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Potsdams Feuerwehr arbeitet am Limit

Terminrückstand bei Bedarfsplanung Potsdams Feuerwehr arbeitet am Limit

Auch Neueinstellungen können den Personalbedarf der Potsdamer Berufsfeuerwehr nicht abdecken. Die Stadt Potsdam wächst einfach zu schnell. Nun gibt es Überlegungen, eine dritte Wache einzurichten, und zwar im Potsdamer Norden.

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Dezernentin Elona Müller-Preinbesberger (r.) und Wolfgang Hülsebeck (2.v.r.) mit Leitstellendisponentin Petra Volkmann und Hauptbrandmeister Mario Felgner Heiligabend 2014 in der Leitstelle der Berufsfeuerwehr.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Die personelle Situation in der Potsdamer Berufsfeuerwehr bleibt trotz Neueinstellungen angespannt. 30 Kollegen sind laut Feuerwehrchef Wolfgang Hülsebeck in den vergangenen vier bis fünf Jahren hinzugekommen. Dazu gebe es „zehn offene Stellen, die wir gegenwärtig neu besetzen“. Allerdings sei bei Neueinstellungen eine Einarbeitungszeit erforderlich: „Es wird zwei Jahre dauern, bis sie voll einsatzfähig sind.“

Ordnungsdezernentin Elona Müller-Preinesberger (parteilos) bestätigte im Gespäch mit der MAZ, dass „gerade die Belastungssituation im Rettungsdienst erheblich hochgeht“. Das habe „natürlich mit dem demografischen Wandel“, aber auch mit dem Bevölkerungswachstum zu tun.

Aktuell arbeiten laut Hülsebeck 154 Kollegen im Einsatzdienst. Hinzu kämen sieben Neueinstellungen und die zehn „noch zu besetzenden Stellen“. Im Vergleich zu den Vorjahren sei die Personalstärke aber schon deutlich verbessert worden. So habe es 2008 gerade einmal 133 Stellen im Einsatzdienst gegeben. Zur Personalentwicklung der kommenden Jahre könne er noch nichts sagen, weil die für entsprechende Aussagen erforderliche Gefahrenabwehrbedarfsplanung der Landeshauptstadt für dieses und die nächsten Jahre noch nicht bestätigt ist.

Einblick in Strategiepapier benötigt Zeit

Das letzte bestätigte Planwerk war für die Jahre 2011 bis 2015 gültig, wie Hülsebeck einräumte. Eine Fortschreibung für die Jahre 2016 bis 2020 liege zwar in einem 67 Seiten umfassenden Entwurf vor, doch sie sei „noch nicht in Kraft“. Dass dieser Plan erst im Herbst in die Gremien kommen soll, habe „auch damit zu tun“, dass der neue Ordnungsdezernent zuvor die Möglichkeit bekommen soll, sich einen Einblick in das Strategiepapier zu verschaffen. Hülsebeck sprach von einer „gewissen Fairness“.

Müller-Preinesberger hatte im Januar ihren vorzeitigen Ausstieg aus persönlichen Gründen bekannt gegeben. Sie wird am nächsten Freitag offiziell verabschiedet. SPD-Fraktionschef Mike Schubert als ihr designierter Nachfolger könnte am Mittwoch von den Stadtverordneten bestätigt werden.

Kommt vielleicht eine neue Wache?

Zu den grundlegenden Aussagen für den Planungszeitraum 2016 bis 2020 gehört die Anpassung der Feuerwehrkapazitäten an den Bedarf der rasch wachsenden Stadt. Die Gefahrenabwehrbedarfsplanung ist in diesem Sinne vergleichbar mit der Schulentwicklungs- oder der Kita-Bedarfsplanung, bei denen ebenso ein regelmäßiger Abgleich mit der Bevölkerungsentwicklung stattfinden sollte.

Die Mahnwache vom 10. Juni

60 Kameraden der Potsdamer Berufsfeuerwehr protestierten am 10. Juni mit einer Mahnwache vor dem Rathaus gegen das „belastende Arbeitsklima“.

In einem Schreiben an Rathausspitze und Politiker wurde auf die „personelle Situation“ und damit einhergehende Probleme hingewiesen.

Gefordert wurde aber auch, „dass unsere konstruktive Kritik besser wahrgenommen wird“.

Voraussichtlich 2017 wird es laut Hülsebeck Prüfungen zur Einrichtung einer dritten Wache der Berufsfeuerwehr für den Potsdamer Norden geben. Die Babelsberger Wache werde ihren neuen Standort in der Fritz-Zubeil-Straße wohl im April 2017 eröffnen.

Die Potsdamer Berufsfeuerwehr hatte zuletzt mit dem Streit um unbezahlte Überstunden und ein schlechtes Betriebsklima für überregionale Schlagzeilen gesorgt. Vor drei Wochen gab es eine Mahnwache von 60 Feuerwehrmännern vor dem Rathaus. Müller-Preinesberger betonte, dass „wir mittlerweile wieder in konstruktiven und sehr guten Gesprächen sind“.

Von Volker Oelschläger

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