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Potsdam Hauptbahnhof ist Kriminalitätsschwerpunkt in Potsdam
Lokales Potsdam Hauptbahnhof ist Kriminalitätsschwerpunkt in Potsdam
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01:15 02.02.2019
Potsdam Hauptbahnhof, Bahnhofspassagen, Bahnhofs-Center im Jahr 2001 Verkehr Gebäude beleuchtet Foto: MAZ/Bernd Gartenschläger Quelle: MAZ/Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Das Umfeld des Potsdamer Hauptbahnhofs ist im stadtweiten Vergleich ein Kriminalitätsschwerpunkt. Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sagte am Mittwoch vor den Stadtverordneten, dass sich die Bahnhofspassagen mit der Vielzahl von Delikten „von jedem anderen Ort in der Stadt“ unterschieden. Er bezog sich dabei auf die Lageeinschätzung der Polizei und auf „ein Jahresauftaktgespräch mit der Führung der Polizeiinspektion, der Polizeidirektion sowie dem Ordnungsamt“.

Die Polizei habe dabei „dargestellt“, dass die Deliktzahlen „insbesondere auf den hohen Publikumsverkehr“ zurückzuführen seien, „wie dies in einem Bereich mit Bahnhof, Einkaufscenter und Großkino der Fall“ sei. Die von Schubert bekannt gegebene Einschätzung unterscheidet sich teilweise von der Lagebeurteilung, die von der Polizei im Spätsommer 2018 nach Meldungen über Gewaltdelikte im Bahnhofsumfeld und auf der Freundschaftsinsel abgegeben wurde. Demnach war der Bahnhof kein Brennpunkt.

Die AfD hatte damals die Einrichtung einer „Sicherheitszone“ gefordert. Ein Sprecher der zuständigen Polizeidirektion West erklärte jedoch auf MAZ-Anfrage, der Hauptbahnhof stelle lediglich mit der „Konzentration von Diebstahlsdelikten, insbesondere von Fahrraddiebstählen, einen Schwerpunkt“ dar.

Tendenziell beobachte die Polizei bei Fahrraddiebstählen und Körperverletzungsdelikten einen Anstieg, „wobei wir diese Entwicklung in ganz Potsdam feststellen, nicht nur am Hauptbahnhof“, so der Sprecher: „Ein Schwerpunkt von Delikten, die aus größeren Gruppen heraus begangen werden“, sei „der Hauptbahnhof nicht“. 

Laut Schubert, der vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister im Herbst 2018 als Ordnungs-Dezernent unmittelbar für das Thema zuständig war, wurde die Zusammenarbeit von Rathaus und Polizei bereits im vergangenen Jahr „insbesondere im Umfeld des Hauptbahnhofs enger aufeinander abgestimmt“.

Dazu habe es „mehrere Treffen und einen regelmäßigen Austausch auf Arbeitsebene“ gegeben. Er kündigte an, dass Centermanagement, Polizei und Stadt ihre Präsenz und die Kommunikation über Maßnahmen zur Kriminalitätsvorbeugung „weiter ausbauen“ würden.

Fortgesetzt werden sollen nach Angaben des Oberbürgermeisters auch die Jugendschutzkontrollen, die das Ordnungsamt 2018 im Umfeld von Schulen durchgeführt hatte.

Eine strukturelle Veränderung gibt es im Rathaus. Die 2015 gegründete „Servicestelle Tolerantes und sicheres Potsdam“ werde es „in dieser Form zukünftig nicht mehr“ geben. Fragen der Kriminalitätsprävention sollen laut Schubert wieder dem zuständigen Fachbereich Ordnung und Sicherheit zugeordnet werden.

Die „Tosip“ war unter Schuberts Vorgänger Jann Jakobs (SPD) direkt dem Oberbürgermeister zugeordnet und für Themen wie kommunale Kriminalitätsverhütung und die Koordinierung des Toleranz-Bündnisses „Potsdam bekennt Farbe“ zuständig.

Laut Rathaussprecher Jan Brunzlow wird die Tosip mit der Werkstatt für Beteiligung zusammengelegt zu einem eigenen Verwaltungsbereich „Partizipation und Tolerantes Potsdam“. Das von dem gleichnamigen Verein unter Vorsitz des Oberbürgermeisters getragene Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ bleibe bestehen.

Von Volker Oelschläger

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