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Potsdam Nimmt das RAW-Projekt heute die erste wichtige Hürde?
Lokales Potsdam Nimmt das RAW-Projekt heute die erste wichtige Hürde?
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01:16 01.02.2019
Animation des geplanten Neubaus an der Friedrich-Engels-Straße, der die Werkstatthallen des Reichsbahnausbesserungswerkes mit bis zu 33 Meter Höhe überspannen soll. Quelle: The RAW
Potsdam

Die von Mirco Nauheimer vertretene Gesellschaft The RAW, die auf einem Teil des früheren Reichsbahnausbesserungswerkes (RAW) an der Friedrich-Engels-Straße ein Zentrum für die Digitalwirtschaft errichten will, ist nicht unter den Bietern für das „Minsk“-Areal am Brauhausberg. Wie berichtet, hatte RAW-Chef Mirco Nauheimer in einem Pressegespräch bekannt gegeben, dass die Gesellschaft in Potsdam noch ein zweites Gewerbezentrum sowie ein Wohnungsbauprojekt mit 600 Wohnungen „in zentraler Lage“ vorbereite. Daraufhin kochte die Gerüchteküche auf. Denn noch immer ist unbekannt, wer der mit 27 Millionen Euro Meistbietende für das Gelände am Brauhausberg ist, auf dem ein neues Wohnviertel errichtet werden soll. Doch Nauheimer verneinte auf MAZ-Anfrage: „Wir sind nicht der potenzielle Investor am Brauhausberg.“

Mirco Nauheimer vor einem Plan mit dem RAW-Gelände. Quelle: Bernd Gartenschläger

Das RAW-Projekt könnte am Mittwoch in der Stadtverordnetenversammlung mit dem Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan die erste wichtige Hürde nehmen. Der Entwurf für den Bau, der mit bis zu 33 Metern Höhe die alten Werkhallen des RAW überspannen soll, ist umstritten. Im Bauausschuss war die Beratung der Vorlage an den Rand eines Eklats geraten: Baudezernent Matthias Rubelt (parteilos) hatte für ein Architekten-Werkstattverfahren geworben, daraufhin drohte Nauheimer wegen Zeitverzugs mit dem Rückzug der 120 Millionen-Euro-Investition, die 1000 innovative Arbeitsplätze nach Potsdam locken soll. Rubelt gab klein bei.

Weitere Informationen zum zweiten RAW-Gewerbezentrum „in ähnlicher Größenordnung“ und zu dem Wohnungsbauprojekt waren bei Nauheimer bisher ebenso wenig zu bekommen wie bei der Stadt: Rathaussprecherin Christine Homann teilte auf Anfrage lediglich mit: „Da es sich hier um private Bauvorhaben handelt“, könne sie „keine Auskunft erteilen“.

Neuigkeiten zum Streit um die Rückzahlung von Kita-Gebühren an die Eltern hat Jugend-Dezernentin Noosha Aubel für die Stadtverordnetensitzung angekündigt. Sie will bekannt geben, mit welchen Gerichtskosten und welchem Arbeitsaufwand die Kita-Träger im Zusammenhang mit den beschlossenen Rückzahlungen für die Jahre 2015 bis 2018 rechnen. Dabei soll es sich um mehrere Millionen Euro handeln – zusätzlich zu den 20 Millionen, die ohnehin schon per Nachtragshaushalt bereit gestellt werden sollen.

Die Diskussion zum Bau einer weiteren Brücke über den Templiner See als dritte Havelüberquerung zur Entlastung des Innenstadt-Verkehrs könnte am Mittwoch endgültig beerdigt werden. Linke, Bürgerbündnis/FDP, CDU/ANW und der Fahrländer Ortsvorsteher Claus Wartenberg (SPD) dringen in einem seltenen Bündnis für erneute Untersuchungen, doch in den Fachausschüssen ist ihr Ansinnen bereits mehrheitlich abgelehnt worden

In die letzte Runde geht der zur Bundesgartenschau 2001 mit einem Volkspark eröffnete Bau eines neuen Wohnviertels auf dem Bornstedter Feld. Die Stadtverordneten sollen am Mittwoch noch einmal zusätzliche Entwicklungsziele bis 2021 beschließen, darunter sozialen Wohnungsbau, vier Kitas, eine Jugendfreizeitstätte, einen Bürgertreff und Studentenwohnheime. Für ein mögliches Kiezbad soll eine Fläche südwestlich der Biosphärenhalle freigehalten werden.

Baustelle für die Steuben-Gesamtschule im Januar 1995. Quelle: Matthias Littwin

Erweitert werden soll mehr als 20 Jahre nach seiner Fertigstellung das Kirchsteigfeld, das als erstes großes Neubauviertel der Nachwendezeit in den neuen Bundesländern gilt. SPD, Linke und CDU/ANW wollen gemeinsam beantragen, dass die für Gewerbe reservierte Brache entlang der Ricarda-Huch-Straße für neue Wohnungen frei gegeben wird. Dafür sollen auf der anderen Seite an der Autobahn ein umso größerer Gebäuderiegel für die Wirtschaft errichtet werden.

Um das Wäldchen zwischen der Babelsberger Tram-Wendeschleife und dem Sportplatz des FSV Babelsberg 74 ist bereits erbittert gestritten worden. Umweltschützer demonstrierten erfolgreich gegen die diskutierte Rodung zur Schaffung neuer Sportanlagen. Nun kommt das Waldstück wieder auf die Tagesordnung: Die CDU/ANW will prüfen lassen, wie es zu einem „ökologisch hochwertigen Stadtwald mit sportlichen Akzenten aufgewertet werden kann.“

Kindertheater mit dem Grimm-Sisters im T-Werk. Quelle: promo

Das Kulturviertel Schiffbauergasse wird am 1. Juni erstmals Austragungsort eines großen Festes zum internationalen Kindertag, teilt die Verwaltung in einer Vorlage zur Stadtverordnetensitzung mit. An dem Fest beteiligen sich namhafte Häuser wie das Hans-Otto-Theater, das Waschhaus und das T-Werk mit Angeboten auf ihren Bühnen und im Freien. Veranstaltungen gibt es auch außerhalb – unter anderem im Lindenpark, im Museum Barberini und im Bildungsforum. Das Kindertagsprogramm mit einer zentralen Veranstaltung in der Schiffbauergasse ist von den Stadtverordneten im September 2018 auf Antrag der Linken beschlossen worden.

Von Volker Oelschläger

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