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Potsdamer bauen Deutschen Pavillon mit

Expo 2017 in Kasachstan Potsdamer bauen Deutschen Pavillon mit

Ob Pariser Autosalon, BMW-Jubiläum in der Münchener Olympiahalle oder die Elbphilharmonie – das Potsdamer Planungsbüro „adhoc“ spielt ganz vorne mit, wenn es darum geht, Veranstaltungen zu planen und auszustatten. Jetzt hat das Team um Malte Joergens mitgeholfen, ein Stück kasachischer Steppe in eine Wissens- und Erlebniswelt zu verwandeln.

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Adhoc-Chef Malte Joergens (r.) und Mitarbeiter Tobias Nievelstein auf der Expo-Baustelle.

Quelle: Privat

Potsdam/Astana. Deutschland hat den Größten – nach den Kasachen, aber die sind ja auch Gastgeber. Auf knapp 1250 Quadratmeter erstreckt sich der Deutsche Pavillon auf der Expo 2017. Dass Deutschland auch den Interessantesten hat, dafür hat auch das Potsdamer Planungsbüro „adhoc engineering GmbH“ gesorgt – dafür, dass der Deutsche Pavillon mehr ist als eine Messehalle. Wenn also die Weltausstellung in Astana am heutigen Abend in Gegenwart des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew und weiterer Staatschefs eröffnet wird, knallen auch 4000 Kilometer weiter westwärts die Korken.

Andere Arbeitsbedingungen in Kasachstan

Malte Joergens – 45, Hamburger Jung’, Wahlpotsdamer, verheiratet, Vater zweier Söhne – ist Geschäftsführer der „adhoc engineering GmbH“. Seit die Arbeitsgemeinschaft, zu der „adhoc“ gehört, im Juni 2016 vom Bundeswirtschaftsministerium den Expo-Zuschlag erhalten hat, ist er mit seinem Team nahezu ununterbrochen auf kasachischer Mission. Dafür haben er und seine Leute – darunter Ingenieure, Veranstaltungsmeister, technische Planer, Szenografen, Designer und Projektmanager – nicht nur am heimischen Schreibtisch getüftelt. Immer wieder ist eine „adhoc“-Gesandtschaft auch nach Osten aufgebrochen, um dabei zu sein, wenn aus einem Stück Steppe eine gigantische Wissens- und Erlebniswelt wird. Joergens und sein Team haben sich im kasachischen Winter die aus Nordsibirien hereinrauschenden Winde um die Ohren wehen lassen, haben im Frühjahrsnieselregen geflucht und in sengender Sonne geschwitzt. Wie das Arbeiten in Kasachstan so ist? „Anstrengend!“, sagt Joergens. „Wir arbeiten ohne freie Tage und teilweise bis zu 15 Stunden am Tag. Die Arbeitsbedingungen sind mit den uns bekannten nicht vergleichbar. In unserem Job muss man einfach Lust haben, sich auf außergewöhnliche Situationen und neue Menschen einzulassen.“

Die Expo 2017 steht unter dem Motto „Energie der Zukunft: Die Bewältigung der größten Herausforderung der Menschheit“. Die Potenziale erneuerbarer Energien, Einblicke in die Stadt der Zukunft und eine faszinierende Energy-Show: Der Deutsche Pavillon soll den Besuchern eine packende Mischung aus Informationen und Unterhaltung bieten. Das Konzept dafür stammt von der Arbeitsgemeinschaft „insglück, gtp2 architekten und mac“. Die technische Projektleitung, die Koordination der Exponatsteuerung, die Licht-, die Audiogestaltung und die Medientechnikplanung liegen in den Händen von „adhoc“. „Bis zu 14 Mitarbeiter waren mit dem Projekt Expo beschäftigt“ sagt Joergens. „Die Arbeiten sind nun in den letzten Zügen. Der Pavillon ist bereits übergeben, er wird nur noch gereinigt und hier und da wird Farbe nachgemalert.“

