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Potsdam Gärtnern im Park Babelsberg
Lokales Potsdam Gärtnern im Park Babelsberg
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19:03 27.07.2018
Vor dieser malerischen Kulisse lässt es sich arbeiten: Vor dem kleinen Schloss Babelsberg pflegt Astrid Schulze die Blumenbeete. Quelle: foto: Bernd Gartenschläger.
Babelsberg

Astrid Schulze hockt an dem bunten Blumenbeet vor dem kleinen Schloss Babelsberg, grubbert in der Erde, schnippelt an den Blättern und zupft Unkraut. Die Sonne steht gerade am höchsten Punkt, vom Wasser weht eine angenehm kühle Brise rüber. Ein paar hundert Meter entfernt planschen Kinder im Strandbad.

Astrid Schulze trägt eine kurze Shorts und T-Shirt. Ihr Teint ist sonnengeküsst, das ganze Gesicht legt sich in verschmitzte Fältchen, wenn sie lacht. Sie ist zufrieden. Jetzt bei 28 Grad und herrlichem Sonnenschein im Büro am Computer sitzen – das würde für sie nicht infrage kommen. Allein die Vorstellung löst bei ihr sichtlich Unbehagen aus. „Draußen fühle ich mich freier – drinnen bin ich wie eingeschlossen“, sagt sie.

Die 51-Jährige ist Gärtnerin bei der Potsdamer Schlösserstiftung. Ihr Revier ist der Park Babelsberg – schon seit 1991. In dem 124 Hektar großen Park, den ein einst die Gartenkünstler Peter Joseph Lenné und später ab 1843 Fürst Hermann von Pückler-Muskau gestalteten, ist Astrid Schulze für alle Blumen verantwortlich. Das passt – wo sie doch ursprünglich mal Floristin werden wollte. Da sie aber zu DDR-Zeiten keine Stelle bekam, machte sie Anfang der 80er Jahre bei der LPG in Marquardt ihre Ausbildung zur Gärtnerin. „Im Nachhinein war das genau richtig – als Floristin hätte ich ja auch viel drinnen gearbeitet“, sagt sie.

Wenn die Havel in den ersten Morgenstunden ab sechs Uhr noch nicht befahren ist, entdeckt man viele Fischreiher im Schilfgürtel, erzählt sie. „Das strahlt so eine Ruhe aus“, schwärmt sie mit einem Seufzer und lässt den Blick über das Wasser schweifen. Und wenn sich dann um zehn Uhr alle Fontänen und kleinen Bäche im Park in Bewegung setzten und vor sich hinplätschern, erfreut sie das immer noch. Sie hat den Blick für die Schönheit des Parks auch nach 27 Jahren Arbeit im Park nicht verloren. „Man entdeckt ja auch immer wieder etwas anderes“, sagt sie. Denn in den Jahren hat sich viel verändert.

Früher durchzog der Grenzstreifen die Gartenlandschaft. Stacheldraht und Hundelaufanlagen sollten die Menschen hindern, das Land zu verlassen. Astrid Schulze erinnert sich noch gut an die verwilderte Anlage nach der Wende. Wenn sie heute durch den Park geht, dann sieht sie, was sich nach und nach entwickelt hat. So habe es auch den weitläufigen Bowlinggreen vor dem neogotischen Schloss Babelsberg vorher nicht gegeben. Schritt für Schritt wurden Anfang der 90er Jahre Wege und Grünflächen von der Stiftung wieder zurückmodelliert – mit dabei war Astrid Schulze.

Im Park kennt sie so gut wie jeden Zentimeter. „Den“ einen Lieblingsplatz hat sie aber nicht. „Man kann sich in jeden Punkt im Park verlieben“, sagt sie lachend. Viele Stellen würden herrliche Sichtachsen bieten – zum Beispiel auf die Glienicker Brücke oder auf die Siegessäule.

Ein lauschiges Plätzchen sei auch das Schwarze Meer auf der Anhöhe im nördlichen Teil des Areals, oberhalb der Schlossküche. Der kleine Teich hat zwei Inseln mit Rollrasen. „Irgendwann hat da mal jemand zwei, drei Goldfische ausgesetzt – heute ist da ein ganzer Schwarm“, erklärt sie.

Dass sie an so einem idyllischen Ort arbeiten kann, lässt auch ihre Freunde neidisch werden. „Die sind alle begeistert – nur im Winter würden sie nicht mit mir tauschen wollen“, sagt sie. Astrid Schulze macht das nichts aus. „Die Arbeit draußen härtet ab“, erklärt sie. Nach ein, zwei Wochen habe sich der Körper an die Kälte gewöhnt. Notfalls wärmt man sich eben mit Tee auf.

In einem anderen Potsdamer Schlössergarten – beispielsweise in Park Sanssouci – möchte sie nicht arbeiten. „Ich bin hier groß geworden und einen alten Baum verpflanzt man nicht“, sagt sie. Wenn Sie tageweise mal in die anderen Anlagen fährt, sei das zwar schön, aber sie ist dann froh, wenn sie die Einfahrt wieder in „ihren“ Park fährt.  

Von Anne Knappe

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