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Potsdamer erobert den Zuckerhut

Mit dem Rad durch Südamerika Potsdamer erobert den Zuckerhut

Am Sonnabend noch in Rio de Janeiro, am 13. September in Salvador da Bahia. Dazwischen 1.880 Kilometer, die der Potsdamer Thomas Kühnl mit dem Rad zurücklegen wird. Bereits seit Monaten bereist er Südamerika - ein mutiges Unterfangen, das nicht nur Zuckerschlecken ist.

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Der Zuckerhut in Rio de Janeiro (Brasilien).

Quelle: Thomas Kühnl

Thomas Kühnl muss sich sputen. Am 13. September will der Potsdamer Weltenbummler, der seit einem Jahr Südamerika abradelt und den deutschen Fußball-WM-Sieg im brasilianischen Curitiba erlebt hat, in Salvador da Bahia sein. Denn dann will er Brasilien verlassen, der Flug nach Bogota (Kolumbien) ist bereits gebucht.

Bis Samstag weilte Thomas noch in Rio - eine ganze Woche lang! "Hänge irgendwie fest", schreibt er noch am Vortag. Vielleicht wollte er Kraft tanken nach einer anstrengenden Zeit. Denn bis er Anfang August Rio erreicht hatte, war der 49-Jährige tagelang durch Regen geradelt, immer an der Küste entlang, rund 100 Kilometer täglich. "Extrem anstrengend" selbst für Thomas, der schon 14.000 Rad-Kilometer auf südamerikanischem Boden in den Beinen hat.

Anfang August dann endlich Sonnenschein - und Rio! An der Copacabana entlang unter tausenden Radlern, Joggern und Spaziergängern. Er habe noch nie so viel Körper- und Sportkult erlebt wie in Brasilien: "Jeder treibt Sport, selbst nachts am beleuchteten Strand", so Thomas. In Rio sei sowieso der wichtigste Weg der zum Beach.

Sonnenuntergang in Rio de Janeiro.

Quelle: Thomas Kühnl

Nicht so für Thomas, der kein Wasser mag. Als ihm am ersten Tag in Rio sein iPod samt vieler schöner Fotos gestohlen wird und er für den Kauf eines neues Gerätes auf einen Schlag 400 Euro los ist ("Die Steuern auf Elektronik sind hier hoch"), tröstet er sich mit einem Ausflug auf den Zuckerhut. Bei Sonnenuntergang genießt er den Blick auf die beleuchtete Stadt und den Corcovado. Dieser Berg trägt Rios zweites Wahrzeichen, die berühmte Jesus-Statue Cristo Redentor (dt. Christus der Erlöser).

Blick auf den Cristo Redentor, das berühmte Wahrzeichen Rios.

Quelle: Thomas Kühnl

Der Verlust seines iPods ist für Thomas das Schlimmste, was ihm während seiner gesamten Amerika-Zeit geschehen ist. Doch trotz der "extremen Gastfreundschaft", trotz der wundervollen Natur und der aufregenden Städte ist diese Reise kein Zuckerschlecken. Sein Körper leide schon sehr, so Thomas ("Leider wird der Bauch nicht kleiner.), und nach 1000 Stunden auf dem Rad sei es schwer, sich zu motivieren. Immer wieder anstrengend sei auch die Suche nach einem sicheren und preiswerten Schlafplatz, um dann "oft schlecht zu schlafen".

Zudem ist nach einer so langen Auszeit von seinem Job als Lehrer für Sport und Geografie die Reisekasse nicht mehr allzu gut gefüllt, und er freut sich immer, wenn er Unterstützung erhält. Den Flug am 13. September nach Bogota zum Beispiel hat ihm der JoJo Trekkingladen in Potsdams Gutenbergstraße gebucht, wenn er ihn auch selbst bezahlen muss.

Was Thomas an zu Hause vermisst? "Ich vermisse meine Tochter. Ich vermisse gute Schokolade, einen Rotwein, der bezahlbar ist, eine Badewanne, Abende mit Freunden bei nicht tiefsinnigen Gesprächen."

Trotz der Einsamkeit und der Anstrengungen radelt Thomas weiter, immer weiter. Noch immer trägt er "geheime Pläne" in sich, die er verwirklichen will. Aber eines steht fest: Am 13. Dezember dieses Jahres will er wieder heimatlichen Boden unter den Füßen haben.

Urlaubsgrüße nach Brandenburg

Frühstück an einer Tankstelle irgendwo vor Rio de Janeiro.

Quelle: privat

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Von Maria Kröhnke

 » MAZonline verfolgt Thomas' Reise. Kurz vor dem Fußball-WM-Finale haben wir ihn abgefangen. Unter reisen-mit-und-ohne-rad.de hält er seine Bekannten und alle Neugierigen auf dem Laufenden.

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