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Potsdam Stadtarchiv bekommt Neubau am Stadtrand
Lokales Potsdam Stadtarchiv bekommt Neubau am Stadtrand
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01:15 31.01.2019
Das Stadtarchiv soll an den Stadtrand umziehen. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Das Stadtarchiv zieht von seinem aktuellen Ort auf dem Verwaltungscamps an der Helene-Lange-Straße an den Stadtrand. Nach Angaben der Verwaltung werden das Telekom-Gelände an der Michendorfer Chaussee oder das Gewerbegebiet Golm als neue Adresse favorisiert.

Der erste Standort zeichne sich durch seine „Innenstadtnähe und gute Verkehrsanbindung“ aus. Für Golm spreche neben der „ebenfalls sehr guten Verkehrsanbindung“ die Nähe zu anderen wissenschaftlichen Einrichtungen. „Insbesondere die Nähe zu Landeshauptarchiv“ lasse „eine Reihe von Synergieffekten erwarten“.

Der Umzug des Stadtarchivs ist ein erster Schritt zur Errichtung eines bereits seit Jahren diskutierten Zentraldepots, in dem neben den Stadtarchiv auch das Potsdam-Museum, das Naturkundemuseum, die Stadt- und Landesbibliothek sowie die städtische Denkmalpflege mit ihren Archivbeständen unterkommen sollen. Der Zeitplan ist noch völlig offen.

Bis zum Herbst sollen die Pläne so weit vorangetrieben werden, dass von den Stadtverordneten eine politische Entscheidung getroffen werden kann. Mit dem Doppelhaushalt 2020/21 könnten erste Mittel für den Bau des Zentraldepots bereitgestellt werden.

In einer der MAZ vorliegenden Mitteilungsvorlage der Verwaltung, die am Mittwoch auf der Tagesordnung der Stadtverordneten steht, werden erstmals Zahlen für das Projekt genannt.

Demnach wird für die Versorgung aller Einrichtungen eine Bruttogeschossfläche von knapp 10 000 Quadratmetern benötigt, die reine Nutzungsfläche beträgt gut 7700 Quadratmeter. Zum Vergleich: Das Kunsthaus im alten Rechenzentrum an der Breiten Straße hat gut 5000 Quadratmeter Nutzfläche.

Den größten Platzbedarf hat mit einer Fläche von rund 2640 Quadratmetern das Stadtarchiv, gefolgt vom Potsdam-Museum mit 2250 Quadratmetern und dem Naturkundemuseum mit rund 1230 Quadratmetern. Die Denkmalpflege benötigt rund 1000 Quadratmeter, die Stadt- und Landesbibliothek rund 300 Quadratmeter.

Zum Thema wurde das Zentraldepot über die seit Jahren andauernde Debatte über die Lagerbestände des Potsdam-Museums. Während das Museum selbst 2012 mit dem Alten Rathaus einen repräsentativen Sitz in der Innenstadt bekam, sind die Archivalien noch immer über mehrere provisorische Lagerstätten verteilt.

2005 wurden die Lagerbestände des Stadtmuseums in einem früheren Laborgebäude auf Hermannswerder zusammengefasst, das mittelfristig durch einen Anbau erweitert und zu einem auch für Besucher zugänglichen Schaudepot werden sollte. Das Projekt wurde mangels Finanzen nicht weiter verfolgt.

Ersatzweise erschloss man weitere Depoträume in der einstigen Waldschule in Groß Glienicke und schließlich auf dem Gelände der MAZ-Druckerei an der Friedrich-Engels-Straße. Auch das Stadtarchiv, das Denkmalpflegeamt, das Naturkundemuseum und die Stadt- und Landesbibliothek haben Archivgut in provisorisch hergerichteten Räumen in der Groß Glienicker Waldsiedlung deponiert.

Zur Ermittlung des Investitionsbedarfs wurden drei Varianten geprüft. Verworfen wurde wegen einer vergleichsweise hohen Mietbelastung ein Bau in öffentlich-privater Partnerschaft, bei dem das Depot vom einem Partner errichtet und dann durch die Stadt angemietet würde.

Ebenso verworfen wurde die Sanierung und Erweiterung der provisorischen Räume in Groß Glienicke –gekoppelt mit der Herrichtung des aktuell vom Stadtarchiv genutzten Hauses in der Helene-Lange-Straße für den Publikumsverkehr. Gegen dieses Modell sprachen laut Stadt in der Kalkulation überdurchschnittlich hohe Betriebskosten.

Favorisiert wird ein kreditfinanzierter Neubau durch den Kommunalen Immobilienservice (Kis) mit einer Investitionssumme von 26,7 Millionen Euro sowie 13 Millionen Euro für Betrieb und Unterhaltung in den ersten 20 Jahre nach der im Rechenbeispiel für 2025 angesetzten Eröffnung.

Um die Kredite, die von der Kommunalaufsicht genehmigt werden müssen, über mehrere Jahre zu strecken, soll das Zentraldepot beginnend mit dem Stadtarchiv schrittweise eröffnet werden.

Dokumente aus sieben Jahrhunderten

Im Stadtarchiv lagert eine Vielzahl die Stadt betreffender Schriftstücke, Urkunden, Karten, Pläne, Zeitungen, Bücher, Fotografien, Postkarten und Chroniken. Allein die Magistratsakten aus den Jahren 1560 bis 1945 umfassen 328 laufende Meter.

Die älteste im Stadtarchiv aufbewahrte Urkunde aus dem Jahr 1304 bezeichnet Potsdam als „Stedecken“, Städtchen. Sie gilt deshalb zugleich als älteste Stadturkunde.

Die Anfänge des Archivs liegen im Dunkeln. 1822 soll es erste Initiativen des Magistrats für die Einrichtung eines Stadtarchivs gegeben haben. 1921 wurde erstmals ein hauptamtlicher Stadtarchivar eingestellt. Das erste geordnete Archiv war im Turmzimmer des Alten Rathauses.

Von Volker Oelschläger

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