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Potsdam Radler und Pkw-Fahrer, nehmt mehr Rücksicht!
Lokales Potsdam Radler und Pkw-Fahrer, nehmt mehr Rücksicht!
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05:55 20.07.2016
Große Kontrolle an der Breiten Straße. Quelle: Julian Stähle
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Innenstadt

Pech für Radler mit Wildwest-Regelverständnis: Wer am Dienstagvormittag früh auf seinem Velo entgegen der vorgeschriebenen Richtung auf der Breiten Straße unterwegs war, fuhr der Polizei in die Arme. Statt eines Bußgeldes reichten meist freundliche Ermahnungen seitens der Beamten. Jedoch nicht alle Sünderlein zeigten sich einsichtig. Auf frischer „Tat“ ertappt, wurde dann auch mal über Sinn und Zweck der Kontrolle diskutiert.

Etliche Radler wurden ermahnt, weil sie entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung unterwegs waren. Quelle: Julian Stähle

Zwischen 7.30 und 9 Uhr standen Polizisten – gut sichtbar – an der Kreuzung Breite Straße / Dortustraße. Entsprechend verhielten sich Auto- und Radfahrer oft vorbildlich. Pünktlich vor dem Beginn der Sommerferien „wollten wir daran erinnern, sich an die Regeln zu halten, Verständnis und Gefahrenbewusstsein füreinander erhöhen“, sagte der Polizeioberrat und stellvertretende Inspektionsleiter Ingolf Niesler. Immer wieder komme es in Potsdam zu „erheblichen“ Unfällen, „bei denen mindestens ein Radfahrer beteiligt war“. Im ersten Halbjahr seien die Unfälle, die Radler verursacht haben, um ein Viertel auf rund 90 gestiegen, so Niesler.

Mehr Unfälle mit Radlern

198 Verkehrsunfälle mit Radfahrern hat die Polizei im ersten Halbjahr in Potsdam registriert – mehr als im Vergleichszeitraum 2015. Damals waren 188 Radler in Unfälle verwickelt. Die häufigsten Ursachen waren Vorfahrtsunfälle (2016: 60, 2015: 44) und Abbiegeunfälle (2016: 41, 2015: 37).

Kurz bevor in Brandenburg die Sommerferien starten, haben Beamte der Polizeidirektion West gestern früh 55 Auto- und Radfahrer an der Kreuzung Breite Straße / Dortustraße kontrolliert. 16 Radler fuhren entgegen der vorgeschriebenen Richtung.

55 Kontrollen bei Auto- und Radfahrern gab es. Hinterm Lenkrad saßen sechs Gurt-Muffel, zwei daddelten am Handy – waren aber nicht auf Monsterjagd bei „Pokémon go“. Zwei Autofahrer behinderten Radler beim Rechtsabbiegen – eine der häufigsten Unfallursachen. „Wir sind dabei, dass städtische Radverkehrskonzept umzusetzen und noch mehr Sicherheit zu schaffen“, so Potsdams Radverkehrsbeauftragter Torsten von Einem.

Zehn Stunden nach den Kontrollen gab es bereits den nächsten schweren Unfall: In Höhe des Bahnhofs Pirschheide stieß eine Radlerin mit frontal mit einem Linienbus zusammen. Die 21-Jährige kam lebensbedrohlich verletzt ins Krankenhaus.

Von Ricarda Nowak

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