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Potsdam Privates Car-Sharing in Potsdam
Lokales Potsdam Privates Car-Sharing in Potsdam
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00:17 23.10.2013
Joos van den Dool (r.) und seine Frau Kerstin (l.) teilen ihren Golf mit den Nachbarn, die ebenfalls ihre Autos verleihen. Quelle: privat
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Potsdam

Nachbars Wagen schnappen und ab damit ins Möbelhaus oder zum Templiner See  - in Potsdam-West ist das seit April möglich. Die Nachbarschaftsinitiative Stadt-Teil-Auto teilt mit Potsdamern einen Mercedes Sprinter, zwei Opel Zafira, einen Renault Kangoo, zwei VW Golf und neuerdings zwei Lastenräder. Initiator Joos van den Dool erklärt das Prinzip: "Wir haben eine Kontaktliste mit Namen, Telefonnummern und Mailadressen. Man verabredet sich zur Schlüsselübergabe, unterschreibt einen Vertrag und kann losfahren." Wer sein Auto anderen zur Verfügung stellt, muss mit der Versicherung abklären, dass auch Dritte den Wagen fahren dürfen, so der Stadtplaner und Moderator.

Die Autoteiler rund um die Meistersingerstraße vereinbaren schriftlich, dass im Schadensfall der Unfallverursacher die Folgekosten übernimmt. Die Konditionen und den Preis fürs Entleihen bestimmt jeweils der Autobesitzer. 19 Cent pro Kilometer kostet zum Beispiel der Golf von Kerstin und Joost van den Dool  - inklusive Sprit. "Wir haben nicht vor, damit etwas zu verdienen", sagt der 35-jährige Potsdamer. Mit dem privaten Car-Sharing verfolgt er andere Ziele: die Fixkosten fürs Auto teilen, die Parkplatzprobleme im Kiez entschärfen, umweltbewusst und solidarisch die Gemeinschaft stärken.

30 Potsdamer sind aktuell im Netzwerk aktiv, darunter viele junge Familien. Es gebe 30 weitere Interessenten  - und schon Nachbarn, die sich wegen des Stadt-Teil-Autos erst gar kein eigenes Gefährt zulegten, sagt van den Dool. Seine Vision: "Bald wird man eine Flatrate für Autos haben und zwischen verschiedenen Angeboten wählen können, so dass wir letztlich weniger Autos brauchen." Benutzen sei Menschen heute wichtiger als Besitzen.

Die Stadt Potsdam "möchte gerne Carsharing fördern. Dabei geht es um die Unterstützung bei den Stellflächen", so Stadtsprecher Jan Brunzlow auf Nachfrage. Die Verwaltung geht davon aus, dass "ein großes Car-Sharing-Potenzial dort entsteht, wo Neubauvorhaben geplant sind." Der Stadtverwaltung sind mit der neuen Initiative derzeit acht Car-Sharing-Anbieter bekannt, die in Potsdam über entsprechende Onlineplattformen genutzt werden. Stadt-TeilAuto ist das erste nicht-kommerzielle Netzwerk in Potsdam.

Ortsansässigen Autovermietern machen beide Formen des Autoteilens bisher noch keine ernsthafte Konkurrenz. "Man lebt von Stammkunden", sagt eine Vermieterin auf Nachfrage. Das Geschäft laufe trotzdem, heißt es bei anderen Leihstationen. Aber auch: "Das ist für uns natürlich nicht von Vorteil."

Der Bundesverband der Autovermieter teilte kürzlich mit, er wolle "gerichtlich durchsetzen, dass Kraftfahrzeuge, die regelmäßig vermietet werden, auch als Mietwagen zugelassen sind".

Von Michaela Grimm

ORGANISIERTES AUTOTEILEN

Der ADAC definiert Car-Sharing als das organisierte, gemeinschaftliche Nutzen von Autos.

Die Deutsche Bahn-Tochter Flinkster ist der größte kommerzielle Anbieter in Deutschland.

Weitere Car-Sharing-Anbieter in Potsdam sind CiteeCar, TeilAuto, Greenwheels, Nachbarschaftsauto, autonetzer und tamyca.

Dezentrale Standorte im Wohnumfeld und die 24-Stunden-Zugriffsmöglichkeit sind Unterschiede zum Mietwagen-Verleih.

Der nächste Infoabend findet morgen statt: um 20 Uhr im Atelier Guelden, Carl-von-Ossietzky-Straße/Ecke Meistersingerstraße. Themen sind der Versicherungsschutz und die Kostenumlegung. Weitere Informationen unter www.stadtteilauto.net.

AUF EIN WORT

Verborgt
Ein nicht mehr ganz taufrischer Männer-Spruch lautet: Frauen und Autos verleiht man nicht. Das mit den Damen hat bis auf Weiteres Bestand – sieht man von Exklaven ab wie jener Kommune bei Bad Belzig, wo man experimentelle Lebensentwürfe testet („Kannste Moni Samstagabend entbehren? Darfst dafür mein Liegerad haben“). Aufs heilige Blechle trifft die Herren-Weisheit aber nicht mehr zu. In Potsdam-West verborgen Bürger einander ihre Autos. Damit reduzieren sie ihre Lebenshaltungskosten und helfen der Stadt, die Parkplatznot zu lindern. Die Initiative ist Teil eines ziemlich vitalen Bürger-Verbundes, der in Potsdam seit nicht allzu langer Zeit gedeiht. Mit Hilfe der internetgestützten Sozialen Netzwerke entsteht eine nicht-kommerzielle Subkultur, die der Stadt gut zu Gesicht steht. Nützliches wächst heran wie auch Heiter-Unterhaltsames: Etwa eine Kunst-Reihe, für welche Bürger ihre Wohnungen als Ausstellungsräume zur Verfügung stellen. Andere Netzwerker teilen sich eine Babysitting-Oma oder geben gemeinsame Großbestellungen für Bio-Gemüse auf. Die Stadt tut gut daran, dieses Bürgerengagement zu nutzen – und sie hat es sich sogar schon zu eigen gemacht: Unter anderem mit einem virtuellen Tauschmarkt. Der nächste Schritt wäre, den Auto-Tauschern von Potsdam-West reservierte Parkplätze zur Verfügung zu stellen.

Ulrich Wangemann

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