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Potsdamer Wehr trauert um verunglückte Kollegen

Nach Unfall auf der A 2 Potsdamer Wehr trauert um verunglückte Kollegen

Die Einheit des verunglückten Sebastian K. bei der Berufsfeuerwehr Potsdam kehrt am Donnerstag wieder in ihre Schicht zurück. Am Dienstag starb der 38-Jährige bei einem Einsatz auf der Autobahn 2. Die Stimmung in der Truppe ist bedrückt.

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Potsdams Feuerwehrchef Wolfgang Hülsebeck organisiert Gesprächsmöglichkeiten für die Kollegen.

Quelle: Foto: B.G.

Potsdam. Am Donnerstag kehren rund 30 Kollegen bei der Berufsfeuerwehr Potsdam das erste Mal nach vier freien Tagen wieder zu ihrer Schicht zurück. In verschiedenen Einheiten wechseln sich die Kollegen im 24-Stunden-Schichtsystem in der Wache ab. Doch ein Platz in dieser Einheit, die am Morgen an ihre Dienststelle zurückkehrt, bleibt leer: der von Sebastian K.

Bei dem tragischen Verkehrsunfall, der sich am frühen Dienstagmorgen auf der Autobahn A2 bei Netzen (Potsdam-Mittelmark) ereignete, verunglückten zwei Feuerwehrleute im Einsatz mit der freiwilligen Feuerwehr Lehnin, die zu einem Auffahrunfall ausrückte. Unter den Opfern war der 38-jährige Sebastian K., der bei der Potsdamer Berufsfeuerwehr arbeitete und gleichzeitig Gemeindewehrführer in Kloster Lehnin war. „Wir sind alle tief betroffen“, sagt Potsdams Feuerwehrchef Wolfgang Hülsebeck. „Wir sind eine Feuerwehrfamilie und haben auch den Tod des anderen Kollegen mit großer Bestürzung aufgenommen.“ So etwas sei kein Feuerwehralltag, betont der langjährige Leiter, der seit 1976 Dienst in der Potsdamer Feuerwehr leistet. Verletzungen würden zwar schon mal im Einsatz vorkommen, erläutert Hülsebeck, aber „an einen solchen Unfall mit Todesfolge kann ich mich in meiner Zeit in Potsdam nicht erinnern.“

Krisengespräche für die Kollegen

Dass Berufsfeuerwehrleute auch bei der freiwilligen Feuerwehr arbeiten, ist keine Seltenheit. „Das fördern wir sogar. Viele kommen von der freiwilligen Feuerwehr und bewerben sich dann bei uns. Es ist wichtig, das Wissen weiterzugeben. Wir verstehen uns als eine Einheit.“ Bei dem Einsatz seien keine weiteren Feuerwehrleute der Berufsfeuerwehr Potsdam dabei gewesen, sagt Hülsebeck. Derzeit wird für die Kollegen ein Notfallseelsorger sowie ein Einsatznachsorgeteam organisiert, bei dem die Feuerwehrleute das Ereignis professionell aufarbeiten können. Aktuell läuft außerdem noch die Einsatzauswertung. „Die Feuerwehrleute sind alle so trainiert, dass sie vorsichtig vorgehen, um auf ihre Gesundheit zu achten und ihr Wohl zu schützen. Aber leider spielt ein Quäntchen Zufall manchmal eine Rolle.“

Anteilnahme im Netz

Die Berufsfeuerwehr verliere mit Sebastian K. einen erfahrenen, hochgeschätzten und geachteten Kollegen. „Es ist menschlich ein großer Verlust“, sagt Hülsebeck. Der Familienvater war früher als Bundeswehrsoldat in Auslandseinsätzen im Kosovo und Afghanistan. Auch im Netz nehmen die Menschen Anteil an dem tragischen Unglück. So schreibt ein Nutzer: „Mein tiefstes Mitgefühl an die gesamte Truppe und die Angehörigen! Ich wünsche allen viel Kraft für die folgende Zeit.“ Ein anderer schreibt: „Unsere Gedanken sind bei Euch, und bei den Familien der Kameraden, die Ihr Leben auf der A 2 verloren haben.“

Lange hatten die Verantwortlichen überlegt, ob der Tag der offenen Tür bei der Potsdamer Feuerwehr diesen Samstag überhaupt stattfinden soll, so Hülsebeck. Um den Verunglückten zu gedenken und sie zu würdigen, wird es nun eine Schweigeminute geben. Die Besucher können sich zudem in ein Kondolenzbuch eintragen.

Spenden für die Hinterbliebenen

Sebastian K. (38) war als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Kloster Lehnin bei dem Unfall am Dienstag auf der A 2 bei Netzen im Einsatz.

Ein Sattelzug prallte kurze Zeit später gegen ein Feuerwehrauto an der Unfallstelle. Dieses kippte um und begrub Sebastian K. und einen Kollegen (23) unter sich. Beide starben.

Der Landesfeuerwehrverband hat ein Spendenkonto zur Unterstützung der Hinterbliebenen eingerichtet:

Landesfeuerwehrverband Brandenburg e.V.

VR Bank Lausitz eG

IBAN: DE 17 1806 2678 0001 1211 20

Betreff: Einsatz auf A 2

Von Anne Knappe

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