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Potsdam Pro-Potsdam-Chefs führen Stadtwerke
Lokales Potsdam Pro-Potsdam-Chefs führen Stadtwerke
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15:22 21.06.2016
Nun auch Stadtwerke-Geschäftsführer: Horst Müller-Zinsius. Quelle: Friedrich Bungert
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Potsdam

Geschäftsführer der städtischen Bauholding Pro Potsdam übernehmen interimsweise die Führung der Potsdamer Stadtwerke (SWP). Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) gab am Montag im Hauptausschuss bekannt, dass Pro-Potsdam-Chef Horst Müller-Zinsius vorübergehend gemeinsam mit dem Chef des städtischen Rechnungsprüfungsamtes, Christian Erdmann, die Leitung der Stadtwerke übernimmt. Jörn-Michael Westphal, Geschäftsführer der größten Pro-Potsdam-Tochter Gewoba, soll gemeinsam mit Erdmann die Leitung der größten Stadtwerketochter Energie und Wasser Potsdam (EWP) übernehmen. Die Personalien sollen den Aufsichtsräten der SWP und der EWP laut Jakobs am 24. Juni bzw. am 27. Juni vorgeschlagen werden.

Beide Unternehmen sind nach der Freistellung von Konzernchef Wilfried Böhme am vergangenen Freitag führungslos. Böhmes Kollege in der Geschäftsführung der EWP, Holger Neumann, ist bereits vor einigen Wochen suspendiert worden. Das Tagesgeschäft wird von den Prokuristen abgesichert, deren Anzahl im Zuge der Führungskrise in beiden Unternehmen von bisher vier auf sechs erhöht wurde.

Mit der Personalsuche neuer, externer Geschäftsführer für die EWP und die SWP soll laut Jakobs ein Personalberatungsunternehmen beauftragt werden. Nach Angaben von Teilnehmern des nichtöffentlichen Hauptausschusses rechnet die Stadt für die Suche nach neuem Spitzenpersonal mit einem Zeitraum von bis zu einem dreiviertel Jahr. Für die SWP komme es nun „darauf an, die anhängigen Unregelmäßigkeiten restlos aufzuklären“, so Jakobs, „neue Standards zu implementieren und die bestehenden in ein sicheres Controlling zu überführen“. Für die Stadtwerke sei es „unabdingbar, dass ein erfahrener Geschäftsführer den Konzern weiter steuert und den Badneubau ordnungsgemäß zu Ende bringt“.

Die Stadtwerke stecken in der schwersten Führungskrise ihrer Geschichte. Böhme wurde wegen der mutmaßlichen Begünstigung eines Schwagers freigestellt. Anfang Mai waren bereits Neumann und Enrico Munder, Chef der Stadtentsorgung, nach Untreuevorwürfen suspendiert worden. Ende Mai hatte der Chef der Verkehrsbetriebe, Martin Grießner, seinen Abschied bekannt gegeben. Mit Peter Paffhausen musste 2011 schon einmal ein Stadtwerke-Geschäftsführer nach einem Skandal den Dienst quittieren. Damals ging es um verdecktes Sportsponsoring und Bespitzelungsvorwürfe.

Der starke Mann von Potsdam

Als Chef der Bauholding Pro Potsdam ist Horst Müller-Zinsius (64) ohnehin einflussreichster Geschäftsführer der Stadt. Mit einer Bilanzsumme von 785 Millionen Euro lag die Pro 2013 klar vor den anderen Konzernen der Stadt.

Dass Müller-Zinsius nun daneben die Führung der Stadtwerke (Bilanzsumme rund 640 Millionen Euro) übernimmt, ist auch eine Ironie der Geschichte: Peter Paffhausen, als SWP-Chef lange der andere starke Mann von Potsdam, musste den Job 2011 auch quittieren, weil er einen Spitzel auf Müller-Zinsius angesetzt haben soll.

Von Volker Oelschläger

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