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Potsdam Erfolg bei Test mit autonomer Tram in Potsdam
Lokales Potsdam Erfolg bei Test mit autonomer Tram in Potsdam
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01:15 28.02.2019
Die fahrerlosen Trams sollen in diesem Jahr noch viel lernen. Quelle: Siemens AG
Potsdam

Bei den weltweit ersten Versuchen mit selbstfahrenden Straßenbahnen im vergangenen Herbst in Potsdam ist alles gut gegangen. Das teilt das verantwortliche Unternehmen Siemens auf MAZ-Anfrage mit. Die Zukunftstechnologie ist demnach zwar noch weit von der Serienreife entfernt, die Testfahrten mit der fahrerlosen Tram sollen aber ausgeweitet werden. Der Versuch habe deutlich gemacht, „dass die technischen Voraussetzungen vorhanden sind und mit einer stufenweisen Einführung des assistierten und autonomen fahren begonnen werden kann“, so ein Unternehmenssprecher.

Vier Tage lang hatte die Combino-Bahn ein sechs Kilometer langes Teilstück des Potsdamer Streckennetzes befahren. Fahrgäste durften aus Sicherheitsgründen nicht mitfahren. Dabei habe sich die Test-Tram plangemäß verhalten, heißt es bei Siemens: „Das Versuchsfahrzeug funktionierte bereits sehr zuverlässig.“ Es hat sich demnach an die Geschwindigkeitsvorgaben gehalten, zentimetergenau angehalten, das Tempo der Verkehrslage angepasst und in kritischen Situationen die anderen Verkehrsteilnehmer gewarnt oder notfalls bis zum Stillstand abgebremst.

Andere Teststrecken geplant

Eine gute Basis, findet das Unternehmen. In diesem Jahr sollen die Testfahrten fortgesetzt werden, das System soll nun auf anderen Strecken und bei automatisierten Depotfahrten beweisen, dass es seine gelernten Fähigkeiten auch anwenden kann. Zudem ist die Optimierung der Sensorik auf unterschiedliche Umgebungsbedingungen, etwa diffuses Licht und wechselnde Witterung, geplant.

Ein Fahrer war während der Testfahrten übrigens immer dabei, er hätte notfalls jederzeit eingreifen können. Quelle: Rainer Schüler

Allerdings ist in absehbarer Zeit nicht damit zu rechnen, dass die neue Technologie außerhalb einer Teststrecke oder mit Fahrgästen zum Einsatz kommt. „Das Forschungsprojekt, das wir in Potsdam gezeigt haben, ist noch weit von einem kommerziellen Einsatz entfernt – technisch wie regulatorisch“, sagt der Siemens-Sprecher.

Es sei Spekulation, einen Zeitpunkt für die Serienreife anzugeben, für den absolut zuverlässigen Einsatz im Straßenverkehr seien noch zahlreiche Hürden zu nehmen: Das Fahrzeug und seine Steuerungssoftware müssen noch lernen, die wechselnden und äußerst komplexen Verkehrssituationen und die unendlich vielen Kombination aus möglichen Szenarien zu erkennen und korrekt zu analysieren. Für eine solche Entwicklung autonomen Fahrens sind immense Lernprozesse der Technik und die Entwicklung spezieller Verkehrs-Algorithmen nötig.

Automatisierter Depotbetrieb denkbar

Dennoch hat der Test Auswirkungen, wie Siemens mitteilt. So sollen die Ergebnisse des Projekts kurz- und mittelfristig in neue, serienreife Funktionen für Fahrassistenzsysteme einfließen. Darüber hinaus werden schon in den kommenden Jahren erste Zwischenstufen des automatisierten Betriebs realisiert. Denkbar sei zum Beispiel ein automatisierter Depotbetrieb, bei dem die Trams die letzten Meter in ihre Garagen ohne Fahrer zurücklegen. Auch auf Streckenabschnitten mit einem abgetrennten Gleis wäre das schon denkbar. Die Vorteile: Das autonome Fahren soll für Sicherheit, Pünktlichkeit, mehr Verfügbarkeit und Energieeinsparung sorgen, gleichzeitig weniger Unfälle verursachen, den Verschleiß an den bahnen und damit auch die Reparaturkosten senken.

Ganz allein war die Tram während der Testfahrten übrigens nicht auf der Straße: Ein Fahrer der Verkehrsbetriebe befand sich in der Fahrerkabine. Er hätte jederzeit ins Geschehen eingreifen und die Notbremse ziehen können.

Von Saskia Kirf und Rainer Schüler

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