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Prozess gegen Pogida-Müller verschoben

Neuer Termin im Mai in Potsdam Prozess gegen Pogida-Müller verschoben

Weil sich sein Verteidiger krank gemeldet hat, findet der Berufungsprozess gegen Pogida-Organisator Christian Müller erst im Mai statt. Müller geht am Landgericht Potsdam gegen ein Urteil des Amtsgerichts vor. Dieses hatte ihn nach einer Silvester-Prügelei zu einem Jahr Haft verurteilt. Die möchte Müller nicht antreten und setzt auf einen Anwalt aus der rechten Szene.

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Gerichtsverhandlung verschoben.

Quelle: Nadine Fabian

Potsdam. Das für Montag vor dem Landgericht Potsdam angesetzte Berufungsverfahren gegen den Organisator der fremdenfeindlichen Pogida-Demonstrationen, Christian Müller, hat nicht stattgefunden. Die Verhandlung wurde aufgehoben, weil sich Müllers Verteidiger krank gemeldet hatte. Dies erklärte Gerichtssprecher Sascha Beck auf Nachfrage der MAZ. „Ein neuer Termin steht bereits fest“, sagte Beck. „Die Verhandlung findet nun am 15. Mai statt.“ Zu dem Termin seien mehrere Zeugen geladen.

Christian Müller

Christian Müller

Quelle: Andrè Bauer

Christian Müller muss sich in dem Berufungsprozess wegen Körperverletzung verantworten. Dabei geht es um einen Vorfall, der sich in der Silversternacht 2014/15 ereignet haben soll. Der heute 33-Jährige wird beschuldigt, auf einer Party zwei Männer geschlagen zu haben: Bei der Auseinandersetzung soll es um eine Frau und um Müllers Hund gegangen und zudem eine Menge hochprozentiger Alkohol im Spiel gewesen sein. Das Potsdamer Amtsgericht hatte Müller, der zur Tatzeit unter zweifacher Bewährung stand, für schuldig befunden und ihn im Februar 2016 zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt – ohne Bewährung. Doch sowohl der einschlägig vorbestrafte Müller als auch die Staatsanwaltschaft hatten Berufung gegen das Urteil eingelegt: Müller, weil er die Tat vehement bestreitet; die Staatsanwaltschaft, weil sie eine höhere Strafe anstrebt – der Staatsanwalt hatte vor dem Amtsgericht 16 Monate Gefängnis gefordert.

Lange Liste von Straftaten

Betrug und Sachbeschädigung, Bedrohung und Beleidigung, unerlaubter Waffenbesitz und Körperverletzung, Schwarzfahren und Missbrauch von Notrufen: Christian Müller ist bereits mehrfach aufgefallen und auch verurteilt worden – seit 2003 insgesamt 16 Mal; fünf Mal musste er ins Gefängnis. Ein psychiatrischer Gutachter attestierte Müller eine narzisstische Persönlichkeitsstörung: Er sei emotional nicht berührt von seinen Taten, neige zur Selbstüberschätzung. Ein Therapieerfolg sei fraglich.

Müller wird von Szene-Anwalt vertreten

Verteidigt wird Müller weiterhin vom rechten Szene-Anwalt Wolfram Nahrath, der im NSU-Prozess Pflichtverteidiger für den Angeklagten Ralf Wohlleben ist und auch den NPD-Funktionär Marcel Zech vertrat, der im Spaßbad Oranienburg ein KZ-Tattoo zur Schau gestellt hatte. Zech kassierte am Amtsgericht Oranienburg Ende 2015 sechs Monate auf Bewährung und ging in die Berufung. Das Landgericht Neuruppin verurteilte ihn daraufhin Ende 2016 zu acht Monaten Haft. Anwalt Nahrath hatte beide Male einen Freispruch für seien Mandanten gefordert.

Von Nadine Fabian

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