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20:38 25.07.2016
Kampfrichter Holger Albrecht. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Neu Fahrland

Ab 5. August ist Holger Albrecht „unser Mann in Rio“. Bei den Olympischen Spielen wird er der oberste Kampfrichter bei den Turnern an den Ringen sein. Wettkampftrubel, Applaus, drumherum die Mega-Metropole.

Wenn Albrecht in diesen Tagen von seinem Büro in der Neu-Fahrländer Heinrich-Heine-Klinik auf die Liegewiese am See hinausgeht, dann umfängt ihn fast meditative Stille. Die Patienten der Klinik, die unter anderem auf die Behandlung psychischer Erkrankungen spezialisiert ist, genießen den Ausblick aufs grüne Ufer. Manche machen sich auch auf zum Nordic Walking im Wald. Außerdem im Angebot der Klinik: Physio- und Ergotherapie, Bänderanwendungen, Yoga und Bogenschießen. Holger Albrecht ist der Therapeutische Leiter: „In meinem Beruf geht es um Rehabilitation“, erklärt der 57-Jährige. Abends fährt er dann nach Hause nach Werder/Havel zu seiner Frau, einer Tierärztin. Und manchmal geht es davor noch zum Fußballspielen in den Luftschiffhafen.

Holger Albrecht vor der Weltkarte in seinem Büro in der Heinrich-Heine-Klinik. Quelle: Bernd Gartenschläger

Das heißt: Falls Holger Albrecht nicht gerade in den USA, in China, Südafrika oder irgendwo in Europa unterwegs ist. Die Weltkarte in seinem Büro ist gespickt mit bunten Stecknadeln von New York bis Neuseeland– alles Orte, an denen er schon war. In seinem „zweiten Leben“ ist der frühere Kunstturntrainer beim Potsdamer ASK Vorwärts nämlich Deutschlands oberster Kampfrichter im Bereich Turnen. Seit 1989 hat er die internationale Kampfrichter-Lizenz. Er ist derzeit der einzige Deutsche in der höchsten Richter-Kategorie. Die Prüfung hat er vor dem Gymnastik-Weltverband in der Schweiz abgelegt. Alle vier Jahre muss sie wiederholt werden. In Rio wird er der „Herr der Ringe“ sein: Als oberster Kampfrichter bei den Wettkämpfen an den Ringen muss er als erster seine Note ins Bewertungssystem eingeben. Albrecht wird der einzige Deutsche unter den 50 internationalen Unparteiischen bei den Turn-Wettbewerben sein.

Als Kampfrichter in Peking 2008. Quelle: Bernd Gartenschläger

Am 30. Juli wird Albrecht in den Flieger nach Frankfurt/Main steigen. Von dort geht es in fast zwölfstündiger Reise an den „Zuckerhut“, Rios Hausberg. Mit dem Superstrand Copacabana hat der Ausflug über den Atlantik aber denkbar wenig zu tun. „Das Viertel Barra, wo sich unsere Turnerhalle und das Olympische Dorf befinden, liegt 30 Kilometer von der Copacabana entfernt“, erklärt der gebürtige Sachse aus Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz. Albrecht ist ein Mann mit unerschütterlicher Ruhe, den nichts so leicht umhaut. Im April war er schon mal in Barra, weil dort die Qualifikationswettbewerbe abgehalten wurden. Am Tag des Heimflugs saß er vor dem Hotel, als plötzlich drei Schüsse fielen. Ein Mann in der Nähe wurde tödlich getroffen. „Angeblich ein korrupter Polizist, wie man mir sagte.“ Angst hat er dennoch keine, wenn es jetzt wieder nach Brasilien geht.

Holger Albrecht am Seeufer vor der Heinrich-Heine-Klinik in Neu Fahrland. Quelle: Bernd Gartenschläger

Ohnehin dürfte ein robustes Nervenkostüm zu den Grunderfordernissen seines ehrenamtlichen Jobs zählen. Als Kampfrichter muss man jede Sekunde präsent sein. Alle Details einer Übung werden mit einer Kurzschrift mitstenografiert. Bewertet wird nach Schwierigkeitsgrad und nach Ausführung. Doping – in anderen Sportarten ein großes Thema – findet sich kaum bei den Turnern. „Das Muskelwachstum würde auf Kosten der Koordination gehen“, erklärt Albrecht, der bei zwölf Weltmeisterschaften und dreizehn Europameisterschaften als Kampfrichter dabei war. Peking 2008 waren seine ersten Olympischen Spiele. Danach saß er in London 2012 am Reck als Kampfrichter.

Als Fortuna bei einer WM-Auslosung. Quelle: Privat

Das Vagabundenleben im Dienste des Sports bringt ihm keinen Cent ein. Flüge und Quartier werden zwar bezahlt, so wie jetzt etwa in Rio vom Olympischen Veranstaltungskomitee. „Aber wenn ich fünf Caipirinhas an der Hotel-Bar trinken wollte“, flachst der Kampfrichter, „müsste ich das selber bezahlen.“ Aber Alkohol und Olympia vertragen sich ohnehin nicht.

Im Umgang untereinander wird ebenfalls Wert auf Formen gelegt. Kumpeleien zwischen Turnern und Kampfrichtern sind tabu. Fabian Hambüchen ist der einzige Sportler, mit dem Albrecht per Du ist. Aber auch nur, weil man sich schon ewig kennt. Potsdams Mann in Rio weiß, worum es geht: Konzentration, Können und kein großes Gewese um die eigene Person.

Von Ildiko Röd

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