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Potsdam Potsdams Innenstadt vor dem großen Umbau
Lokales Potsdam Potsdams Innenstadt vor dem großen Umbau
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06:30 09.06.2017
Baustelle für die neue Lange Brücke um 1960. Quelle: Herrmann Duck
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Potsdam

Der Straßenverkehr rollt über die Schlossstraße geradewegs auf Knobelsdorffs Obelisken zu. Das Alte Rathaus dahinter mit dem Atlas auf der Kuppel ist eine Ruine ohne Dach mit leeren Fensterhöhlen. Ein anderes Bild: Arbeiter machen sich an der Schalung der neuen Langen Brücke zu schaffen. Hoch erhebt sich im Hintergrund die Nikolaikirche. Der Engel vom Südwestturm ist abgeschlagen. Das Kreuz auf der Kuppel fehlt.

Ein letztes Bild mit der Auffahrt auf die alte Lange Brücke. Daneben eine Losung mit DDR-Fahne. Eine Straßenbahn hält vor dem Obelisken. Die mächtige Fassade von St. Nikolai dahinter ist nackt, das Säulenportikus vor dem Haupteingang fehlt, in den Putz gestanzt sind darüber die Spuren des verschwundenen Dachs mit dem Tympanon.

Lange Brücke im Frühjahr 2017 mit dem wiederaufgebauten Schloss im Hintergrund. Rechts die 2007 bis 2009 gebaute neue Lange Brücke für Fußgänger und Straßenbahnen. Quelle: Detlev Scheerbarth

Herrmann Duck (1905-1992), Diplomingenieur für Melioration und Wasserwirtschaft, hat um 1960 mit einer Serie von Fotografien nicht nur den Neubau der Langen Brücke, sondern auch die diese Baustelle umgebende Stadtlandschaft ins Bild gebannt – von der Tankstelle, die nach dem Krieg am Leipziger Dreieck eröffnet worden ist, bis zum Stumpf der Garnisonkirche weit hinten auf der anderen Seite der Havel. Vorn hält gerade eine Straßenbahn des eben neu nach Potsdam geholten Typs Gotha, Linie 4, Richtung Fontanestraße.

Hannelore Wagner (80) hat die Fotografien ihres Vaters aufbewahrt: „Die Baustelle für die Lange Brücke war ein riesen Ding“, sagt sie heute. Als die Bilder entstanden, arbeitete Hannelore Wagner als Friseurin in der Berliner Straße in einem Salon gegenüber der sowjetischen Kommandantur, in der heute das Bundesvermögensamt sitzt.

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Herrmann Duck fotografierte um 1960 die Bauarbeiten für die neue Lange Brücke und die nahe Umgebung. Manche seiner Perspektiven sind heute ganz oder teilweise verbaut – so wie der Blick die Schlossstraße hinunter zum Alten Rathaus.

Als Herrmann Duck sich auf Fotosafari begab, stand der gewaltige Umbau der Potsdamer Innenstadt erst noch bevor. Eines der Wahrzeichen jener in den 1970er Jahren entstandenen neuen Potsdamer Mitte beherrscht bis heute die Perspektive, die Herrmann Duck damals für seine Fotografie vom Verkehr auf dem Alten Markt gewählt hatte.

Das 1971 bis 1977 errichtete Gebäude der Fachhochschule verstellt den Blick zur Nikolaikirche. Doch der Obelisk und das Alte Rathaus dahinter sehen aus wie frisch geputzt. Und rechts am Bildrand, wo auf Ducks Fotografie junges Gebüsch Laub trieb, ragt nun wieder wie vor der Zerstörung eine Säule des Stadtschlosses auf.

Doch die Tage der alten Fachhochschule sind gezählt. Im Herbst soll der Bau abgerissen werden um Platz zu schaffen für die Gestaltung von zwei Karrees, die sich an der Straßenführung der Vorkriegszeit orientieren. Von den Stadtverordneten wurden am Mittwoch Beschlussvorlagen für die Abwägung und Auslegung des Bebauungsplans für die das Karree Friedrich-Ebert-Straße/Steubenplatz und für das benachbarte Karree Friedrich-Ebert-Straße/Am Kanal zur Beratung in den Bauausschuss überwiesen.

Das Interesse von Investoren ist enorm. Allein für das erste Karree haben sich 82 Interessenten beim Sanierungsträger gemeldet. Andererseits formiert sich der Widerstand gegen den Abriss. Im Internet wird zur Besetzung der Fachhochschule aufgerufen.

Hannelore Wagner sieht die Entwicklung kritisch: „Warum muss jeder DDR-Bau geschliffen werden?“, fragt sie und setzt hinzu: „Sie bauen doch heute auch nicht besonders schön.“

Von Volker Oelschläger

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