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Potsdam Potsdamerin gewinnt „Jugend musiziert“
Lokales Potsdam Potsdamerin gewinnt „Jugend musiziert“
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01:15 16.06.2018
In der Städtischen Musikschule in Potsdam: Schülerin Friederike Ganster ist Bundespreisträgerin bei „Jugend musiziert“ mit der Posaune Quelle: Friedrich Bungert
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Innenstadt

Zehn Minuten spielt Friederike Ganster mit ihrer Alt-Posaune das Stück von Georg Christoph Wagenseil. Dann schnell umdenken, neues Instrument, Luft holen. Weiter geht es mit der Tenor-Posaune und einem Stück des Komponisten Stjepan Šulek.

Achtzehn Minuten herrscht an jenem Maitag in Lübeck höchste Konzentration. Später fällt die Jury ihr Urteil: 24 von 25 Punkten – die 17-jährige Abiturientin aus Potsdam hat es geschafft und holt beim 55. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ den ersten Preis. Am Dienstag wurde sie nun gemeinsam mit den drei anderen Gewinnern Anna-Lena Werner, Alexandra Buchmüller und Daniel Popov vom Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) in der Staatskanzlei ausgezeichnet.

Mit acht Jahren Preisträgerin

Mit sechs Jahren hat Friederike sich im sogenannten„Instrumentenkreis“ der Städtischen Musikschule Potsdam zunächst durchprobiert. Geige – das spielt auch ihre Mutter – war gar nichts für sie. „Die stand nur in der Ecke“, sagt sie. Wirklich fasziniert haben sie die Blasinstrumente. Los ging es mit dem kleineren Tenor-Horn „weil der Arm noch zu kurz war zum Ziehen der Posaune“, sagt sie.

Als Achtjährige räumt sie dann das erste Mal bei Jugend musiziert den ersten Preis im Regionalwettbewerb ab. Weiter kommt sie nicht, weil sie noch zu jung ist. „Erst mit zehn Jahren darf man zum Landeswettbewerb, mit 14 Jahren zum Bundeswettbewerb“, erklärt Heike Lupuleak (58), Direktorin der Städtischen Musikschule, die Regeln.

Später mit zehn Jahren konnte Friederike zur Posaune wechseln und 2013 und 2016 weitere Preise einsammeln. „Irgendwann macht es klick“, sagt sie. „Du spielst 20 000-mal die gleiche Stelle, bis es klappt – das ist ein schönes Gefühl“, erklärt sie. Beim Vorspielen im Bundeswettbewerb habe sie auch mal „gekickst“. Damit ist gemeint, dass der Ton wegkippt und sich für einen kurzen Moment ausgeleiert klingt. Friederike ist ehrgeizig und selbstkritisch – aber es geht ihr nicht um Zwang, Druck oder Ruhm: „Musik ist das beste Hobby der Welt“, sagt sie.

Mindestens eine Stunde übt sie täglich. Manchmal auch zwei. Manchmal auch morgens und abends. Ins Zwerchfell muss die Luft, damit der Ton möglichst lange gehalten werden kann, erklärt sie und greift nach ihrer Posaune. Der tiefe, warme Klang des Instruments faszinieren sie. „Ich kann mich damit unmittelbar ausdrücken“, erklärt Friederike.

In diesem Jahr hat Friederike nicht nur ihr Abitur mit Eins bestanden, sondern auch an der Musikschule den Oberstufenabschluss mit Auszeichnung geschafft. Zum Juli ist für sie damit der Abschnitt an der Musikschule beendet.

400 Bewerber auf eine Stelle

Auf die Frage, ob es für sie in der Musik weitergeht, sagt sie: „Ja, aber nicht beruflich.“ Obwohl sie derzeit zu den besten Nachwuchsmusikerinnen Deutschlands gehört, möchte sie als Chemikerin Geld verdienen. Friederike ist vielseitig interessiert und aufgeweckt. Ab Oktober wird sie zum Studium wahrscheinlich nach Bayreuth gehen. Es ginge um Sicherheiten. Denn auf eine Posaunen-Stelle im Orchester würden sich bis zu 400 Leute bewerben. „Der Druck ist enorm“, weiß Heike Lupuleak.

Neben der finanziellen Sicherheit geht es Friederike bei ihrer Entscheidung gegen das Musikstudium aber auch um Freiheit und Spaß. „Es ist dann immer die Angst, die mitschwingt: Ich muss.“ Sie möchte sich weiter aussuchen können, was und wann sie spielt. Künftig möchte sie in einem guten Laienorchester musizieren.

Wer Friederike Ganster noch einmal in Potsdam live erleben möchte, kann am Samstag, dem 30. Juni, um 17 Uhr in die Erlöserkirche, Nansenstraße 5, kommen. Dort findet das große Abschlusskonzert der Musikschule statt. Der Eintritt ist frei.

Von Anne Knappe

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