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Potsdam Prominenter Fürsprecher für die FH-Potsdam
Lokales Potsdam Prominenter Fürsprecher für die FH-Potsdam
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17:10 28.11.2017
Star-Architekt Peter Kulka.
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Innenstadt

 In der Debatte um den Abriss der Fachhochschule (FH) am Alten Markt äußert sich nun auch Landtagsarchitekt Peter Kulka – und zwar mit einem überraschenden Plädoyer zugunsten des DDR-Gebäudes. „Unabhängig von dem Stand der bisherigen Planung – Standort außerhalb und Kosten – glaube ich, dass es sehr spannend wäre, die FH an dieser Stelle zu erhalten und durch den Rückbau einer Achse wieder auf die historische Grenze der Stadt zurückzuführen“, schrieb Kulka in einem offenen Brief an die Landtagsabgeordnete Gerrit Große (Linke). Allerdings müsse die Sanierung „hochsensibel“ ausfallen und die Fassaden gut detailliert werden.

 Der Dresdner Kulka erlangte bundesweit Bekanntheit mit dem Bau des Brandenburger Landtags mit der Barockfassade auf dem Grundriss des alten Potsdamer Stadtschlosses. In unmittelbarer Nachbarschaft steht die Fachhochschule. Der Grund, weshalb der renommierte Architekt nun eine Lanze für ihren Erhalt bricht, ist folgender: „Es entsteht ein spannender Dialog zwischen Landtag und Fachhochschule, auf deren ebenfalls zurück gesetzter Freitreppe die Studenten wie die Spatzen sitzen. Solche Bilder sind bekannt und machen unsere Städte lebenswert.“

“Spannender Dialog zwischen Landtag und Fachhochschule“ Quelle: Christel Köster

„Städte müssen sich anpassen“

Für Kulka stellt das Gebäude „eine Zeitschicht dar, die immer weiter überformt wird und teilweise ganz verschwindet. Der Reichtum unserer Städte wird nicht zuletzt durch diese Zeitschichten mitbestimmt und geprägt“. Die Auslöschung dieser Zeitschichten bedeute nicht automatisch, dass dadurch eine lebenswertere Stadt entsteht, argumentiert der Architekt, der dafür bekannt ist, dass er selten ein Blatt vor den Mund nimmt.

Er stellt die Debatte nun in einen größeren Kontext: „Unsere Zeit heute ist nicht sehr offen für die Extreme und eher konservativ. Insofern nimmt es nicht Wunder, dass dadurch bedingt heute oft die bekannten Wege gegangen werden. Ich bin zutiefst überzeugt, dass Städte sich immer wieder anpassen müssen an die Wünsche der Bewohner und damit verbunden dann auch ein Bild ausstrahlen, dass entweder Identität stiftet oder Identität verweigert. Das gilt auch für Potsdam“, schreibt er.

Geteilte Reaktionen

Kulkas Vorstoß wird – gerade vor dem Hintergrund des Bürgerbegehrens, das sich gegen die Verwendung städtischer Gelder für Kauf und Abriss des Mercure-Hotels, des Staudenhof-Wohnblocks und der FH wendet – mit geteilten Reaktionen aufgenommen. „Ich freue mich, dass er in dieser aufgeheizten aktuellen Diskussion einen ernsthaften Hinweis gibt, dass der Erhalt möglich ist“, begrüßte Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg am Freitag das Statement. Sandro Szilleweit („Die Andere“) schlug in eine ähnliche Kerbe: „Kulkas Bereitschaft unmittelbar neben ,seinem’ barocken Landtag moderne Architektur wie die Fachhochschule zuzulassen, zeugt von einem gewissen Respekt gegenüber stadtplanerischer Lebensleistung sowie Architektur- und Nutzungskonzepten früherer Generation.“

Grüner für Umbau

Grünen-Fraktionschef Peter Schüler hält hingegen nichts von einem Erhalt der Fachhochschule. „Für eine erlebbare Stadtstruktur muss umgebaut werden.“ Die momentane Verteilung der offenen und bebauten Räume sei „völlig falsch“. SPD-Fraktionsvize Pete Heuer erklärte: „Das klingt wie der Ruf nach dem Spatz in der Hand und nicht nach Kulka, der sonst nach der Taube auf dem Dach strebt.“ Die Rathauskooperation (SPD, CDU, Grüne, Potsdamer Demokraten) befürwortet den Abriss der FH.

Unterdessen kommt das Bürgerbegehren auf die Zielgerade. 15 800 Unterschriften haben die Initiatoren von „Potsdamer Mitte neu denken“ bis Freitag gesammelt. Vor der Sommerpause wollen wir die Unterschriften abgeben“, kündigte Sprecher André Tomczak an.

Kulka, ein Mann der klaren Worte findet...

...im August 2013 zur Fachhochschule

...im Februar 2013 in seiner legendären Wutrede

...sowie über den herrschenden Zeitdruck während des Baus des Landtages

Von Ildiko Röd

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