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Potsdams Fußgängerzone soll größer werden

Neues Verkehrskonzept Potsdams Fußgängerzone soll größer werden

Potsdams "Broadway" - die Fußgängerzone in der Innenstadt - könnte bald noch länger werden und über die Brandenburger Straße hinausreichen. Das prüft die Stadtverwaltung mit dem neuen, längst überfälligen Verkehrskonzept für die Innenstadt. Wann das Konzept vorgelegt wird, ist allerdings unklar. Aber eines ist klar: Autofahrer werden das Nachsehen haben.

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Noch beherrschen Autos die Brandenburger Straße zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Am Bassin.
 

Quelle: Jacqueline Schulz - meistermaedchen.de

Potsdam.  Die Verwaltung prüft die Verlängerung der Fußgängerzone in der Brandenburger Straße bis zur Straße Am Bassin. Das bestätigte Rathaussprecher Stefan Schulz am Dienstag auf MAZ-Nachfrage. Die Bauverwaltung hatte auf Anfrage des Stadtverordneten Clemens Viehrig (CDU) mitgeteilt, dass die Erweiterung der Fußgängerzone an dieser Stelle im Rahmen eines Innenstadtverkehrskonzeptes geprüft werde. Aktuell führt die im Volksmund „Broadway“ genannte Fußgängermeile vom Brandenburger Tor bis zur Friedrich-Ebert-Straße.

Die Arbeit an dem „Innenstadtverkehrskonzept“ wurde im Herbst des vergangenen Jahres mit einer „Dialogwerkstatt“ und einer „Themenwerkstatt“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte eröffnet. An beiden Veranstaltungen beteiligten sich jeweils mehrere Dutzend interessierte Potsdamer. Thematisiert wurde die gesamte Innenstadt zwischen Hinzenberg und Neustädter Havelbucht im Süden, Zeppelinstraße, Luisenplatz und einem Teil der Schopenhauerstraße im Westen, Hegelallee und Kurfürstenstraße im Norden sowie Behlertstraße, Am Kanal, Tiefem See und Alter Fahrt im Westen.

Neben einer Verlängerung der Fußgängerzone in der Brandenburger Straße wurde in der Werkstatt eine Verbesserung der Situation für Fußgänger auf der Friedrich-Ebert-Straße im Abschnitt zwischen der Brandenburger Straße und dem Stadtschloss angeregt.

In der Dokumentation der Werkstatt heißt es dazu: „Zur Verbesserung der Situation der zu Fuß Gehenden wird vorgeschlagen, die Verbindungsfunktion der Friedrich-Ebert-Straße zu verbessern (Stadtschloss – Brandenburger Straße) und dadurch einen Straßenquerschnitt mit mehr Flächen für die Nutzung ,per pedes’ zu erhalten.“ In einer Zusammenfassung werden für die Friedrich-Ebert-Straße an anderer Stelle „Konflikte“ zwischen Öffentlichem Personennahverkehr, Radfahrern, Parken und Flanieren konstatiert.

Die Fußgängerzone selbst könnte im Ergebnis der Werkstatt und des Konzepts auch auf Nebenstraßen der Brandenburger Straße ausgeweitet werden. In der Dokumentation steht: „Des Weiteren könnten durch eine Erweiterung der Fußgängerzone in der Gutenbergstraße eine Belebung des Gewerbes und weitere Attraktivitätssteigerungen erreicht werden.“

Basis der Werkstätten war eine seit 2012 vorliegende „Bestands- und Problemanalyse“ der Verwaltung. Nach dem im Herbst 2014 vorgestellten Zeitplan sollte nach der Bürgerbeteiligung erarbeitet Konzept im zweiten Quartal 2015 öffentlich vorgestellt und im vierten Quartal als Beschlussvorlage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht werden. Die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen sollte dann bis zum Jahr 2025 erfolgen, das als „Zeithorizont“ angeführt wurde.

Der Zeitplan ist allerdings hinfällig. Nach Mitteilung von Rathaussprecher Schulz ist die Bauverwaltung noch immer mit der Auswertung der Werkstattergebnisse beschäftigt. „Die Auswertung der Workshops zum Innenstadtverkehrskonzept wird sich etwas verzögern“, teilte er am Dienstag mit: „Es gab sehr viele Anregungen und Hinweise, die noch einzuarbeiten sind.“ Bis zur nächsten Woche werde „ein neuer Zeitplan für die Bearbeitung des Innenstadtverkehrskonzeptes erstellt“. Zuvor seien „weder Aussagen zur Vorlage eines Entwurfes noch zu Realisierungszeiträumen einzelner Maßnahmen möglich“.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr, Ralf Jäkel (Linke), äußerte auf Anfrage die Erwartung, dass das Innenstadtverkehrskonzept den Stadtverordneten noch im Herbst vorgelegt wird. Er kritisierte gegenüber MAZ, dass sich das Konzept auf die Innenstadt konzentriere, ohne äußere Verkehrsströme zu berücksichtigen. Jäkel ist als erklärter Befürworter eines dritten Havelübergangs der Ansicht, dass sich die Verkehrsbelastung der Innenstadt nur durch diese zusätzliche Umgehungsstraße reduzieren lässt.

Eine Öffnung zusätzlicher Straßen in der Stadtmitte für den Durchgangsverkehr wurde von der Verwaltung gegenüber CDU-Mann Viehrig ausgeschlossen: „Grundsätzlich soll die Innenstadt nicht durch Verkehr belastet werden, der sein Ziel nicht in ihr hat“, heißt es in der Antwort auf seine kleine Anfrage zur „Verkehrsinfrastruktur in der Potsdamer Innenstadt“. Mit Blick auf die von Viehrig genannte Charlottenstraße auf Höhe Wilhelmgalerie erklärte die Verwaltung: „Eine Öffnung ... in beiden Richtungen für den Kfz-Verkehr würde zusätzlichen Durchgangsverkehr für die Innenstadt erzeigen.“

Von Volker Oelschläger

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