Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Potsdamer Künstler protestieren vor Landtag

Der kreativen Szene gehen die Räume aus Potsdamer Künstler protestieren vor Landtag

In Potsdam stehen vier Kunstzentren vor dem Aus. Mit der Alten Brauerei, dem Kunsthaus Scholle 51, dem Kunsthaus 17  und dem Kunsthaus „Sans titre“ verlieren Künstler und Musiker ihre Ateliers und Proberäume. Manche fragen sich bereits, ob der Stadt die kreative Schaffenskraft nichts wert ist.

Alter Markt, Potsdam 52.395343 13.059301
Google Map of 52.395343,13.059301
Alter Markt, Potsdam Mehr Infos
Nächster Artikel
Potsdams berühmtester Kater wieder auf Streife

Als Protest gegen fehlende Proberäume sind Potsdamer Künstler am Dienstag unter freiem Himmel ihrer Arbeit nachgegangen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. In einen riesigen Proberaum haben gestern etwa 30 Potsdamer Künstler der „Initiative Alte Brauerei“ den Alten Markt verwandelt. Unter dem Motto „Potsdam braucht Raum für Kreative“ machten die Kunstschaffenden mit ihren Instrumenten und Stimmen vor dem Landtag erneut auf die Probleme aufmerksam, mit denen sie derzeit zu kämpfen haben.

Ende April stehen viele Musiker und Künstler in Potsdam ohne Proberaum oder Atelier da. Am Dienstagvormittag haben sie daher erneut mit einer öffentlichen Aktion auf ihre Sorgen und Nöte aufmerksam gemacht. Vor dem Landtagsgebäude am Alten Markt gingen sie ihrer alltäglichen Arbeit unter freiem Himmel nach.

Zur Bildergalerie

Auslöser des Protests war die Kündigung der Ateliers und Proberäume von 25 Bands und mehr als 100 Kreativen auf dem Gelände der Alten Brauerei am Brauhausberg. Bis zum 30. April müssen die Künstler die von ihnen angemieteten Werkstätten räumen. Auf dem 950 Quadratmeter großen Areal sollen künftig Eigentumswohnungen entstehen. Mit der Alten Brauerei, dem Kunsthaus Scholle 51 in Potsdam-West, dem Kunsthaus 17 an der Heinrich-Mann-Allee und dem Kunsthaus „Sans titre“ in der Französischen Straße stehen aktuell vier Kunstzentren vor dem Aus. Weil bezahlbare Alternativen derzeit nicht in Sicht sind, gingen knapp 60 betroffene Künstler bereits Anfang März auf die Straße.

Am Dienstag trommelten, sangen und malten sie wieder für mehr Freiräume in der Stadt. „Wir wollen mit den Politikern in einen konstruktiven Dialog treten und den Potsdamern unsere Situation bewusst machen“, sagte André Tomczak, Sprecher der Initiative. Potsdam konzentriere sich vor allem auf die Verschönerung des Stadtbilds, kritisierte der betroffene Musiker: „Andere wichtige Aufgaben werden aber vernachlässigt.“

 

In seinen Augen muss die Stadt endlich handeln.„Die freie Kunstszene ist wichtig für unsere Stadt“, sagte auch Uwe Fröhlich (Grüne). Der Kreisverbandssprecher kam gestern stellvertretend für seine Fraktion auf den Alten Markt, um seine Solidarität mit den Kunstschaffenden auszudrücken. „Potsdams Künstler sind so vielfältig. Sie brauchen lediglich ein Dach über dem Kopf und einen WLAN-Anschluss – das sollte doch bezahlbar sein“, forderte Fröhlich. Seine Fraktion unterstützt den Vorstoß der Wirtschaftsförderung, die Husarenkaserne in das Kunstzentrum Schiffbauergasse zu integrieren ( MAZ berichtete). Einen entsprechenden Antrag stellte die Partei schon am Montag. „Das Thema wird am 5. April in der Stadtverordnetenversammlung verhandelt“, so der Grünenpolitiker.

„Die Politiker schmücken sich mit unserer Kreativität, aber unternommen haben sie nicht viel“, kritisierte Stefanie Rüffer vom Puppentheater „Red Dog“. Stellvertretend ließ die freie Regisseurin einen lilafarbenen Plüschwolf über den drohenden Verlust von Kunsträumen meckern: „Wir sitzen auf der Straße und keinen kümmert’s!“

Von Josefine Sack

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Bandräume zu kommerziellen Konditionen

Seit Monaten geht in der Musik-Szene Potsdams die Angst um: Nach und nach gehen ihnen die Proberäume aus. Vor allem die Kündigung der angemieteten Räume in der Alten Brauerei am Brauhausberg trifft viele Künstler. Viele Kreative fürchten um den Verlust ihrer Ateliers, Werkstätten und Proberäume. Jetzt gibt es zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer.

mehr
Mehr aus Potsdam
dfdbc0d4-af48-11e7-b225-97bf4e5da6db
Potsdam – damals und heute

Zeitreise durch Potsdam: Anhand von historischen und aktuellen Aufnahmen zeigt die MAZ, wie sich die Stadt Potsdam verändert hat – und was wieder aufgebaut wurde. Besuchen Sie mit Klick durch die Galerie Potsdams markante Ecken – damals und heute.

Die Karikaturen von Jörg Hafemeister aus 2018

Jörg Hafemeister karikiert seit Jahren die Potsdamer Lokalpolitik. Nun hat er immer mittwochs seinen festen Platz im Potsdamer Stadtkurier. Wir zeigen an dieser Stelle alle Karikaturen aus dem Jahr 2018.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg