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Potsdam RAW-Investor ohne Referenzprojekte
Lokales Potsdam RAW-Investor ohne Referenzprojekte
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15:55 11.02.2019
Die RAW-Hallen sollen vom Neubau überspannt werden. Quelle: Friedrich Bungert
Südliche Innenstadt

Das geplante Zentrum für die Digitalwirtschaft am Ostzipfel des einstigen Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) bleibt für die Stadt ein Projekt mit vielen Unbekannten. Mit 120 Millionen Euro würde „The RAW“ eine der größten Gewerbeinvestitionen der Nachwendezeit in Zentrumsnähe.

Für Schlagzeilen sorgte der architektonische Entwurf eines Hochhausbügels, der die historischen Hallen des RAW überspannt. Doch noch immer sind viele Fragen zu Partnern, Referenzen und wirtschaftlichen Effekten offen.

Mit einer Anfrage im Rathaus haben die Grünen versucht, für mehr Klarheit zu sorgen. Das Ergebnis ist bescheiden. Bei der Frage nach der Firmenstruktur „hinter der Investition“ wird auf eine Green Palmas Limited mit Firmensitz in Zypern verwiesen. „Die Kommunikation über weitere Unternehmensstrukturen“ sei „Angelegenheit des Unternehmens“, schreibt Stefan Frerichs, Chef der städtischen Wirtschaftsförderung.

Um den eigentlichen Investor, der nach Angaben von RAW-Geschäftsführer Mirco Nauheimer aus Riga stammen soll, wird schon seit Monaten gerätselt. Laut Nauheimer will der Investor wegen Sicherheitsbedenken gegenüber seiner Familie nicht genannt werden.

Auf die Frage der Grünen zu „anderen Investitionen desselben Investors oder darauf aufbauender Gesellschaften in Europa“ antwortet Frerichs: „Entsprechende Informationen liegen nicht vor.“

Auf die Frage zur „Nutzerstruktur“ verweist Frerichs in erster Linie auf eine „gewerblich-orientierte Nutzung mit flexiblen Büros und Gemeinschaftsflächen“. Allerdings: „Konkrete Nutzer sind noch nicht bekannt.“ Mit dieser Erklärung bleibt die Stadt hinter Nauheimer zurück, der bereits im November von zwei „Ankermietern“ sprach, die allein mit 800 Mitarbeitern kommen wollten.

Namen nannte auch Nauheimer noch nicht, doch die anonymen Interessenten waren eines seiner wesentlichen Argumente gegen ein von Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) favorisiertes Architektenverfahren zur Überarbeitung des umstrittenen Entwurfs für den Neubau. Bei Zeitverzug könnten sie es sich anders überlegen, warnte Nauheimer.

Bleibt die Steuerfrage: Potsdam rechnet zunächst mit den Steuern von am Bau beteiligten Firmen aus der Region. Nach der Investitionspase werde „entscheidend“ sein, „ob Potsdam Firmensitz“ der Betreibergesellschaft RAW „ist und bleibt“, so Frerichs.

Die „angenommenen 1000 Arbeitsplätze“ würden „sicherlich die Kaufkraft erhöhen und zu Einkommensteuererhöhungen führen“. Doch „auch hier“ werde der Wohnort der Beschäftigten „entscheidend sein“.

Von Volker Oelschläger

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