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Protest gegen Wiederaufbau der Garnisonkirche

ZDF-Fernsehgottesdienst in Potsdam Protest gegen Wiederaufbau der Garnisonkirche

Rund 100 Potsdamer haben am Sonntag vor der Brache der Garnisonkirche an der Breiten Straße still gegen den Wiederaufbau der einstigen Militärkirche protestiert. Anlass war der ZDF-Fernsehgottesdienst, der aus dem gegenüberliegenden Gebäude der Industrie- und Handelskammer übertragen wurde.

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Schweige-Protest an der Garnisonkirchenbrache.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. „Ich will verhindern, dass öffentliche Gelder für die Garnisonkirche verschwendet werden und hier ein Platz für Revanchisten entsteht“, sagte etwa Ute Grimm. Manche Plakate der Demonstranten stellten Glaube und Religion grundsätzlich infrage („Es gibt keinen Gott, es gibt keinen Weihnachtsmann“). „Eines der großen Güter unserer Demokratie ist die Möglichkeit, friedlich zu demonstrieren“, sagte Wieland Eschenburg, Kommunikationsvorstand der Stiftung Garnisonkirche. Eschenburg wünschte sich einen „direkten Dialog“ mit den Kritikern. Ursprünglich sollte der Gottesdienst auf der Garnisonkirchenbrache gefeiert werden. Darauf wurde aus technischen und Sicherheitsgründen verzichtet. Karten mit Botschaft („Kein Turmbau! Pflanzt doch lieber ein Apfelbäumchen!“) verteilte Günter zur Nieden von der Initiative „Christen brauchen keine Garnisonkirche!“ vor der IHK. Viele Teilnehmer des Gottesdienstes, darunter Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) und CDU-Stadtfraktionschef Matthias Finken, kamen durch einen Nebeneingang.

Der Berliner Altbischof Wolfgang Huber warb im TV-Gottesdienst für den Wiederaufbau des Turms der 1968 gesprengten Garnisonkirche. Potsdam solle einen Ort erhalten, „der für Frieden“ stehe. „Gebäude sind nicht magisch an den Geist der Vergangenheit gekettet, in ihnen kann ein neuer Geist reifen“, wendete sich der Vorsitzende des Kuratoriums der Garnisonkirchenstiftung im ZDF an die Wiederaufbaugegner. Ex-Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) nehme die Argumente ernst, besonders die Sorge vor wachsendem Nationalismus. Fremdenhass, Intoleranz und Rassismus könnten die Gesellschaft zerstören. Der wiederaufgebaute Turm der Garnisonkirche könne ein Symbol für Frieden und Verständigung werden. „Warum brauchen wir für eine weltoffene, tolerante und solidarischen Gesellschaft den originalen Kirchturm?“, fragte Linke-Kreischef Sascha Krämer nach der TV-Übertragung.

Zum Protest in Gestalt einer „Bauernrevolte“ hatte die Bürgerinitiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“. Die Polizei genehmigte diese Veranstaltung statt – um 9 Uhr wie angemeldet – erst für 11 Uhr, als der TV-Gottesdienst längst beendet war. In den Tagen zuvor habe die Polizei mehrfach telefonisch versucht, „uns massiv einzuschüchtern und uns zu drohen“, dass der Protest verboten werde sagte BI-Sprecher Simon Wohlfahrt. Aus der „Bauernrevolte“ wurde eine Mini-Demo ums IHK-Gebäude, die sich gegen „polizeiliche Willkür“ wendete.

Von Ricarda Nowak

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