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Potsdam „Anstieg von Körperverletzungen festgestellt“
Lokales Potsdam „Anstieg von Körperverletzungen festgestellt“
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19:19 08.08.2018
Hochburg der Diebe: Blick vom Mercure-Hotel auf den Hauptbahnhof. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Pottsdam/Innenstadt

Der Potsdamer Hauptbahnhof ist eine Hochburg für Diebe. Der Bahnhof stelle bei „Diebstahlsdelikten, insbesondere von Fahrraddiebstählen, einen Schwerpunkt dar“, sagte Polizeisprecher Heiko Schmidt Am Mittwoch auf MAZ-Anfrage.

Anstieg an Diebstahl-Delikten

Ein „Schwerpunkt von Delikten, die aus größeren Gruppen heraus begangen werden“, sei der Hauptbahnhof „jedoch nicht“. Tendenziell beobachte die Polizei „bei Fahrraddiebstählen und Körperverletzungsdelikten einen Anstieg, wobei wir diese Entwicklung in ganz Potsdam feststellen, nicht nur am Hauptbahnhof“, so der Sprecher.

AfD-Oberbürgermeisterkandidat Dennis Hohloch hatte im MAZ-Interview am Dienstag die Einrichtung einer Sicherheitszone am Hauptbahnhof gefordert und dabei auf „die Übergriffe der letzten Tage“ verwiesen. Dabei nannte er den Bahnhof und die angebliche Massenschlägerei auf der Freundschaftsinsel vom 27. Juli. Dort sollten nach ersten, von der Polizei mittlerweile korrigierten Meldungen bis zu 40 Menschen aufeinander los gegangen sein.

Am Dienstag ist bekannt gegeben worden, dass bisher weder weitere Geschädigte noch Zeugen ermittelt werden konnten, die die ursprüngliche, per Notruf an die Polizei durchgegebene Version bestätigten. Übrig blieben als Tatverdächtige ein schwer alkoholisierter Iraner (27) sowie ein 15-jähriger Syrer, die mit Flaschen geworfen und mit abgebrochenen Bierflaschen gedroht haben sollen.

Nach einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Potsdamer Neuesten Nachrichten soll es sich bei dem Minderjährigen um den selben Täter handeln, der wenige Tage später auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs zwei Bundespolizisten mit einem Pflasterstein und einem Messer attackierte. Das Polizeipräsidium bestätigte Mittwoch Abend auf Anfrage, dass „in beiden Fällen gegen den gleichen 15-Jährigen Anzeige erstattet“ worden sei. Der unbegleitete minderjährige Flüchtling ist laut PNN wieder auf freiem Fuß.

Kein Kommentar zur Politik

Zur Forderung des AfD-Kandidaten nach Einrichtung einer Sicherheitszone wollte sich Polizei-Sprecher Schmidt am Mittwoch nicht äußern: „Die Polizei kommentiert grundsätzlich keine politischen Äußerungen zu Sicherheitsthemen“, sagte er: „Gleiches gilt für unbestimmte beziehungsweise undefinierte Begriffe wie ,Sicherheitszone’.“ Polizei-Sprecher Daniel Keip hatte bereits nach der ersten Meldung zur vermeintlichen Massenschlägerei auf Anfrage mitgeteilt, dass die Polizei „weder bei der Freundschaftsinsel, noch beim Platz der Einheit oder dem Bahnhofsvorplatz von herausragenden Kriminalitätsschwerpunkten“ spreche.

Laut Polizeistatistik haben die registrierten Fälle von Diebstählen in Potsdam zwischen von 8560 im Jahr 2015 auf 6437 im Jahr 2017 deutlich abgenommen. Eine klare Zunahme gab es im gleichen Zeitraum bei der Gewaltkriminalität von 306 auf 407 Fälle, sowie bei der Rauschgiftkriminalität von 590 auf 816 Fälle.

Konstant blieb die Anzahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von 103 im Jahr 2015 auf 99 im Jahr 2017. Zahlen für die Innenstadt konnte die Polizei nicht vorlegen. Eine relative Häufung registrierter Fälle im Bereich Hauptbahnhof/Platz der Einheit erklärt sich laut Sprecher Keip auch mit der höheren Polizeipräsenz an diesen Orten, wodurch „natürlich mehr Feststellungen getroffen und Anzeigen aufgenommen“ würden.

Von Volker Oelschläger

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