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Potsdam Bekommt Potsdam-West eine öffentliche Badestelle?
Lokales Potsdam Bekommt Potsdam-West eine öffentliche Badestelle?
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00:21 02.02.2019
Die „Städtische Badeanstalt“ am Luftschiffhafen in Potsdam um 1930. Quelle: LHP
Potsdam-West

Die Stadt prüft die Einrichtung einer Badestelle für Potsdam-West. In Betracht käme „möglicherweise“ das Gelände am Luftschiffhafen und der Pirschende, heißt es in der Antwort auf eine kleine Anfrage des Stadtverordneten Clemens Viehweg (CDU/ANW). Geprüft würden die Möglichkeiten für eine „Freizeitwiese mit öffentlichem Zugang zum Wasser“ mit dem Masterplan, der aktuell für das Gelände Seekrug/Pirschheide aufgestellt wird.

Clemens Viehrig (CDU). Quelle: privat

Viehrig hatte in seiner Anfrage zunächst auf das geplante Badebecken für die Anwohner der Yachthafenresidenz „Havelwelle“ auf Höhe Kastanienallee verwiesen. Wie berichtet soll diese Badegelegenheit anders als die teilweise öffentliche Steganlage ausschließlich Privatnutzern zur Verfügung stehen. SPD und CDU/ANW haben einen Antrag auf Freigabe des Badebeckens für die Öffentlichkeit gestellt, über den voraussichtlich am Mittwochabend abgestimmt wird.

„Am westlichen Ufer der Havel gibt es keine einzige Bademöglichkeit“, heißt es in der Begründung des Antrags: „Dass der freie Uferbereich zwischen Kastanienallee und Schafgraben nun mit einer weiteren weitgehend privaten Steganlage verbaut wird, ist misslich und widerspricht nach unserer Auffassung der Intention des Uferwegekonzepts.“

Landungssteg und Badebecken

Vor der „Havelwelle“ genannten Wohnanlage hinter Kaufland am Templiner See entsteht eine nichtöffentliche Badestelle. Das hat die Verwaltung im Dezember auf Anfrage der Stadtverordneten Babette Reimers (SPD) mitgeteilt.

Geplant sind demnach neben einem Steg mit privaten Bootsliegeplätzen eine zeitweise auch öffentlich zugängliche Landungsbrücke und Badebecken am parallel vor das Ufer gesetzten Hauptsteg.

Einschränkend heißt es: „Die Becken sind mangels öffentlichen Zugangs nicht öffentlich nutzbar. Die Landungsbrücke mit Aussichtsplattform soll zu festgesetzten Zeiten geöffnet werden.

Der Bauherr der „Havelwelle“ habe „zweifelsohne erkannt, dass in Potsdam-West der Bedarf für eine Badestelle oder ein Strandbad besteht“, sagt Viehrig. In seiner Anfrage erinnert er auch daran, dass die Verwaltung bereits mit Prüfungen zur Einrichtung einer öffentlichen Badestelle für Potsdam-West beauftragt war. Der Beschluss dazu wurde von den Stadtverordneten bereits Ende 2016 auf Antrag von SPD und CDU/ANW verabschiedet.

Geprüft werden sollten damals unter anderem die Reaktivierung eines Strandes gegenüber der Westspitze der Insel Hermannswerder, der Uferabschnitt zwischen dem Kongresshotel und der Kastanienallee, sowie im Zusammenhang mit dem Masterplan für das Leistungssportgelände der Luftschiffhafen. In der Debatte dieses Antrags hatten Vertreter der Verwaltung verschiedene Einwände gebracht: der gesamte Uferstreifen sei Landschaftsschutzgebiet, am Luftschiffhafen gebe es geschützte Tierarten, mit dem „Blu“ werde gerade ein neues Schwimmbad gebaut.

In der Antwort an Viehrig wird selbst der Bedarf für eine eigene Badestelle für Potsdam-West bezweifelt: „Der Bedarf des Stadtteils Potsdam-West“ unterscheide sich „nach Auffassung der Stadtverwaltung nicht wesentlich“ von dem „anderer Stadtteile“: „Grundsätzlich sei an dieser Stelle auf die Auffassung der Verwaltung verwiesen, wonach die Strandbäder Templin und Babelsberg den Bedarf der Stadt an bewirtschafteten und bewachten Badestellen decken.“

Ausgeschlossen wird auf Nachfrage Viehrigs eine Erweiterung des Spielplatzes „Havelhorn“ um eine Liegewiese mit Bademöglichkeit. Das komme „gegenwärtig nicht in Betracht“, weil sich die Landzunge „komplett im Landschaftsschutzgebiet befindet“. Eine sogenannte wilde Badestelle gab es noch in den 1980er Jahren unterhalb der Bahnbrücke gegenüber dem Strandbad Templin.

Auch der Luftschiffhafen hatte in den 1920er und 1930er Jahren ein eigenes Strandbad. Überliefert sind Aufnahmen unter anderem von Badestrand, einem mit Holzstegen eingefassten Schwimmbecken am Rande des Templiner Sees, von einer großen Umkleidehalle und einem Sprungturm aus Holz. Eine umfassende Recherche zur Geschichte dieser „Städtischen Badenanstalt“ wurde 2011 in dem Buch „Der Luftschiffhafen – ein Ort der Moderne“ veröffentlicht.

Von Volker Oelschläger

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