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Hotel + Riesenrad = Heiratsantrag

Potsdamer Pärchen gondelt ins Glück Hotel + Riesenrad = Heiratsantrag

Karussells, bunte Lichter, Musik: Auf dem Rummel geht’s hoch her. Was aber die Potsdamer am Samstag auf ihrer Herbstkirmes erlebten, kommt wohl so schnell nicht wieder. Eine junge Frau hat ihrem Freund im Riesenrad einen Heiratsantrag gemacht. Die Frage aller Fragen prangte für halb Potsdam lesbar am Hotel „Mercure.“

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Im siebten Himmel: Marie-Luise Schmidt und Norman Stutz gondeln ins Glück.

Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt. Hoch oben auf Wolke 7 weht ein raues Lüftchen. Der Wind hat aufgefrischt und bringt Marie-Luises Plan ins Wanken. Doch – ein Glück – das Riesenrad im Lustgarten dreht trotz schaukelnder Gondeln munter seine Runden. Flau ist Marie-Luise auch so, denn das, was sie sich vorgenommen hat, macht man nicht alle Tage. Bevor ihr Herz vor Aufregung zerspringt, lotst sie ihren Freund in einen der roten Nachen. Noch eine halbe, noch eine Viertel-Runde, schon ist der höchste Punkt erreicht. Die Fahrt stoppt und für Marie-Luise steht die Welt für einen Augenblick still. Sie zeigt hinüber aufs „Mercure“. Dort, ganz oben flattert ein weißes Band. Die Botschaft darauf, können alle lesen und ist doch nur für einen bestimmt: „Willst Du mich heiraten?“

Am Samstag um Punkt 18 Uhr hat Marie-Luise Schmidt (25) ihrem Freund Norman Stutz (29) im Riesenrad auf dem Rummel im Neuen Lustgarten einen Heiratsantrag gemacht und halb Potsdam war dabei.

Seit anderthalb Jahren sind Marie-Luise und Norman, die in der Waldstadt leben, ein Paar. Kennengelernt haben sich die beiden im gemeinsamen Freundeskreis – das heißt, eine Freundin gab dem Glück einen Schubs. „Unser Julchen hat uns verkuppelt“, sagt Marie-Luise Schmidt. Klar, dass das zupackende Julchen mit ihrem Freund und Baby Amilia jetzt auch zu den Verschwörern zählte, die sich am Samstag hoch oben im „Mercure“ versteckt hatten, um zur verabredeten Zeit das Transparent aus dem Fenster zu hängen und dem verliebten Paar zuzujubeln.

Mit roter Farbe und zitternden Händen hatte Marie-Luise Schmidt ein paar Tage zuvor die Frage aller Fragen auf das weiße Tuch gesprüht. Hatte sich unter Vorwänden auf den Rummel geschlichen, um mit den Schaustellern abzusprechen, dass sie das Riesenrad anhalten, wenn es soweit ist. Hat ein befreundetes Pärchen als Lockvögel auf den Rummel gebeten und beim Hoteldirektor nachgefragt, ob er die 17. Etage für ihre Aktion hergeben würde – Marko Wesolowski ließ nicht nur die Fenster aufsperren, er spendierte auch einen Sektempfang für die frisch Verlobten und ihre kleine Festgesellschaft.

Freunde hängten im verabredeten Moment das Plakat aus den Fenstern der 17

Freunde hängten im verabredeten Moment das Plakat aus den Fenstern der 17. Etage.

Quelle: Friedrich Bungert

Auch die MAZ hat die junge Frau bei der Planung mit ins Boot – oder vielmehr in die Gondel – geholt. Wenn ihr in 30, 40 Jahren die Enkel die verrückte Geschichte, wie die Oma dem Opa den Antrag machte, nicht abkaufen wollen, wird Marie-Luise vielleicht auf ein vergilbtes Stück Zeitungspapier im Familienalbum tippen und sich stillvergnügt zurücklehnen.

Apropos still: So viel Heimlichkeit für einen einzigartigen, einen unvergessliche Moment – das drückte Marie-Luise Schmidt ganz schön auf die Seele: „Ich bin froh, dass die Zeit der Notlügen nun endlich vorbei ist“, sagt sie erleichtert. „Die Aufregung war ganz schlimm. Puls 200!“ Und dennoch. Sie würde es wieder tun. „Und ich kann es allen Frauen da draußen nur empfehlen. Das sollten sich viel mehr trauen: Selbst ist die Frau!“

Noch ein Kuss zwischen den Rummelbuden, dann ging’s zum Sektempfang  ins Mercure

Noch ein Kuss zwischen den Rummelbuden, dann ging’s zum Sektempfang ins Mercure.

Quelle: Friedrich Bungert

Norman Stutz hat dem nicht viel hinzuzufügen. Zwar hat er seine Freundin seit Samstag nicht nur einmal für verrückt erklärt. Aber er hat Ja gesagt – und er hat aufgeatmet. „Ich bin froh, dass sie mir den Antrag abgenommen hat“, gesteht er. Wer weiß schon, wann er den Mut gehabt hätte? „So schnell bestimmt nicht“, sagt Norman Stutz. Dafür soll’s nun schnell aufs Standesamt gehen. Wann genau, steht aber noch nicht fest.

Von Nadine Fabian

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