Auftrag erfüllt? Ab in den Flieger und zurück nach Hause? Von wegen! Noch ist die kasachische Mission nicht erledigt, noch können sich die Potsdamer nicht zurücklehnen, denn „adhoc“ zeichnet auch für die große Eröffnungszeremonie verantwortlich. Gerade laufen die Proben für das Spektakel. „Bei der Eröffnungsveranstaltung sind wir ein riesiges Team von mehr als 200 Personen, die aus aller Herren Länder – vornehmlich aus Russland und dem Baltikum – kommen“, sagt Malte Joergens. „Das bringt natürlich Sprachbarrieren mit sich.“ Die dürften für „adhoc“ allerdings leicht zu nehmen sein, hat die Firma doch bereits etliche Fähnchen auf der Weltkarte setzen können: in Barcelona und Sevilla, in Tokio und Peking, in Dubai und Taschkent, in Athen, Lissabon, Miami, Vancouver...

Vor 15 Jahren von Guido Leiting in Köln gegründet, arbeitet „adhoc“ seit zweieinhalb Jahren auch von Potsdam aus, gestaltet, plant und realisiert Veranstaltungen, Messeauftritte und andere Events – „egal, wie groß oder klein“, sagt Malte Joergens und stapelt tief. Etliche Schmuckstücke hat „adhoc“ im Portfolio. So hat die „adhoc“ zuletzt Opel beim Pariser Autosalon glänzen lassen, hat das 100. BMW-Jubiläum in der Münchener Olympiahalle ausgerichtet und betreut seit Jahren die Jazz-Open in Stuttgart.

Mitarbeit an der Elbphilharmonie

Spätestens seit der Elbphilharmonie aber ist „adhoc“ in den Superlativ aufgestiegen. „Das war schon ein Geschenk, als ich den Auftrag erhielt“, sagt Joergens. Lange nach den Querelen um Kostensteigerungen und Bauverzögerungen hatte „adhoc“ den Zuschlag für die Qualitätssicherung der Installation für die Medientechnik und das szenische Licht im Konzertbereich erhalten. „Ich habe immer noch ein Glitzern in den Augen, wenn ich daran denke“, sagt Joergens. „Endlich hat Hamburg ein Wahrzeichen.“ Bereits Ende Februar 2017, weniger als vier Monate nach der Eröffnung, zählte die Plaza der Philharmonie ihren Millionsten Besucher. Das Komitee in Astana rechnet mit fünf Millionen Expo-Gästen. Zahlen, die an Malte Joergens abperlen. Die Aufregung halte sich in Grenzen. Vergangenes Jahr allerdings wurde auch Joergens mal nervös: Er hatte sich bereit erklärt, an der Grundschule der Söhne die Tontechnik fürs Schulmusical zu betreuen – pures Adrenalin.

Tradition der Weltausstellung

Die Weltausstellung Expo 2017 findet vom 10. Juni bis 10. September in der kasachischen Hauptstadt Astana statt. Sie steht unter dem Motto „Energie der Zukunft: Die Bewältigung der größten Herausforderung der Menschheit“.

Neben Deutschland beteiligen sich rund 100 Nationen, Organisationen und Unternehmen an der Expo.

Der Deutsche Pavillon wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie von der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) organisiert und hat die Energiewende „Made in Germany“ zum Thema. Vorgestellt werden innovative Lösungen und Verfahren aus den Bereichen Solarenergie, Windkraft, Geothermie, Biomasse und Wasserkraft.

Die erste Weltausstellung wurde auf Anregung Prinz Alberts 1851 im Londoner Hyde Park abgehalten. Dort errichtete Joseph Paxton eigens für die Veranstaltung den Crystal Palace, einen Palast aus Eisen und Glas. Die ersten Ausstellungen vereinigten die Welt unter dem großen Dach eines einzigen Gebäudes.

Mit der Ausstellung 1867 in Paris konnte der Platzbedarf so jedoch nicht mehr gedeckt werden, wodurch man sich gezwungen sah, für die teilnehmenden Länder separate Pavillons zu errichten. Dieses Konzept der Länderpavillons hat sich bis heute gehalten.

Die bislang letzte Weltausstellung in Deutschland war die Expo 2000 in Hannover. Davor hatte es bereits vier Weltausstellungen in Deutschland gegeben, drei in Berlin und eine in München.

2020 soll die Expo in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) stattfinden. Thema: „Connecting Minds, Creating the Future.“

Von Nadine Fabian

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