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Rassismusdebatte um Sinterklaasfest

Niederländisches Traditionsfest in Potsdam vor endgültigem Aus Rassismusdebatte um Sinterklaasfest

Dieses Jahr findet das niederländische Sinterklaas-Fest im Holländischen Viertel nicht statt. Aber findet es überhaupt jemals wieder in der bekannten Art und Weise statt? Jedenfalls nicht, wenn es nach der UN-Rassismus-Arbeitsgruppe geht. Experten der Vereinten Nationen kritisieren die Darstellung der Nikolaus-Helfer und fordern das Aus fürs Fest. 

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Potsdam. Dass das diesjährige Sinterklaas-Fest abgesagt worden ist, hat bei vielen Potsdamern für Enttäuschung gesorgt. Das Nikolausfest ‒ ein Import aus den Niederlanden ‒ zählte mit tausenden Besuchern zu den liebgewordenen Traditionen der Stadt: Fröhlich, kuschelig, harmlos. Zumindest dachte man das bislang.

Nun aber kommt eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen, die das Fest in den Niederlanden unter die Lupe nahm, zu einer ganz anderen Erkenntnis: Der Sinterklaas sei eine rassistische Figur. Sie fordern deshalb für das Fest, das zum Kulturgut des Oranje-Landes gehört, ein schnelles Aus.

Was wie ein Aprilscherz klingt, ist für die Rassismus-Arbeitsgruppe ein bitterer Fakt. Stein des Anstoßes ist für sie die Helferschar des Heiligen Mannes, die "Zwarten Pieten". Dies bedeutet übersetzt "Schwarze Peter". Auch in Potsdam begleiteten die "Pieten" mit schwarz geschminkten Gesichtern und Kraushaar-Perücken den Kutschenzug des Sinterklaas vom Hafen zum Holländischen Viertel.

Nach Auffassung der Uno birgt der bunte Umzug aber gefährliches Rassismus-Potenzial. Sie sehen darin einen "eine Rückkehr zur Sklaverei". Gefühle schwarzer Niederländer aus den Ex-Kolonien Surinam und den Antillen würden verletzt, indem man Schwarze als lustige, aber dumme Knechte darstelle.

Die Kritik sorgt in den Niederlanden für einen Empörungssturm. Die Uno sei auf dem Holzweg: Die Figur der Pieten basiere auf der Legende, dass Nikolaus einen maurischen Knaben aus der Sklaverei freikaufte. Der Junge habe Nikolaus aus Dankbarkeit begleitet.

AUF EIN WORT

(W)irr

Die spinnen, die Römer? Aber nicht doch. Cäsars Mannen wirken wie Hochintelligenzler im Vergleich zu den Uno-Experten, die den Sinterklaas dorthin schicken wollen, wo der Pfeffer wächst. Der Heilige steht – allen Ernstes – unter Rassismus-Verdacht! Was kommt als nächstes? Das Verbot von Märchenbüchern wegen Tierquälerei (schließlich wird der Froschkönig brutal gefoltert, sprich: von der Prinzessin gegen die Wand geknallt)? Oder die Abschaffung von Weihnachten aus Kinderschutz-Gründen (wer hat je an die Rechte der Engelchen gedacht, die zur Kinderarbeit gezwungen werden)? Jedenfalls ahnt man: Manche UN-Bürokraten haben ganz, ganz viel Langeweile. Für Potsdam kann die Lehre aus dem (w)irren Streit nur sein: Flagge zeigen für Sinterklaas! Was bedeutet, dass die Stadt sich ernsthaft Gedanken machen muss, wie das Fest im Holländischen Viertel neu belebt wird. Denn der Heilige ist uns heilig!

Ildiko Röd

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Nachgefragt im Holländischen Viertel: Finden Sie das Sinterklaas-Fest rassistisch?

Astrid Freitag , „Freitag-Fashion“: Ich finde das ist totaler Quatsch. Eine Tradition sollte auch als diese weitergeführt werden, vor allem weil das Sinterklaas-Fest hier immer sehr schön war. Dann muss man eben politisch korrekte „weiße Pieten“ daraus machen – Negerküsse wurden ja auch zu Schaumküssen.

Heiko Liesegang , Café „Poffertjes en Pannekoeken“: Diese Tradition hat für mich gar nichts mit Rassismus zu tun. Wenn man das weiter spinnt, müsste es ja auch noch eine Weihnachtsfrau geben. Für uns Händler hier im Viertel war es immer in umsatzstarkes Wochenende, es ist schade, dass es dieses Jahr ausfällt.

Nadin Bredow , Anwohnerin: Tradition bleibt Tradition – ich sehe da keinen rassistischen Hintergrund. Ich bin frisch ins Viertel gezogen, es ist schade, dass es das Sinterklaas-Fest in diesem Jahr nicht gibt, ich kenne es nur aus Erzählungen und hatte mich schon darauf gefreut. Text/Fotos: Friederike Steemann

Von Ildiko Röd

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