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Potsdams Klinikpersonal geht auf die Straße

Umstrittene Krankenhaus-Reform Potsdams Klinikpersonal geht auf die Straße

Das hat es so noch nicht gegeben: Die vier Potsdamer Kliniken tun sich zusammen, um gegen einen Gesetzentwurf der Bundesregierung zu protestieren. Ihre Kritik: Statt Überbelastung, Personalnotstand und fehlende Investitionen zu verhindern, werde erneut das Geld gekürzt. Am Mittwoch gehen Ärzte, Pfleger und Angestellte auf die Straße.

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Michael Hücker, Chef der Oberlinklinik

Quelle: Foto: Karo Wolf

Potsdam. Am Mittwoch gehen Potsdams Krankenhaus-Mitarbeiter auf die Straße. Ärzte, Pflegekräfte und Angestellte eint der Ärger über einen Gesetzentwurf der Bundesregierung für eine umfassende Krankenhaus-Reform. In der Landeshauptstadt führt die Proteststimmung im Gesundheitssektor gar zu einem Novum: die großen Häuser der Stadt – das Klinikum , das St. Josefs-Krankenhaus , die Oberlinklinik und das Evangelische Zentrum für Altersmedizin – haben sich zusammengetan, um gemeinsam gegen die Pläne zu kämpfen. „Das hat es meiner Erinnerung nach noch nie gegeben“, sagte Michael Hücker, Chef der Oberlinklinik, gegenüber der MAZ. „Daran kann man mal sehen, wie wichtig dieses Thema für uns alle ist.“

Aktive Mittagspause

In „aktiven Mittagspausen“ versammeln sich am Mittwoch um 12 Uhr die Belegschaften der Oberlinklinik und des Bergmann-Klinikums vor ihren Häusern. Dort lassen sie grüne Luftballons mit angebundenen Postkarten in die Luft steigen, auf die Forderungen an den Bundestag geschrieben wurden, wie Klinikums-Sprecherin Theresa Decker der MAZ sagte. Das geschieht zu diesem Zeitpunkt bundesweit, parallel zu einer zentralen Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin, zu der rund 10.000 Teilnehmer erwartet werden. Auch an dieser Demonstration, die im Rahmen des Aktionstages „Krankenhaus-Reform – So nicht!“ stattfindet, zu dem die Deutsche Krankenhausgesellschaft aufgerufen hat, nehmen einige Mitarbeiter der Potsdamer Kliniken teil.

Die Kritik

Der Gesetzentwurf bringt weitere finanzielle Einschränkungen, die eigentlichen Missstände aber werden nicht angegangen, heißt es. „Wir brauchen eine Krankenhausreform, die dort ansetzt, wo die wirklichen Probleme sind“, fordert St. Josefs-Chef Gerald Oestreich. Der jetzt vorliegende Entwurf leiste das nicht. Die schwierige Lage vieler Krankenhäuser, die hohen Belastungen der Mitarbeiter, Personalengpässe, Sanierungsstau infolge unzureichender Investitionsmittel und immer weiter steigender Behandlungsbedarf, insbesondere in den Notfallambulanzen – das seien die drängenden Probleme. Klinikums-Chef Steffen Grebner kritisiert vor allem die Streichung des gerade erst erkämpften 0,8-prozentigen Versorgungszuschlages und die Ausdehnung des Mehrleistungsabschlages auf 5 Jahre. Und Michael Kögel vom Evangelischen Zentrum für Altersmedizin ergänzt: „Das Investitionsdefizit von über 3 Milliarden Euro im Jahr verhindert notwendige bauliche, sicherheitstechnische und medizintechnische Weiterentwicklungen.“ „Mehr Qualität durch weniger Geld und Personal – diese Formel geht nicht auf“, resümiert Michael Hücker, „sie erzeugt zu Recht Unverständnis und Empörung.“

Potsdamer Kliniken

Das Klinikum Ernst von Bergmann zählt zu den größten Gesundheitsversorgern in der Region. 2014 wurden hier rund 39.500 Patienten stationär und 48.000 ambulant versorgt. Mehr als 2.400 Mitarbeiter, davon 388 Ärzte und 867 Pflegekräfte, sind hier beschäftigt.

Im katholischen St. Josefs-Krankenhaus Potsdam-Sanssouci werden jährlich mehr als 11.000 Patienten stationär und 18.000 ambulant versorgt.

550 Menschen arbeiten hier.

Die Oberlinklinik ist die größte orthopädische Fachklinik in Brandenburg. 5.000 stationäre und mehr als 20.000 ambulante Patienten wurden im Jahre 2014 behandelt. 300 Mitarbeiter sind hier beschäftigt.

Das Evangelische Zentrum für Altersmedizin umfasst ein Akutkrankenhaus mit Tagesklinik, ein Seniorenzentrum, eine Kurzzeitpflege und eine Beratungsstelle. Es zählt zu den größten Kompetenzzentren für Geriatrie in Brandenburg. mck

Von Marcel Kirf

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