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Potsdamer wütend über Blitz-Warnstreik

Verkehrsbetriebe konnten Fahrgäste nicht rechtzeitig informieren / Arbeitgeberverband: Ausstand war nicht nötig Potsdamer wütend über Blitz-Warnstreik

Ein Warnstreik legte gestern Morgen den öffentlichen Nahverkehr in Potsdam und dem Umland lahm. Vom Dienstbeginn um 3 Uhr an blieben Busse und Bahnen bis 8.45 Uhr in den Depots.

Zu dieser Aktion hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen, die derzeit mit verschiedenen Verkehrsgesellschaften im Land Brandenburg über eine Tarifanhebung für die Beschäftigten verhandelt (MAZ berichtete).

Besonders verärgert waren die Verkehrsbetriebe und die Fahrgäste darüber, dass Verdi den Streik erst in den späten Abendstunden des Vortages angekündigt hatte. So konnten der Verkehrsbetrieb in Potsdam (Vip) und die Havelbusgesellschaft (HVG) ihre Kunden nicht mehr rechtzeitig über die Auswirkungen informieren. Unter den Fahrgästen mischten sich Verständnis und Empörung gegenüber dem Ausstand.

„Wir haben die Information erst am Donnerstagabend erhalten und sofort kurz nach 21 Uhr über unsere elektronischen Haltestellenanzeigen und auf unserer Webseite an unsere Kunden weitergegeben“, sagt Vip-Geschäftsführer Martin Grießner. Die Straßenbahnen ließen sich nicht ersetzen, weil auch die Busse des Vip und der HVG bestreikt wurden. Das gesamte Fahrpersonal hatte die Arbeit niedergelegt. Ab 10.30 Uhr sei wieder der normale Verkehr geflossen, so Vip-Sprecher Stefan Klotz. Der mögliche Schaden bei den Fahrgeldeinnahmen lässt sich laut Grießner noch nicht beziffern. Beim Kundendienst seien gestern vermehrt Beschwerden eingegangen.

Die Havelbus GmbH konnte nur Fahrgäste in Werder und Teltow erreichen, weil nur dort elektronische Anzeigen stehen. „Es ist besonders schlimm, dass sich Verdi gerade den letzten Schultag dafür ausgesucht hat. Wir konnten viele Schüler nicht zur Zeugnisausgabe bringen“, sagt HVG-Geschäftsführer Dieter Schäfer. Kritik kam auch vom Kommunalen Arbeitgeberverband Brandenburg. Dessen Geschäftsführer Klaus-Dieter Klapproth sagte: „Es besteht überhaupt keine Not, Warnstreiks auf dem Rücken der Bevölkerung auszutragen.“

Die Gewerkschaft hat angekündigt, weitere Warnstreiks im ländlichen Raum frühzeitiger bekanntzugeben. Das sei auch im städtischen Bereich möglich. Voraussetzung sei aber, dass die Arbeitgeber keine Streikbrecher organisieren. Verdi-Verhandlungsführer Jens Gröger war gestern nicht zu erreichen.

Bei den Tarifverhandlungen fordert die Gewerkschaft rund sechs Prozent mehr Gehalt innerhalb eines Jahres für die Beschäftigten, verbunden mit einer Arbeitszeitverkürzung. Die Arbeitgeber dagegen bieten zwar rund 9,8 Prozent mehr Lohn, allerdings bei einer Laufzeit von dreieinhalb Jahren. (Von Clara Billen

und Heinz Helwig)

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