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Potsdam Potsdams Innenstadt ist jetzt Soko-Drehort
Lokales Potsdam Potsdams Innenstadt ist jetzt Soko-Drehort
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02:19 30.03.2018
Im Holländischen Viertel wurde eine wilde Verfolgungsjagd gedreht. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Dass sich diese eine Wolke ausgerechnet jetzt vor die Sonne schiebt, ist für Adam Bousdoukos so richtig fies. Gerade ist er zum achten, neunten Mal auf die mannshohe Mauer gesprungen, die den Hinterhof des Hauses Gutenbergstraße 69 von der Baulücke zur Hebbelstraße trennt. Dort hockt er nun und wartet. Das Licht, die Pose, sein Gesichtsausdruck – alles muss stimmen, wenn er das Go bekommt. Wenn die Jagd auf ihn weitergeht.

Die wilde Verfolgung wurde am Dienstag in der Potsdamer Innenstadt gedreht. Die Landeshauptstadt bekommt ihr eigenes Team in der „Soko“-Reihe des ZDF. Vor ein paar Tagen fiel die erste Klappe. Seither wird gedreht, was die Geschichte um die beiden neuen Kommissarinnen Luna Kunath (Caroline Erikson) und Sophie Pohlmann (Katrin Jaehne) hergibt.

Potsdam, 27. März 2018 - Potsdams Innenstadt wird zum Drehort. Für die ZDF-Krimi-Serie „Soko Potsdam“ stehen u.a. Caroline Erikson und Katrin Jaehne vor der Kamera.

Tatort: Holländisches Viertel. Die Brache, an der sich Hebbel- und Gutenbergstraße treffen, kommt noch einmal groß raus, bevor sie bebaut wird. Ein scheidender Wind reißt an den Kräutern des letzten Sommers, die in den Blumenkästen im 1. Stock vertrocknen. Aus dem Fenster dahinter klappert jemand mit Besteck und Geschirr. Die Jalousien im Erdgeschoss sind heruntergelassen ganz so, als ob das Haus Gutenbergstraße 69 und seine Bewohner sagen wollten, dass ihnen die Dreharbeiten schnuppe sind. Für die Filmcrew ist das ein Segen. Allzu dicht dürfen die Schaulustigen nicht aufrücken, sonst stehen sie im Bild. Was für ein Glück, dass die, die kurz innehalten und die Hälse recken, schnell weiter ziehen. Es hält die Zaungäste nicht lange: Ein paar Sekunden Neugier, ein Foto mit dem Handy – das war’s. Potsdam ist eine Filmstadt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendwo gedreht wird. Das Holländische Viertel ist eine beliebte Kulisse. Christian Ulmens Serie „Jerks“ spielt zu großen Teilen hier. Im Sommer 2015 diente der possierliche Postkarten-Kiez für die fünfte Staffel der preisgekrönten US-amerikanische Thriller-Serie „Homeland“ als Amsterdam-Ersatz.

Potsdam, 27. März 2018 - Potsdams Innenstadt wird zum Drehort. Für die ZDF-Krimi-Serie „Soko Potsdam“ stehen u.a. Caroline Erikson und Katrin Jaehne vor der Kamera. Quelle: Bernd Gartenschläger

Um eine der Ecken, um die damals Hollywood-Flair wehte, kommt nun mit langen Schritten Katrin Jaehne – braune Wildlederstiefeletten, moosgrüner Filzmantel, Wind im blonden Haar. Ihre schmalen Hände sind rot gefroren. Auch sie hat sich etliche Male auf die Mauer gestemmt. Kollegin Caroline Erikson, reicht ihr einen schwarzen Anorak – ein Moment Wärme, bevor die Filmcrew mit Tonangel, Reflektoren und Rollkoffern in ein paar Minuten weiterzieht. Das nächste Bild wird in der Mittelstraße gedreht. Wieder mit vollem Körpereinsatz – und nun auch mit Pistolen.

Die Anwohner wurden darauf vorbereitet. So hieß es auf Informationsflyern, die an Haustüren und Laternenpfählen klebten: „Es kommt zu einem Spiel-Waffen-Einsatz“. Die Dreharbeiten wurden zudem mit der Polizei und der Stadt genau abgesprochen und angemeldet. „Wir schauen, dass so wenig wie möglich in den Verkehr eingegriffen wird“, sagt Stadtsprecher Markus Klier. „Wichtig ist natürlich, dass keine scharfen Waffen eingesetzt werden.“

Die „Soko Potsdam“, so lässt der Drehplan vermuten, bespielt die ganze Stadt. Bereits am Dienstag war das Drehteam in der Brandenburger Vorstadt in der Geschwister-Scholl-Straße und in der Hans-Sachs-Straße zu Gange. Heute geht’s hinauf zum Belvedere auf dem Pfingstberg. Produziert wird die „Soko Potsdam“ von Bantry Bay, Gerda Müller und Lasse Scharpen.

Unterschiedlich und doch beste Freundinnen

Im Zentrum des Geschehens der neuen Vorabendserie stehen die zwei jungen Polizistinnen Luna Kunath und Sophie Pohlmann. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein und sich doch beste Freundinnen – und das schon seit ihrer Kindheit. Luna ist Single, durchsetzungsfähig, empathisch, sportlich und schnell im Kopf. Eine hervorragende Polizistin, deren Unbekümmertheit jedoch stets mit ein wenig Naivität einhergeht und Luna immer wieder in brenzlige Situationen bringt.

Sophie hingegen wirkt reifer und erwachsener. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn. Sie ist direkt, aber zurückhaltend. Sophies Sehnsucht nach Harmonie und Gerechtigkeit ist zugleich auch ihre Schwäche. Denn wenn es richtig brenzlig wird, neigt sie manchmal dazu, nicht vehement genug aufzutreten. Aber dafür hat sie ja Luna.

Das Ermittler-Doppel wird ergänzt durch Chef Bernhard Henschel (Michael Lott), den man bereits aus der „Soko München“ sowie dem „Tatort“ kennt, und durch Rechtsmediziner Werner Vense (Dietrich Hollinderbäumer). Zum Team gehören auch die Ermittlerkollegen David Grünbaum (Omar El-Saeidi) und Christoph Westermann (Hendrik von Bültzingslöwen), Spurensicherer Thomas Brandner (Yung No). Regie führen Stefan Bühling und Isabell Braak.

Bis zum 20. Mai finden die Dreharbeiten in Potsdam und Umgebung statt. Ein genauer Sendetermin steht noch nicht fest.

Von Anne Knappe und Nadine Fabian

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