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Potsdams „Qualitätsoffensive“ für Radfahrer

24 Stunden „Scherbentelefon“ Potsdams „Qualitätsoffensive“ für Radfahrer

Rund um die Uhr hat die Stadt Potsdam ein „Scherbentelefon“ geschaltet, bei dem Radler anrufen und Fundorte von zerborstenen Flaschen oder Gläsern melden können. Um das Radeln sicherer zu machen, ist eine „Qualitätsoffensive“ gestartet worden, zu der die Reinigung von 83 Kilometern Radwegen gehört.

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Scherben sind der Radler schlimmster Feind. Da hilft nur ein Anruf beim „Scherbentelefon“.

Quelle: foto: Jacqueline Schulz

Potsdam. Einer der schlimmsten Feinde des Radlers sind Scherben, die man aus Angst um seine Reifen vorsichtig umkurven muss. Wer nicht gerade selbst die schnittigen Glasstücke einsammeln will, kann das rund um die Uhr geschaltete „Scherbentelefon“ der Stadtverwaltung unter 0331/289 4000 anklingeln. Dabei nicht vergessen, auf dem Anrufbeantworter den Fundort der zerborstenen Flschen oder Gläser zu nennen. Dann kommen Mitarbeiter des städtischen Bauhofs und räumen die Scherben weg – werktags „garantiert“ innerhalb von 48 Stunden. „Meistens geht’s aber noch schneller“, verspricht Potsdams Radverkehrsbeauftragter Torsten von Einem. Pro Monat werden durchschnittlich 34 Fundorte gemeldet.

Das „Scherbentelefon“ gehört zur „Qualitätsoffensive“ der Stadt, mit der das Radfahren in Potsdam angenehmer und sicherer werden soll. Wer es noch nicht bemerkt hat: Nicht nur Autostraßen, auch Radwege werden geputzt. Einmal im Monat reinigen Mitarbeiter der Stadtentsorgung Potsdam (Step) 83 Kilometer Radwege sowie 32 Kilometer Schutzstreifen auf Fahrbahnen. Das entsprechende Radwegsreinigungsfahrzeug inklusive Wasserdüsen und „Wildkrautbürste“ wurde der Öffentlichkeit am Mittwoch an der Nedlitzer Straße in Aktion präsentiert. Das orangefarbene Fahrzeug – gerade so schmal wie ein Radweg – fegt störenden Sand und Laub weg oder entfernt an den Rändern wachsendes Unkraut. Die Kosten für die Reinigung der Radwege konnte Gabriele Kosel, Leiterin der städtischen Arbeitsgruppe Straßenreinigung, nicht beziffern, werden mit den Straßenreinigungsgebühren auf die Potsdamer umgelegt.

Teil der „Qualitätsoffensive“ sind zudem monatliche Patrouillen durchs Stadtgebiet. Drei Kollegen aus dem Bauhof kontrollieren Potsdams Radwege, untersuchen – aus der Sicht der Pedaleure – das Netz beispielsweise auf bauliche Mängel. Bis zu 50 Kilometer legt Matthias Krüger bei einer dieser Touren zurück. Durchschnittlich werden dabei etwa 20 Mängel im Monat aufgenommen, die oft kurzfristig behoben werden können.

Immer Potsdamer setzen sich auch im Winter auf ihren Drahtesel. Erklärtes Ziel sei Gabriele Kosel zufolge ein „schwarzes Radwegenetz“ – also ohne Schnee und Eis. Der Winterdienst sei umweltschonend. „Nach der Beräumung wird unmittelbar eine genau dosierte, feine Laugenschicht auf dem Radweg aufgebracht, so dass die Radverkehrsanlagen vollständig schnee- und eisfrei gehalten werden“, sagte die Arbeitsgruppenleiterin. Rückmeldungen haben gezeigt, dass die Potsdamer sich insbesondere über die regelmäßige Reinigung und den Winterdienst auf den Radwegen sowie über das Angebot des „Scherbentelefons“ freuen. In diesem Zusammenhang rief Torsten von Einem die Radler zu mehr Eigeninitiative auf. „Einen Ast, der quer auf dem Radweg liegt, kann man auch selbst mal wegräumen und auf diese Weise Vorbild sein.“

Sicher gegen Diebstahl

Radeln entlastet den Stadtverkehr: Knapp 60 Prozent der Wege in Potsdam sind kürzer als 5 Kilometer. Viele dieser Wege können bequem mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Dadurch wird das Straßennetz entlastet. Außerdem bietet Radfahren einen Beitrag zu Luftreinhaltung und Lärmminderung.

Inzwischen ist Radeln ein Wirtschafts- und Tourismusfaktor: Immer mehr Besucher mieten sich ein Zweirad und erkunden auf diese Weise Potsdams schönste Ecken.

Seit Mitte Juli können Pedaleure ihre Drahtesel diebstahlsicher abstellen. Am Bahnhof Griebnitzsee sind in der Prof.-Dr.-Helmert-Straße die ersten zwölf Bike & Ride-Boxen der Firma Kienzler in Betrieb genommen worden. Das Anmieten ist möglich unter www.bikeandridebox.de

Eine Fahrradstation mit 557 überwachten und witterungsgeschützten Plätzen entsteht derzeit am Potsdamer Hauptbahnhof. Das gesicherte Fahrradparken wird den Nutzern – gegen Gebühr – rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Die Eröffnung ist für September geplant.

Das „Scherbentelefon“ der Stadtverwaltung ist rund um die Uhr unter 0331/289 40 00 zu erreichen.

 

Von Ricarda Nowak

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