Quelle: Foto: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Bewege dich jeden Tag vielfältig und du bleibst quicklebendig. An dieses Motto hält sich Horst Stahlberg seit Kindesbeinen. Er nimmt keine Tabletten und war bis auf ein kleines Malheur noch nie krank. Am Dienstag wird das Potsdamer Urgestein, das sich vor allem als Tennis-Crack einen Namen gemacht hat, 80 Jahre alt.

Seine Pfiffigkeit brachte ihn zum weißen Sport. „Ich hatte auf dem einstigen Domizil am Obelisk gleich auf zwei Plätzen die Filzkugeln gesammelt. Meine Ambition kam erst, als der Tennislehrer zum Telefon musste. Da griff ich zum Schläger.“

Schlüsselerlebnis 1958 in Berlin im Duell mit von Cramm

Ein Schlüsselerlebnis gab’s 1958 auf der Anlage des LTTC Rot-Weiß Berlin. Stahlberg und der Ost-Berliner Herbert Schmidt versuchten beim internationalen Pfingstturnier im Doppel dem Südafrikaner Goy Koenig und Gottfried Freiherr von Cramm beizukommen, Vor allem der als „Tennisbaron“ berühmt gewordene von Cramm, obwohl schon 51 Jahre alt, erwies sich als unüberwindliches Hindernis. „Wir staunten, wie er die Bälle ,einklinkte’ und verloren 5:7, 3:6.“

36 Titel bei DDR-Meisterschaften

Der aus Niedersachsen stammende von Cramm , der von 1935 bis 1937 dreimal im Wimbledon-Finale stand, aber jeweils verlor, wurde zum großen Vorbild von Stahlberg. 1960 gewann er bei den internationalen Meisterschaften von Kairo mit der Dresdnerin Eva Johannes das Mixed-Turnier. Der Tennis-Baron betreute die DDR-Spieler, lud sie in ein Kairoer Hotel ein. Der Mentor und Stahlberg begegneten sich mehrmals bis zum Mauerbau. Nach dieser Zäsur konnte der Potsdamer sein Können nur noch im Ostblock demonstrieren. Er sammelte 36 Titel bei DDR-Meisterschaften, war neun Jahre lang die nationale Nummer eins, ehe er Anfang der siebziger Jahre von Thomes Emmrich abgelöst wurde. Stahlberg beherrschte mit seinen präzisen Schlägen oft die Konkurrenz. Er hat Siege über die Rumänen Ilie Nastase und Ion Tiriac sowie den späteren Wimbledon-Sieger Jan Kodes (CSSR) auf seinem Konto. Zum Arzt musste er nur einmal nach dem Bruch der Hand. Ein junger Schützling hatte ihn mit einem Ballwagen umgefahren. Tennis bleibt in der Familie. Enkelin Nadja ist in der U 16 die Nummer fünf in Deutschland.

Trainer der Fußballer von Motor Babelsberg

Zugute kam dem Jubilar stets die Vielseitigkeit. „Außer Skispringen und Eiskunstlauf habe ich wohl schon alles gemacht“, erzählt der Diplom-Sportlehrer. Der einstige Kreissportlehrer stellte acht Jahre lang zusammen mit Adi die Show „Mach mit, mach’s nach, mach’s besser“ auf die Beine und schrieb die Manuskripte für die Fersehsendungen.

Mehrfach trainierte der eloquente Mann die Fußballer von Motor Babelsberg, rettete zweimal den DDR-Liga-Klassenverbleib. „Er war ein großer Motivator und verbreitete totalen Optimismus“, erinnert sich Co-Coach Reinhard Dietrich.

Stahlberg geht fünfmal in der Woche in seinen Fitnessraum in Neu-Fahrland und schlägt auch in der neuen Anlage des Potsdamer TC Rot-Weiss am Bahnhof Rehbrücke auf die Filzkugel. „Die Halle ist ein Tempel geworden“, schwärmt er und macht Vereinschef Heinz-Hermann Schulte-Loh für dessen Unermüdlichkeit beim Aufbau ein Kompliment.

Geburtstagstrubel gibt es nicht bei Stahlberg. Das Reiseziel per Flieger verrät Ehefrau Margrit erst kurz vor dem Abflug.

Von Detlef Braune

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