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Potsdam Pücklers Wassermusik erklingt wieder
Lokales Potsdam Pücklers Wassermusik erklingt wieder
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09:10 17.08.2016
Neue Optik, neue Akustik: Die Terrassen des neogotischen Schlosses wurden wieder hergestellt, Fontänen und Bächlein spenden nun wieder Wasser und Geräusch. Quelle: Fotos: Bernd Gartenschläger
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Babelsberg


Hartmut Dorgerloh, Direktor der Schlösserstiftung, versuchte sich am Dienstag in kosmetischen Metaphern: Zwar sei der Park Babelsberg bekanntermaßen eine der größten und wichtigsten Gärtenanlagen des 19. Jahrhunderts, doch imponierte er immer als etwas ungeschminkt. Mit der Wiederherstellung von elf Brunnen, Wasserspielen, Bachläufen und Wasserfällen sei nun auch die Schminke aufgetragen. Dorgerloh meinte das keinesfalls nur optisch, sondern auch akustisch: Es rauscht und rinnt und rumpelt nun wieder in den Becken, Bächen und Fällen. „Pücklers Wassermusik“ nennt es die Stiftung, denn es war Hermann Fürst von Pückler-Muskau, der den „Pleasureground“ – „Lustgarten“ – rund um das Schloss errichtete. 5,9 Millionen Euro aus dem „Masterplan“ genannten Sonderinvestitionsprogramm setzte die Schlösserstiftung ein, um alle Brünnlein wieder fließen zu lassen. Von den rund 20 Kilometern Eisenrohr mussten rund zehn Kilometer ausgewechselt werden, doch viel schwieriger was es, die Leitungen überhaupt erst einmal zu finden. Schließlich hatte auch der Park Babelsberg durch die DDR-Grenzanlagen großen Schaden genommen.

Ein hochmodernes Pumpwerk sorgt nun dafür, dass nicht nur der berühmte, 40 Meter hohe Geysir aus der Havel emporschießt, sondern auch der Wilhelm-Graben von der Quelle bis zum Wilhelm-Wasserfall sanft dahinplätschert. Fünf weitere Gewässer sind noch in Planung, sie werden in einem zweiten Abschnitt nach 2016 befüllt – etwa das Becken rund um den Flatowturm und der große See im Süden des Parks. Das kostet weitere drei Millionen Euro.

Die lasergereinigte Fassade des neogotischen Schlosses Babelsberg wurde bereits 2015 präsentiert, jetzt kamen fünf originalgetreue Terrassen rund um das Schloss dazu, deren größte, die Porzellanterrasse, beide Gebäudeteile organisch verbindet. In ihrer Mitte erstrahlt nun der wiedererrichtete Städtebrunnen, mit einem Geschenk aus Köln in der Mitte. Dort speit ein Geschenk der Dombauhütte Köln Wasser ins Becken, das Schlossbauherr Wilhelm I. zum Dank für Hilfe bei der Vollendung des Kölner Doms erhielt. Größte Herausforderung beim Wiederaufbau war übrigens die Findung des richtigen „Sprühbildes“ durch Feinjustierung der Ausflüsse und des Druckes.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) lobte alle Beteiligten und sprach von einem „großartigen Ergebnis“. Sie kündigte auch an, dass der zweite Masterplan fast ausverhandelt sei – 200 Millionen Euro will der Bund noch einmal für Sanierungen zwischen 2018 und 2030 geben, die Länder Berlin und Brandenburg geben das gleiche obendrauf. Das zauberte ein Lächeln auf des Generaldirektors Gesicht, auch ganz ohne jede Kosmetik.

Wasserspiele und Zauberer

Mit dem Ende der Monarchie 1918 wurden die meisten Brunnen, Gräben und Wasserfälle im Park Babelsberg abgeschaltet.

Prinzessin Augusta nannte deren Schöpfer, den Fürsten Pückler, dafür „einen Zauberer“.

Ihm ist im nächsten Jahr eine Sonderausstellung im Park gewidmet, in deren Rahmen auch das Schloss begehbar sein wird, um die Sichtbezüge zu verstehen. Danach wird es innen saniert.

Von Jan Bosschaart

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