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Rätselraten um Rückzug aus Asylbetreuung

Verein „Soziale Stadt“ in Potsdam Rätselraten um Rückzug aus Asylbetreuung

Eigentlich sollte der Verein „Soziale Stadt“ in Potsdam die Beratung von Flüchtlingen in Wohnungen übernehmen. Nur das Votum der Hauptausschuss-Mitglieder fehlte noch. Doch am Mittwoch wurde bekannt: Der Verein steigt plötzlich bei der Flüchtlingsbetreuung aus. Das gibt viele Rätsel auf.

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Nach dem Rückzug des Vereins Soziale Stadt stellt sich die Frage: Wer übernimmt jetzt die Beratung von Flüchtlingen in Wohnungen?

Quelle: dpa

Potsdam. Überraschende Wendung bei der wichtigen Aufgabe der Flüchtlingsberatung und Flüchtlingsbetreuung in der Landeshauptstadt: Der Verein „Soziale Stadt Potsdam“ zieht sich dem Vernehmen nach weitgehend davon zurück. Außerdem sei der Geschäftsführer des Vereins, Reinhold Ehl, am Mittwoch zurückgetreten. Nachfolger soll Stefan Grzimek werden.

Die Entwicklung gibt Rätsel auf: Denn eigentlich lag der Verein „Soziale Stadt Potsdam“ ganz vorne bei der Ausschreibung für die Beratung von Flüchtlingen in Wohnungen. Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Diakonischen Werk, das diese Aufgaben seit Jahren wahrgenommen hatte, war er mit seinem Konzept der Erstplatzierte. Der Vorsprung war allerdings hauchdünn – nur 2,02 Punkte. Dennoch hätten am Mittwochabend im nicht-öffentlichen Teil des Hauptausschusses die Stadtverordneten auf Empfehlung der Verwaltung hin grünes Licht geben sollen, dass der Verein ab Anfang 2016 die Beratungsleistungen übernimmt. Doch dieser Tagesordnungspunkt wurde am Mittwoch angeblich abgesagt.

Damit nicht genug: Neben der Beratung von Flüchtlingen in Wohnungen hätte der Verein auch die Betreuung jener Hunderten von Flüchtlingen übernehmen sollen, die bald im Alten Landtag auf dem Brauhausberg einziehen werden. Auch hier zieht sich die „Soziale Stadt“ nun plötzlich zurück. Das Vakuum soll von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gefüllt werden.

Den Rückzug tritt der Verein auch bei der Betreuung von zwei Wohnheimen im Stadtteil Drewitz an, wo Flüchtlinge in Leichtbauhallen einquartiert werden. Hier soll jetzt der „Internationale Bund“ einspringen.

Nach wie vor am Ball bleibt die „Soziale Stadt“ hingegen als Träger des Trägerschaft zum Wohnungsverbund für Flüchtlinge im Staudenhof.

Der Verein, der vor einigen Jahren von Mitarbeitern der späteren städtischen Immobilienholding „Pro Potsdam“ gegründet wurde, setzt sich für ein gutnachbarschaftliches Zusammenleben der Potsdamer ein, heißt es in der Eigenbeschreibung auf der Internetseite: „Das Zusammenleben der Menschen, die Art und Weise ihres Umgangs miteinander und mit den Sachen, die sie umgeben, bestimmen wesentlich die Lebensqualität jedes Einzelnen.“

Von Ildiko Röd

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