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Potsdamer Wassertaxi feiert Jubiläum

Eine schwimmende Erfolgsgeschichte Potsdamer Wassertaxi feiert Jubiläum

Seit zehn Jahren schippern in Potsdam Wassertaxis über die Havel – die Zahl der Passagiere ist kontinuierlich gestiegen, vor allem Radfahrer nutzen den Service gern. Doch eine wirkliche Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr scheiterte bisher.

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Potsdamer Wassertaxi vor der Heilandskirche Sacrow.

Quelle: Weiße Flotte

Potsdam. Kopenhagen, Venedig, Sydney, New York. Großflächige Wasserstraßen ziehen sich durch alle diese Städte. Und dank eines speziellen Beförderungsservices ist das kühle Nass dort kein unüberwindbares Hindernis, sondern Teil des Verkehrsnetzes. Auch Potsdam reiht sich in die Riege der ausgeklügelten Über-Wasser-Beförderungsstrategien ein und feiert damit nun ein Jubiläum: Seit zehn Jahren bringen Wassertaxis Einwohner und Touristen in der Landeshauptstadt von A nach B.

„Unser erstes Wassertaxi war klein und alt. Niemals hätten wir damals gedacht, dass sich alles so gut entwickeln würde“, sagt Jan Lehmann, Geschäftsführer der Weißen Flotte, die die Wassertaxis in Potsdam betreibt. Als das erste Taxi 2007 über die Havel schipperte, gab es zwar viele Anlegestellen in der Landeshauptstadt, doch genutzt wurden diese kaum. „Potsdam ist eine Stadt am Wasser. Die Wasserstraßen wurden allerdings nicht als solche wahrgenommen. Das wollten wir mit den Wassertaxis ändern“, so Lehmann.

Die Rechnung ging auf. Schnell kamen zwei weitere Taxis hinzu, denn die Zahl der Passagiere stieg von Jahr zu Jahr. 2007 waren es noch rund 15 000 Fahrgäste, die das Taxi-Angebot der Weißen Flotte nutzten, 2008 verdoppelte sich die Zahl nahezu auf rund 28 000. Im vergangenen Jahr zählte das Schifffahrtsunternehmen 40 000 Passagiere in den Wassertaxis. Auch die Fahrradfahrer kamen im Laufe der Jahre immer mehr auf den Geschmack: Vor zehn Jahren beförderten die Kapitäne der Taxis noch 2500 Drahtesel über das Wasser, 2016 waren es dagegen 6500.

13 Taxi-Anlegestellen zwischen Sacrow und Templin

Vor allem Potsdamer steuern die 13 Taxi-Anlegestellen zwischen Sacrow und Templin an, Touristen sind in der Unterzahl. „Wir haben viele Fahrgäste, die in Sacrow einen Garten haben oder am Forsthaus Templin etwas trinken wollen“, berichtet Geschäftsführer Lehmann. Doch es gebe zwischendurch auch immer wieder Reisende, die mit dem Koffer in der Hand zum Seminar ins Hotel fahren.

Mit den Preisen des Öffentlichen Nahverkehrs kann das Wassertaxi hingegen nicht konkurrieren. So kostet eine Kurzstrecke über zwei Stationen sechs Euro. Zuschüsse von Stadt oder Land für den Betrieb der schwimmenden Gefährte gibt es nicht. „Wir streben schon an, in Zukunft besser mit dem Öffentlichen Personennahverkehr vernetzt zu werden“, sagt Jan Lehmann. „Wenn beispielsweise der Bus in Sacrow gerade weg gefahren ist, könnte man doch sagen, da gibt es noch das Wassertaxi.“ Entsprechende Signale seitens der Stadt blieben bislang jedoch aus. „Es ist zu kurz gedacht, das Wassertaxi nicht als Alternative zu anderen Verkehrsmitteln zu sehen. Denn bei nur zwei Brücken in Potsdam gibt es oft Stau“, so Lehmann.

Wassertaxi will in diesem Jahr 50 000 Fahrgäste befördern

Neben der Einbindung in den Öffentlichen Personennahverkehr hat sich der Geschäftsführer der Weißen Flotte für die Zukunft noch weitere Ziele gesteckt. So will er in den nächsten drei Jahren bei den Passagieren die Marke von 50 000 knacken. Auch eine schrittweise Umstellung auf elektrobetriebene Wassertaxis ist angedacht.

Und konkrete Neuerungen für die gerade begonnene Wassertaxi-Saison gibt es außerdem: So sind die schwimmenden Gefährte ab sofort mit Steckdosen ausgestattet, damit E-Bikes während der Fahrt aufgeladen werden können.Außerdem soll die Anlegestelle an der Neustädtischen Havelbucht behindertengerecht umgebaut werden. Derzeit kann sie nicht angefahren werden. Anwohner der dortigen Seniorenresidenz hatten um einen rollstuhlgeeigneten Anlegesteg gebeten.

Saisonbeginn mit festem Fahrplan

Drei verschiedene Wassertaxis befördern in Potsdam Passagiere über die Havelgewässer.

Die Wassertaxis fahren nach einem festen Fahrplan und steuern 13 Stationen an. Dazu zählen der Park Glienicke, die Schiffbauergasse und das Kongresshotel am Templiner See.

Die Saison für die Wassertaxi-Touren hat am 25. März begonnen und geht bis zum 29. Oktober.

Weitere Infos unter www.potsdamer-wassertaxi.de

Von Anne Mareile Walter

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