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Prochnow gewinnt 10. Potsdamer Schlösserlauf

Über 4500 Teilnehmer auf der Strecke Prochnow gewinnt 10. Potsdamer Schlösserlauf

Angesichts des Gewimmels verlor sogar der Sprecher beim Zieleinlauf im Stadion Luftschiffhafen den Überblick. Da wurde irrtümlich ein ganz anderer Sieger verkündet. Aber Christian Prochnow hatte keine Zweifel. Er war am Sonntag der Schnellste beim 10. ProPotsdam Schlösserlauf über die Halbmarathonstrecke in 1:13:56 Stunden.

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Schnellster beim Halbmarathon: Christian Prochnow.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Und der 30 Jahre alte Lokalmatador und Triathlonspezialist geriet sofort ins Schwärmen: „Ich bin wirklich das erste Mal dabei und begeistert. Die Strecke ist wunderschön, so habe ich die Schlösser und Gärten noch nie erlebt. Das ist ja ein richtiges Top-Event für Potsdam geworden, wenn man sieht, was hier auf die Beine gestellt wurde. Mann oh Mann.“ Sprach’s und erhielt sofort Bestätigung vom Zweitplatzierten Mike Poch (1:15:19). Der 47-jährige Quedlinburger meinte: „Mir wurde der Lauf empfohlen und da ich bei Freunden in Potsdam übernachten konnte, war alles kein Problem. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.“ Der Senioren-Europameister im Marathon in der Altersklasse M 45 wird daher nun künftig ebenfalls für den Schlösserlauf werben, der sich mittlerweile als größtes Laufevent in der Stadt etabliert hat.

Dabei hatte der veranstaltende Stadtsportbund (SSB) zum Jubiläum mächtig zu kämpfen. Zum einen freute der Teilnehmeransturm bei den Anmeldungen – über 4500. Zum anderen drohte gar kurz vor Ultimo der Abbruch, weil in der Nacht ein Sturm sämtliche Aufbauten im Stadion weggefegt und größtenteils zerstört hatte. Dazu kamen Regen und Kälte. Aber die Läuferschar mit vielen ausländischen Gästen ließ sich zum größten Teil nicht abschrecken, schließlich wurde mit 3869 Startern ein neuer Rekord vermeldet. „Das schlechte Wetter hat uns einige hundert Teilnehmer gekostet“, bestätigte SSB-Geschäftsführerin Anne Pichler, der früh morgens beim Anblick des Sturmchaos’ die Tränen kamen. Aber die fleißige Helferschar ließ sich nicht entmutigen. Selbst Prochnow gab zu: „Als ich am Morgen aus dem Fenster geschaut habe, wäre ich am liebsten im Bett geblieben.“

Das war für Juliane Detlefsen keine Frage. Die 24-Jährige vom SC DHfK Leipzig wollte schließlich ihren Vorjahressieg wiederholen – und das klappte. In 1:25:12 Stunden verwies sie die Teltowerin Karsta Parsiegla, die bei ihrer zehnten Teilnahme zum zehnten Mal auf dem Podest landete, in 1:27:43 auf Rang zwei.

Juliane Detlefsen, die auf der Strecke im Gerangel des Feldes ihre Uhr am linken Handgelenk verlor, erhielt im Ziel gleich noch ein Küsschen von Freundin Sandra Boitz. Die Lebensgefährtin hatte sich nicht zweimal bitten lassen, mit nach Potsdam zu reisen und sich für die kürzere Strecke entschieden. Prompt holte sich die 38-Jährige in 37:47 Minuten den großen Siegerpokal. „Da hat es sich doch gelohnt, wieder hierher zu kommen“, meinte Juliane Detlefsen. Die Gesundheitsmanagerin könnte sich vorstellen, im nächsten Jahr den Hattrick anzustreben, denn: „Die Strecke scheint mir zu liegen. Ab dem Babelsberger Park war es wunderbar. Und einen Stadioneinlauf gibt es ja auch nicht überall.“
Bei den Männern setzte sich über 10 km der erst 16-jährige Berliner Dennis Heberer in 35:16 durch, der ebenso wie der Zweitplatzierte Emanuel Hardorp (35:23) beim Verein Kimbia Sports in Potsdam trainiert.

Gegen die vielen glücklichen Gesichter im Ziel hatte das miesepetrige Wetter keine Chance. Vater Horst (59) und Sohn Steffen (30) Berger aus Berlin lagen sich nach gemeinsam zurückgelegter Strecke in den Armen: „Ich laufe nur zweimal im Jahr bei Wettkämpfen – in Potsdam und Dresden“, verriet Horst Berger. „Wegen der guten Organisation komme ich hier gern wieder.“
 

Alle Ergebnisse des 10. ProPotsdam Schlösserlaufs unter www.potsdam-schloesserlauf.de

Peter Stein

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