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Potsdams Club 18 wird umbenannt

MAZ zu Hause ... Am Stern Potsdams Club 18 wird umbenannt

Im Jugendclub 18 im Potsdamer Wohngebiet Am Stern trainieren junge Breakdancer, Eleven auf dem Trapez und Senioren auf Trampolinen. Nächstes Projekt der Sozialpädagogin und Trapezartistin Petra Teckemeier, die vor zwei Jahren die Leitung des Clubs übernahm, ist ein neuer Internetauftritt. Damit verbunden wird nach einem neuen Namen für den Club gesucht.

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Petra Teckemeier bei einer vom Jugendclub 18 präsentierten Trapezaktion am Ernst-Busch-Platz in Drewitz.

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Als Petra Teckemeier (52) vor zwei Jahren die Leitung des Club 18 Am Stern übernahm, ließ sie als erstes mehrere Aufhänger für Trapeze in die Holzbalkendecke des Tanzstudios mit dem Parkett und der Spiegelwand montieren: „Trapezkurse gibt es sonst in keinem Jugendclub. Es hat auch sonst niemand so einen Raum, wo man das überhaupt aufhängen kann. Ich habe gleich nachgerüstet. Das war meine erste Tat.“

Petra Teckemeier ist Diplom-Sozialpädagogin und Artistin. Zehn Jahre hatte sie mit dem ZirkusLuft einen eigenen mobilen Zirkus für Kinder und Jugendliche. Nun machte sie den Club 18 zu einem von bundesweit sehr wenigen Orten, an denen Trapeztanz unterrichtet wird: „Trapeztanz kommt aus Amerika“, sagt Petra Teckemeier, „das gibt es in Deutschland sonst fast gar nicht“.

Die Geschichte des Clubs in der Pietschkerstraße 50 reicht bis in die 1980er Jahre zurück. Eröffnet in einer Bauarbeiterbaracke aus den 1970er Jahren, wurde das Haus Anfang der 2000er Jahre mit Förderung aus dem Programm „Soziale Stadt“ saniert und um Anbauten erweitert. Besucher kommen über den Hof in ein Foyer mit Glasdach, das gerade erst mit einem Strandkorb komplettiert wurde. Hinzu kamen ein runder Saal und ein Mehrzweckraum, in dem nun wechselweise junge Breakdancer, Teckemeiers Trapez-Schülerinnen und Senioren auf Trampolinen trainieren.

Breakdance mit den Rocking Skillz im Club 18

Breakdance mit den Rocking Skillz im Club 18.

Quelle: Peer Neumann

Denn auch das ist einzigartig: Der Club steht den älteren Anwohnern offen – vorzugsweise, wenn die Jugend dort noch nicht zu Gange ist. Donnerstags gibt es Seniorensport, jeden letzten Mittwoch im Monat ist Seniorentreff, manchmal steht eine lange Tafel mit Kaffee und Kuchen auf dem Hof. „Wir sind der einzige Jugendclub in Potsdam, der so etwas hat“, sagt Petra Teckemeier, „aber wir haben auch ein großes Haus mit vielen Möglichkeiten“.

Der Club 18 ist der letzte Jugendclub Am Stern. Zur Vorgeschichte gehören der Club Aurora am Keplerplatz, heute ein Kinderclub, und der Stern-Club in der Jagdhausstraße, der Anfang der 2000er Jahre Alternative Kinderbetreuung wurde. Der Club 18 machte in den 1990ern Jahre – damals noch in städtischer Trägerschaft – Negativschlagzeilen als Sammelpunkt von Rechtsextremen. Doch das ist lange her. Das Publikum sei heute „bunt gemischt“, sagt Petra Teckemeier. Auf dem Flyer des Breakdance-Kurses für Jugendliche ab zwölf heißt es „Refugees welcome“, und die Einladung zieht. Die Teilnehmer kommen aus ganz Potsdam zum Stern.

Seniorensport auf Trampolinen im Club 18

Seniorensport auf Trampolinen im Club 18

Quelle: Bernd Gartenschläger

Acht Kurse von „Streetdance mit Pauline“ bis „Fußball mit Sebastian“ gibt es, doch der Schwerpunkt der Arbeit liegt im sogenannten offenen Bereich. „Wir haben viele Jugendliche, die echt Probleme haben – in der Schule, in der Ausbildung, zu Hause“, sagt die Leiterin: „Der Stern ist kein Bezirk, wo es den Leuten nur gut geht – in keiner Weise.“ Deshalb sei es „wichtig, dass sie einen Raum haben, wo sie hingehen können“, der „friedlich“ ist.

Zu den neuesten Angeboten gehört eine Holzwerkstatt, die am Mittwoch und am Donnerstag ab 15 Uhr geöffnet ist. Nächstes Projekt der Chefin ist eine eigene Website: „Ende Oktober soll sie fertig sein.“ Aktuell sind Angebote und Termine auf der Internetseite des Trägerverbundes Independent Living zu finden, der den Club 1997 von der Stadt übernommen hat. Begleitend zur Website soll laut Teckemeier ein neuer Name für den Club gefunden werden. Die ursprünglich auf die Hausnummer bezogene Zahl 18 sei seit der lange zurück liegenden Neu-Nummerierung der früheren Dobrowolskistraße funktionslos und missverständlich.

Independent Living und der Club 18

Independent Living ist ein Verbund freier Jugendhilfeträger mit Sitz in Frankfurt (Oder). Er hat 15 Mitgliedsorganisationen in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt, darunter die Independent Living – Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen in Potsdam mit Sitz Im Schäferfeld 1 Am Stern.

Zur Potsdamer Dependance, die vor 16 Jahren gegründet wurde, gehören die Kitas „Baumschule“, „Froschkönig“, „Storchennest“, „Im Kirchsteigfeld“ und „Feldmäuse“, die Kita-Hort-Kombination „Bornstedter Feld“ und der naturpädagogische Kita-Hort „Baumhaus“ mit insgesamt rund 1500 Plätzen.

Der Club 18 wurde 1997 von Independent Living übernommen. Der Ausbau des Clubs zu Beginn der 2000er Jahre nach einer Ideenwerkstatt mit den jungen Nutzern wurde mit fast 800 000 Euro aus dem Programm „Soziale Stadt“ gefördert. Am 23. September lädt der Club von 14 bis 18 Uhr mit Ständen, Imbiss und Bastelangeboten zum Herbstfest für Familien ein.

Von Volker Oelschläger

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