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Potsdams Ortsteile haben gute Ideen

Dialoge zur Zukunft des ländlichen Raums Potsdams Ortsteile haben gute Ideen

Auf dem Dorf, da ist die Welt noch in Ordnung. Aber wehe, das Dorf heißt Eiche oder Golm und gehört zur Landeshauptstadt Potsdam. Immer näher rückt die Stadt – die damit verbundenen Probleme bleiben längst nicht mehr vor der Haustür stehen. Die Einwohner in Eiche und Golm haben viele Verbesserungsvorschläge. Die drei wichtigsten verraten die Ortsvorsteher.

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Der Bürgertreff in Eiche – zu klein für eine Nachbarschaft von bald 10000 Menschen, meint der Ortsvorsteher.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Wie lassen sich Potsdams ländliche Ortsteile, ihre besonderen Gegebenheiten und Bedürfnisse in die große Entwicklungsstrategie der Landehauptstadt einbinden? Seit gut einem Jahr widmet sich die Stadtverwaltung auf Geheiß der Stadtverordneten dieser Frage. Drei Themenkomplexe finden dabei besondere Beachtung: Verkehr und Mobilität, Struktur und Funktion des Ortsbildes sowie Landwirtschaft, Obstanbau, Naherholung und Tourismus. Nach Gesprächen mit Experten der jeweiligen Fachbereiche und den Ortsvorstehern sind nun die Bewohner der Ortsteile gebeten, ihre Ideen einzubringen.

Wie bereits in der Runde mit Marquardt, Fahrland, Neu Fahrland, Grube, Satzkorn und Uetz-Paaren in der vergangenen Woche nutzten am Dienstagabend rund 60 Bürger aus Golm, Eiche, Bornim, Bornstedt und Nedlitz die Chance, mitzureden. Allerdings war das Interesse in den Ortsteilen nicht gleich breit gestreut. Vor allem Einwohner aus Golm und Eiche waren in den Hörsaal des Max-Planck-Instituts gekommen.

Dennoch fällt das Resümee von Erik Wolfram vom Bereich Stadtentwicklung positiv aus. „Ich glaube, das war für uns von der Verwaltung, für die Ortsvorsteher und lokalen Akteure eine gute Bestätigung, dass wir die richtigen Themen auf dem Schirm haben.“ Es habe auch einige interessante Ergänzungen gegeben. „Wir haben sehr deutlich gesehen, dass sich die Bürger Gedanken über ihre Ortsteile machen. Einige haben Projekte vorgeschlagen, die das Zeug dazu haben, umgesetzt zu werden, auch wenn sie nicht in die große Strategieplanung passen.“ So seien ein paar Neu-Fahrländer gerade dabei, eine Mitfahrbörse zu gründen. Wer abends zum Beispiel ins Kino möchte und ins Auto steigt, kann natürlich allein in die Stadt fahren – oder aber jemanden mitnehmen. Mit einer App, die freilich noch programmiert werden muss, wäre es einfach, sich zu vernetzen. Die findigen Neu-Fahrländer haben dafür sogar schon die Fachhochschule kontaktiert und gefragt, ob Studenten helfen können.

„Kleine, aber gute Ideen“, nennt Erik Wolfram Vorschläge dieser Art. Alle Anregungen werden nun dokumentiert und in die für April angesetzten Fachgespräche getragen. Im Juni soll erneut eine Bürgerversammlung stattfinden.

Marcus Krause (l) ist der Ortsvorsteher von Golm, Friedrich Wilhelm Winskowski von Eiche

Marcus Krause (l.) ist der Ortsvorsteher von Golm, Friedrich Wilhelm Winskowski von Eiche.

Quelle: Nadine Fabian

Das wünschen sich Golm und Eiche

Golm hat 2750 Einwohner, Eiche 4542 (Stand 31. 12. 2014). Der Zuzug von mindestens 650 Einwohner ist noch in diesem Jahr gesetzt. „Schon bald haben wir zusammen über 10000 Einwohner“, sagen die Ortsvorsteher. Zur Wende kam man gemeinsam auf knapp 2000. Hinzu kommen heute rund 12500 Studenten, die zu einem großem Teil pendeln. Die benachbarten Ortsteile teilen die meisten Probleme und verfolgen daher auch viele Ziele gemeinsam. Laut der Ortsvorsteher sind die drei größten Anliegen:

Mehr Mobilität – etwa durch einen Bahnanschluss an den Berliner Hauptbahnhof via Spandau. Golm und Marquardt müssen zu Park & Ride-Bahnhöfen ausgebaut werden. Gewünscht ist auch ein Bus nach Bornstedt, wo man in die Tram umsteigen kann.

Der Autoverkehr überrollt Golm und Eiche – keine Überraschung bei stetem Zuzug. „Aber so kann es nicht bleiben“, sagen die Ortschefs. Auch der Schwerlastverkehr nehme zu – nicht nur durch die Baustellen im Ort und die Zulieferung fürs ansässige Gewerbe: „Unsere Straßen sind Durchgangsstrecken geworden.“ Heikel sei das vor allem vor der Schule und an der Kreuzung Kaiser-Friedrich-/Amundsenstraße, weil die seit Jahren geforderte Linksabbiegerspur fehlt.

Freizeit- und Sportstätten für Kinder, Jugendliche, Senioren. Beide Orte teilen sich zum Beispiel einen Fußballplatz. Es fehlt an Räumen für kulturelle Veranstaltungen und Treffen: „Ein gemeinsames Bürgerhaus muss her.“ nf

 

Von Nadine Fabian

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